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Jugendliche im Stadtquartier

Aktionsfonds "Jugend bewegt Stadt"

Im Jahr 2009 erprobte der Bund mit dem Aktionsfonds "Jugend macht Stadt", wie Jugendlichen ermöglicht werden kann, in Eigenregie Mikroprojekte durchzuführen und sie sich dadurch unmittelbar in die Entwicklung ihres Quartiers einbringen können. Bei "Jugend macht Stadt" konnten bundesweit 40 Projekte gefördert werden, deren Spektrum von konkreten Maßnahmen zur Gestaltung von Jugendtreffpunkten im In- und Außenraum bis zur Durchführung von jugendspezifischen Veranstaltungen im Quartier reichte. Es zeigte sich, dass das Fondsmodell eine erfolgversprechende Methode ist, Jugendliche über den direkten Zugriff auf finanzielle Mittel und die eigenständige Planung von Projekten an der Quartiersentwicklung zu beteiligen. Durch die Einrichtung des Fonds konnte ein großer Anreiz für Jugendliche geschaffen werden und die Selbstorganisationsprozesse in den Stadtteilen aufgebaut und gestärkt werden. Die Projekte wurden bei Ihrer Umsetzung von der "Servicestelle Jugendbeteiligung e.V." begleitet, hatten aber nur wenige Berührungspunkte und Kontakte zu den Stadtverwaltungen.

Jugendliche beim Skaten in ErfurtJugendliche beim Skaten in Erfurt
Quelle: Andreas Kubitza

Aus diesen Erfahrungen heraus wurden die Forschungsfragen des Bundes weiterentwickelt. Im Rahmen des Aktionsfonds "Jugend bewegt Stadt" soll nun überprüft werden, wie Jugendliche einerseits frei über Mittel für Mikroprojekte verfügen können, andererseits aber auch eine Einbindung in städtische Strukturen und eine Begleitung der Jugendlichen in der Umsetzung durch die Städte bereitgestellt werden kann. Dabei sollen vor allem die Jugendhilfeausschüsse der Städte eine beratende und unterstützende Rolle übernehmen und als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Jugendlichen fungieren. In ihrer Struktur sind die Ausschüsse eine Besonderheit, da sie sich aus Mitgliedern des Stadtrats, aber auch aus Akteuren von freien Trägern der Jugendhilfe und von Jugendverbänden zusammensetzen.

Den Projektaufruf "Jugend bewegt Stadt" finden Sie hier:
>> Projektaufruf

Bei den Mikroprojekten wird eine Fokussierung auf das Thema Sport und Bewegung vorgenommen, da dieses die Jugendlichen in besonderer Weise anspricht und durch kleine Maßnahmen hier ganz konkrete Verbesserungen in der Nutzbarkeit von Stadträumen erzielt werden können. Die Mikroprojekte können daher beispielsweise aus dem Umbau einer Freifläche zum Skatepark sein, aber ebenso aus der Ausstattung einer Brachfläche mit temporären Sportgeräten.

Die Mikroprojekte "Jugend bewegt Stadt" zeichnen sich dadurch aus, dass sie

  • speziellen jugendlichen Teilgruppen die aktive Gestaltung ihres Stadtquartiers ermöglichen
  • von Jugendlichen selbst entwickelt und umgesetzt werden
  • sich auf das Thema Sport und Bewegung beziehen
  • von der Stadtverwaltung koordiniert und unterstützt werden
  • räumliche Angebote für Jugendliche verbessern
  • eine nachhaltige Wirkung auf die Jugendbeteiligung in der jeweiligen Stadt und insgesamt haben.

Durch die Erprobung des neuen Aktionsfonds und die Umsetzung möglichst vielfältiger Jugendprojekte sollen Antworten auf die folgenden Fragen gefunden werden:

  1. Welche konkreten Nutzungs- und Gestaltungsanforderungen stellen Jugendliche im Hinblick auf die sport- und bewegungsorientierte Nutzung von Stadtquartieren? Welche Trends sind hinsichtlich dieser Anforderungen zu beschreiben?
  2. Kann durch die Eröffnung von Gestaltungsmöglichkeiten zum Thema Sport und Bewegung das Interesse und das Engagement von Jugendlichen an der Gestaltung von Orten und Angeboten im Stadtquartier verbessert werden? Wie können damit Jugendliche aus bildungsfernen Gruppen erreicht werden?
  3. Welche Gruppen von Jugendlichen interessieren sich für welche Art von Orten und Angeboten im Quartier? Welche Gruppen ergreifen bei geeigneten Rahmenbedingungen selber die Initiative, um Stadtquartiere nach ihren Vorstellungen umzugestalten?
  4. Können durch die Aktivierung von Jugendhilfeausschüssen als Vermittler und Ansprechpartner für Jugendprojekte Stadtverwaltungen für Jugendprojekte sensibilisiert werden? Wie können dauerhafte Strukturen entwickelt werden, die die Mitwirkung von Jugendlichen an der Stadtentwicklung ermöglichen?
  5. Welche generalisierbaren Schlüsse sind für das Instrumentarium des Bundes zu ziehen? Wie kann z.B. die Berücksichtigung der Belange von Jugendlichen in den Städtebauförderprogrammen des Bundes verbessert werden?

Zusatzinformationen

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Kontakt

Stephanie Haury
Referat I 2 - Stadtentwicklung

Tel.: +49 228 99401-2308
stephanie.haury@bbr.bund.de

Stephan Willinger
Referat I 2 - Stadtentwicklung

Tel.: +49 228 99401-1275
stephan.willinger@bbr.bund.de

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