Modellvorhaben "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"
Fallstudie "Tosamen - Projektnetz Alte Kuchenfabrik"
Oldenburg – Osternburg (Niedersachsen)
| Stadt | 157.437 EW |
| Stadtquartier | 16.000 EW |
| Quartierstyp | Konversionsfläche; umgebautes Gebiet: Gewerbe, Einfamilienhäuser |
| Kreistyp | Kernstadt im verstädtertem Raum |
| Lage | Innerstädtisch |
| präg. Baualter | 60er/70er Jahre |
| Sozialdaten | keine Angaben. |
| Träger/Eigentümer | Trägerverbund |
| Förderung | keine Angaben. |
1. Kontext
Die Firma Bahlsen KG hat im Frühjahr 2006 ihren Produktionsstandort in Oldenburg aufgegeben. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit, zentrumsnah ein 14.000 qm großes Gelände neu zu bebauen. Verschiedene soziale Einrichtungen, die untereinander vernetzt sind und sich gegenseitig unterstützen, möchten dort ihre Bauwünsche umsetzen.
Das Gesamtprojekt soll neue soziale und kulturelle Impulse für den Stadtteil und die Stadt setzen. Die Einzelprojekte und Vereine sind weiterhin selbstständig, drücken ihre gemeinsame Zielsetzung jedoch durch das verbindende Logo tosamen aus.
2. Konzept (Generationen, Quartier)
Auf dem zentrumsnahen, aufgelassenen Produktionsstandort einer Kuchenfabrik entsteht, getragen von unterschiedlichen Einrichtungen, ein neues Sozial- und Kulturzentrum. Bei dem Projekt handelt es sich um eine räumliche Konzentration von sechs Institutionen. Die Institutionen bleiben für sich bestehen, ergänzen sich jedoch und bilden hierdurch Synergien. Die einzelnen Projekte öffnen sich im Sinne der Integration für den Stadtteil. Die Umnutzung einiger Bestandsgebäude für den aktuellen Bedarf ist möglich, ansonsten werden Neubauten realisiert, da die alten Industriebauten nicht erhaltenswert und für eine Umnutzung nicht geeignet sind. Es werden folgende Projekte realisiert:
- Neubau einer Mehrzweckhalle durch die Freie Waldorfschule Oldenburg - Nutzung für Veranstaltungen im Stadtteil ist möglich
- Neubau eines Wohnheims und Werkstätten für behinderte Menschen durch den Verein Baumhaus e.V. - teilweise Nutzung für weitere Bewohner ist möglich
- Neubau eines Wohnheims für betreutes Wohnen durch den Verein Baumhaus e.V.
- Neubau eines Gemeindezentrums durch die Christengemeinschaft, Gemeinde Oldenburg - Nutzung für Veranstaltungen im Stadtteil ist möglich
- Gemeinsames Wohnen für Jung und Alt mit integrierter Pflegewohngemeinschaft durch die Hermine-Kölschtzky-Stiftung mit dem Verein Lebenskreise e.V.
- Neubau einer Küche und einer Mensa durch den Verein Baumhaus e.V.
- Erweiterung der Schulräume der Janusz-Korczak-Schule
3. Innovationen
Der Umbau eines kompletten Fabrikgeländes zur Nutzung durch einen Zusammenschluss mehrerer sozialer Einrichtungen ist in seiner Dimension und inhaltliche Ausrichtung besonders. Es werden Synergien durch den räumlichen Zusammenschluss inhaltlich differenzierter, jedoch unter einem Leitmotiv stehender Einrichtungen angestrebt.
4. Ziele
Schon jetzt verzeichnet tosamen eine Vielzahl an ehrenamtlichen Helfern, die zusammen das Ziel verfolgen, Menschen aller Altersgruppen - mit und ohne Behinderung - in einem Gesamtprojekt zu verbinden, so dass ein gemeinsames Leben ohne die sonst übliche Ausgrenzung von einzelnen Gruppen entsteht. Die Integration in die Öffentlichkeit Oldenburgs ist tosamen dabei sehr wichtig.
5. Maßnahmen/Verfahren
Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt, welches durch die Initiative und das Engagement von BürgerInnen entstanden ist und in einer gemeinschaftlichen Konzeptentwicklung und -umsetzung mündet. Hierbei findet eine enge Kooperation mit der Nachbarschaft und weiteren Interessierten statt. Alle Akteure im Netzwerk tosamen haben die Mitgliedschaft im Paritätischen beantragt.
6. Finanzierung/Förderung/Kosten
Das Gesamtvolumen aller Projekte beläuft sich auf rund 10 Millionen Euro. Vorwiegend wird das Projekt über Eigenmittel der jeweiligen Träger finanziert, die über Kredite, Rücklagen und Spenden gebildet werden. Hinzu kommen Fördergelder aus Sozialfonds und Landesmittel.
Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf 120.000 Euro und werden durch die Träger aufgebracht beziehungsweise durch Spenden eingeworben.
7. Neue Technologien
Nutzung erneuerbarer Energien am Bau sowie technische Innovationen zur Ermöglichung von Barrierefreiheit werden angestrebt.
8. Projektstand
Die obsoleten Fabrikgebäude wurden im Frühjahr abgerissen, der Baubeginn ist erfolgt.
9. Akteure/Beteiligte
Das Akteursnetzwerk für die Projektentwicklung setzt sich aus folgenden Institutionen zusammen:
- Freie Waldorfschule Oldenburg (FWS Oldenburg)
- Janusz-Korczak-Schule (Heilpädagogischer Schulzweig der FWS Oldenburg)
- Baumhaus e.V.
- Lebenskreise e.V.
- Hermine-Kölschtzky-Stiftung
- Die Christengemeinschaft (Gemeinde Oldenburg)
Am Planungsprozess sind weiterhin interessierte BürgerInnen beteiligt.
Ansprechpartner:
Herr Coners
Projektnetzwerk Alte Kuchenfabrik
Stedinger Str. 34
26135 Oldenburg
Tel. 0441 / 7793096
10. Gender-Relevanz
Bei dem Projekt gibt es keine besonders hervorzuhebenden Gender-Aspekte.
11. Wechselbeziehungen Wohnen : Freiflächen : Gemeinschaftseinrichtungen
Das Projekt beinhaltet das gemeinschaftliche Wohnen der Generationen sowie das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung. Die Freiflächen des Areals werden in die Planung mit einbezogen. Eine gemeinschaftliche Nutzung durch die BewohnerInnen und NutzerInnen (Zier- und Nutzgärten, Kleintierhaltung) wird angestrebt.
12. Besonderheiten/Anmerkungen
Enge Verknüpfung zum Thema Wohnen.
Fallstudie.
Projekttyp Räumliche Bündelung.
13. Weiterführende Informationen
Keine.

