Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel
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Im Modellvorhaben Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel ("KlimaMoro") werden regionale Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien mittels Anwendung und Weiterentwicklung des raumordnerischen Instrumentariums in acht Modellregionen sowohl integriert als auch sektorspezifisch entwickelt. Ziele sind die Formulierung regionaler Klimawandelstrategien und erste Umsetzungsschritte.
Regionale Folgen des Klimawandels
Der weltweit verstärkte Klimawandel ist wissenschaftlich unumstritten. Prominenteste Indikatoren dafür sind die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan. Deren Gehalt in der Atmosphäre war seit mindestens 800.000 Jahren nie höher als heute. Sie gelten als wesentliche Ursachen für den Klimawandel, für die Häufung von Extremwitterungen, auch in Europa und damit auch in Deutschland.
Die Auswirkungen treffen zunehmend alle Regionen und die verschiedenen Lebensbereiche. In Deutschland sind besonders die Gebirgsregionen, Küstenzonen, der Rheingraben und der Nordosten von Klimaänderungen betroffen. Zentrale Infrastrukturen und Nutzungen sind gefährdet, wie die vermehrten Hochwasser und Hitzeperioden seit 1995 zeigen und Szenarien prophezeien.
Trotz medialer Aufbereitung werden die Risiken des Klimawandels aber meist noch als vermeintlich fernes Problem betrachtet, dass das eigene Handeln kaum betrifft. Zur Minderung des Klimawandels und zur Anpassung an die unvermeidbaren Folgen werden mittel- und langfristig wirksame Konzepte benötigt - sowohl zur Vermeidung weiterer klimaschädlicher Einflüsse als auch zur Anpassung an die bereits eingetretenen oder noch zu erwartenden Folgen.
Koordinierungsfunktion der Raumplanung
Deutschland hat im Dezember 2008 eine "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel" verabschiedet, auf die 2011 ein "Aktionsplan Anpassung" folgen soll. Dabei wird der Raumentwicklung
- eine koordinierende Rolle zum Schutz, zur Sicherung und zur nachhaltigen Entwicklung der Siedlungs-, Verkehrs- und Freiraumstruktur sowie der natürlichen Ressourcen zugeordnet
- und eine zentrale Rolle im Hinblick auf konkrete Maßnahmen in Regionen und Städten beigemessen.
- Sie hat für die fachpolitischen Sektoren übergreifend Vulnerabilitäten zu bewerten, den intersektoralen Dialog zur Entwicklung konkreter Anpassungsmaßnahmen zu moderieren und integrierend resiliente und damit klimawandelangepasste Raumstrukturen zu fördern.
Ein Strategiemix ist erforderlich, der Vermeidungs- und Anpassungsstrategien verfolgt, sinnvoll miteinander kombiniert und dabei eng mit den Fachpolitiken verknüpft ist. Zur Implementierung von Anpassungsstrategien ist vor allem die regionale Ebene prädestiniert, während Vermeidungsstrategien vermehrt auf lokaler Ebene realisiert werden können.
Die Modellvorhaben können auf den in den vergangenen Jahren erarbeiteten ersten, meist sektoralen Konzepten aufbauen, wozu eine umfassende Auswertung des Forschungsstandes und eine intensive Einbindung in die Forschungslandschaft von EU bis stadtregionaler Ebene vorgesehen sind.
Ziele der Modellvorhaben
In dem Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) sollen regionale Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien auf Basis des raumordnerischen Instrumentariums in acht Modellregionen entwickelt werden.
Im Fokus stehen
- die Erarbeitung von Vorschlägen zur Weiterentwicklung des raumordnerischen Instrumentariums und
- die Stärkung der Position der Regionalplanung in Regional Governance u.a. durch den Aufbau regionaler Netzwerke zum Thema Klimawandel.
Die acht Modellregionen sollen eine regionale Klimawandelstrategie formulieren und erste Umsetzungsschritte durchführen. Dazu zählt die Weiterentwicklung regionalplanerischer Instrumente im Zusammenspiel mit den fachplanerischen Instrumenten, sowohl im Hinblick auf vorhandene Instrumente (Regionalpläne) als auch in Richtung weitergehender Mittel (z.B. teilregionale Zielvereinbarungen) und der Fortschreibung der Regionalpläne.
Die Ziele der acht Modellvorhaben liegen vor allem in
- der modellhaften Erprobung integrierter Handlungskonzepte und konkreter Lösungsansätze,
- der Weiterentwicklung des integrierten Handlungsrahmens Klimaanpassung - "Blaupause" (siehe Rubrik "Veröffentlichungen in der Marginalspalte),
- der Auswertung und Umsetzung des in anderen raum- und regionalplanungsrelevanten Forschungsprojekten und -programmen erarbeiteten Standes zum Klimawandel und Maßnahmen des Klimaschutzes und der Anpassung,
- der Stärkung und Erweiterung des formalen wie auch informellen raumordnerischen Instrumentariums,
- der Förderung regionaler Handlungsfähigkeit (Governance),
- dem Aufbau dauerhaft tragfähiger Akteursnetzwerke,
- der Beantwortung der Forschungsleitfragen (siehe Rubrik "Konzept" in der Marginalspalte)
- der Entwicklung übertragbarer Konzepte und
- der Ableitung weiterer Forschungsbedarfe.
Projektbeginn: April 2009


