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Die Dortmunder Quartiersanalyse


Kommunale Konzepte: Wohnen

Daten und Fakten
Einwohnerzahl 2006585.045
Einwohnerentwicklung
2000 bis 2006
-0,02%
Wohnungsmarktsituationausgeglichen
Durchschnittliche Angebotsmiete
(Quelle: BBR)
5,25 €/qm

Hintergrund

Die Stadt Dortmund ist durch einen sich entspannenden Wohnungsmarkt gekennzeichnet, wobei sich erhebliche kleinräumige Unterschiede ergeben. Dortmund hat bereits vor einigen Jahren den Masterplan Wohnen aufgestellt, der Leitbilder und gesamtstädtische Ziele für den Wohnstandort definiert. Dieser sollte im Rahmen des Modellvorhabens um einzelne Maßnahmen und Handlungsempfehlungen auf kleinräumiger Quartiersebene erweitert werden.

Ziele

Im Rahmen des Modellvorhabens war vorgesehen, eine Quartiersanalyse durchzuführen und damit die bislang auf quantitativen Daten beruhende kommunale Wohnungsmarktbeobachtung auf eine qualitativ orientierte kleinräumige Betrachtung auszuweiten. Dazu wurden Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken der einzelnen Quartiere bewertet, Entwicklungspotenziale aufgezeigt und darauf basierend konkrete Maßnahmen zur Steuerung der Wohnungsmarktentwicklung in Dortmund skizziert. Zur Durchführung des Projekts, insbesondere zur Informationsgewinnung und zur späteren Umsetzung des Konzepts, wurden verschiedene Akteure (Wohnungsunternehmen, private Eigentümer, zivilgesellschaftliche Netzwerke) eingebunden.

Für das Dortmunder Modellvorhaben war somit die "Kooperation der Wohnungsmarktakteure" unter Aktivierung der Einzeleigentümer das zentrale Themenfeld.

Projektbausteine und Methoden

Im Rahmen der qualitativ orientierten Quartiersanalyse wurden zunächst Daten der amtlichen Statistik mit den Daten der Wohnungsunternehmen auf kleinräumiger Basis verknüpft. Ergänzt um qualitative Indikatoren erfolgte eine Stärken-Schwächen-Analyse unter Beteiligung verschiedenster Akteure in mehreren Untersuchungsquartieren. Auf Basis der kleinräumigen Analyseergebnisse wurden Handlungsempfehlungen und Strategien entwickelt, die in ein parallel zu erstellendes kommunales Wohnraumkonzept einflossen. Die Vorgehensweise und Methodik der kleinräumigen Quartiersanalyse wurde in einem Leitfaden zusammengefasst.

Ergebnisse

Quartiersanalysen stellen mittlerweile einen unverzichtbaren Bestandteil für wohnungsmarktbezogene Maßnahmen in Dortmund dar. Die detaillierten Analysen können mit den im Amt für Wohnungswesen vorhandenen Ressourcen durchgeführt werden. Die Kooperation mit dem Fachbereich Statistik der Stadt Dortmund sowie dem kommunalen und den genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen hat die Durchführung einer kleinräumigen Quartiersanalyse beschleunigt. Während die Wohnungswirtschaft von der Stadtverwaltung Strukturdaten, Prognosen und Planungsinformationen erwartete, war die Stadtverwaltung auf Bestandsdaten angewiesen. Die Quartiersanalysen, wie sie in Dortmund als Erweiterung der kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung durchgeführt wurden, bieten zudem also auch die Gelegenheit, den Datenaustausch zwischen den wohnungswirtschaftlichen und wohnungspolitischen Akteuren in den Quartieren zu etablieren. Ein Ergebnis des Modellvorhabens war ein praxisfähiger und fortschreibbarer Leitfaden. In diesem wurden die verschiedenen Arbeitsschritte zusammengefasst und somit eine Anleitung für die Mitarbeiter der Verwaltung für kleinräumige Quartiersanalysen geschaffen. Insofern leistet der Leitfaden einen Beitrag zur Generalisierung beziehungsweise Formalisierung der Methode, damit weitere Untersuchungsquartiere in Zukunft ressourcensparender untersucht werden können. Während des Modellprojekts verstärkte sich die Kooperation und Kommunikation zwischen den relevanten Verwaltungseinheiten sowie zwischen Kommune und Wohnungswirtschaft. Insgesamt konnte dadurch die kommunikative und konsensorientierte Zusammenarbeit zwischen der Bürgerschaft und der Zivilgesellschaft im Sinne des „Dortmunder Weges“ gefestigt werden. Die Aktivierung von Einzeleigentümern für das Modellvorhaben wurde aufgrund des hohen Moderationsaufwands vorerst nicht betrieben. Im Laufe der Bearbeitung kristallisierte sich die Einbindung und Beteiligung der Bewohner vor Ort als wesentliches Element der Arbeit heraus. In der Dortmunder Nordstadt beispielsweise, dem Stadtbezirk mit dem höchsten Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund, werden seit den 1980er Jahren unterschiedliche Organisationsstrukturen für zivilgesellschaftliche Prozesse eingerichtet und genutzt. Die dortigen Erfahrungen zeigen, dass die Aktivierung von Bewohnern mit Migrationshintergrund schwierig ist, wenn resignative Grundeinstellungen überwunden werden müssen. Hilfreich ist die Einbindung von Schlüsselpersonen, die über einen fundierten Einblick in die jeweiligen Problemlagen verfügen und die Zielgruppen in ihrer Muttersprache ansprechen können. In diesem Zusammenhang ist Integration in die Zivilgesellschaft ebenfalls eine Aufgabe der Stadterneuerung. Um zunächst eine tragfähige Vertrauensbasis zu schaffen, muss die Kommune kurzfristig positive Signale an die Bürger senden, indem sie ihre Handlungsabsichten transparent und glaubhaft darstellt. Aus der Sicht der Wohnungswirtschaft ist eine klare Definition des Nutzens zivilgesellschaftlicher Beteiligungsverfahren von besonderer Bedeutung. Die Kommune sollte deshalb in der Lage sein, jedem zivilgesellschaftlichen Akteur den Nutzen seines Engagements deutlich zu machen.

