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Ausbaukontroverse Windenergie

IzR 6.2015

Seit der Atomkatastrophe in Japan im Jahr 2011 forcieren Bund und Länder den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien. Eindrücklich dokumentierten dies die ehrgeizigen Ziele der Länder, die nach Fukushima zur Neubestimmung der energiepolitischen Leitlinien formuliert wurden. Energie- und Klimaschutzkonzepte, Landesentwicklungspläne, Koalitionsverträge und Regierungserklärungen spiegeln die ambitionierten Ziele wider. Dies gilt insbesondere für den Ausbau der Windenergienutzung. Einzelne Länder haben sogar bestimmt, wie viel Prozent ihrer Landesfläche bis 2020 für den Ausbau der Windkraftnutzung planerisch zu sichern ist (Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein).

Aufgrund von Bürgerprotesten halten aber nicht alle Landesregierungen an ihren Ausbauplänen fest. Besonders drastisch hat die Landesregierung von Bayern mit einer neuen Abstandsregel reagiert. Der zukünftige verpflichtende Abstandswert soll dort der zehnfachen Höhe der geplanten Anlagen entsprechen (10 H-Regelung). Potenzialabschätzungen haben ergeben, dass bei Durchsetzung der 10 H-Regelung kein Flächenpotenzial für den ausreichenden Neubau von Anlagen in Bayern mehr verbleibt.

Die Länder reagieren also auf die Herausforderungen der Energiewende sehr unterschiedlich. Die kontroverse planerische Herangehensweise an die Herausforderungen der Energiewende ist Thema dieser IzR-Ausgabe.


Wissenschaftliche Redaktion:
Klaus Einig (klaus.einig@stk.landsh.de),
Brigitte Zaspel-Heisters (brigitte.zaspel-heisters@bbr.bund.de)