Fortführung

Auf Grundlage des kommunalen Wohnkonzepts erarbeitet die Stadt Dortmund derzeit ein kleinräumiges Monitoringsystem, das den Status quo und die Entwicklung von Indikatoren zu verschiedenen Zielen anzeigt. Damit soll zunächst Aufmerksamkeit auf „auffällige“ statistische Unterbezirke gelenkt werden, um anschließend Quartiere zu identifizieren, die sich aufgrund weiterer noch zu bestimmender Kriterien für eine Quartiersanalyse anbieten. Die schon untersuchten Quartiere wurden aufgrund des hohen Wohnungsleerstandes und des offensichtlichen Handlungsbedarfs im Aktionsplan „Soziale Stadt Dortmund“ ausgewählt.

Fazit

Hauptaufgabe des Modellversuchs war es, die Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT)-Methode auf Quartiersebene zu erproben und weiterzuentwickeln. Nach vier durchgeführten Quartiersanalysen kann festgestellt werden, dass die Dortmunder Methode zu sehr guten Ergebnissen geführt hat. Die Methode wird dabei von allen involvierten Stellen akzeptiert und unterstützt. Ein Ratsbeschluss sichert ihren Stellenwert in der Verwaltung zusätzlich ab. Nach Abschluss des Modellverfahrens sind inzwischen weitere Quartiersanalysen erfolgt. Die Erkenntnisse aus den Quartiersanalysen lösen jeweils eine intensive Befassung der Kommunalpolitik mit den Situationen und Handlungsnotwendigkeiten in den Quartieren aus. Dies führt zu einem Bedeutungsgewinn des Themas „Wohnen“ in der Politik vor Ort. Die Quartiersanalyse hat sich als ein wichtiges Instrument der Stadtentwicklung in Dortmund durchgesetzt. Erste Umsetzungserfolge in vielfältigster Art zeigen sich bereits in einigen Quartieren. Es handelt sich hierbei sowohl um Bau- bzw. Modernisierungsinvestitionen als auch um gezielte Fördermaßnahmen mit Mitteln des Stadtumbaus, des Ziel-2-Programmes und des Aktionsraumfonds. Wesentliche Erfolge werden jedoch auch im nicht-investiven Bereich erzielt. Hierzu zählen die Etablierung von lokalen Netzwerken, die positive Außendarstellung des Quartiers z.B. in der lokalen Presse und auch die verstärkte Auseinandersetzung der Politik mit den Handlungsnotwendigkeiten vor Ort

Ansprechpartner

Stadt Dortmund
Amt für Wohnungswesen
Südwall 2-4
44137 Dortmund

Tel.: +49 231 50-29722
wohnungsamt@dortmund.de

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Kontakt

Mathias Metzmacher
Referat II 12 - Wohnen und Gesellschaft

Tel.: +49 228 99401-2620
Fax: +49 228 9910 401-2620
mathias.metzmacher@bbr.bund.de

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