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Modellvorhaben "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"

Fallstudie "Bunte Gärten vom Sonnenberg"
Chemnitz – Sonnenberg (Sachsen)

Eckdaten
Stadt247.094 EW
Stadtquartier12.500 EW
QuartierstypBlockrand
KreistypKernstadt
LageInnenstadtrand
präg. BaualterUm 1900 und 1980er Jahre
Sozialdaten>60-Jährige: 21%
<18-Jährige: 17%
Zuwanderer: 7,3%
Sozialhilfeempfänger 11%
Träger/EigentümerStadt Chemnitz in Kooperation mit Wohnungsunternehmen (GGG und SWG)
FörderungGeplant: "Soziale Stadt" und "Stadtumbau-Ost Aufwertung"

1. Kontext

Sonnenberg ist der einzige Chemnitzer Stadtteil mit Geburtenüberschuss und einem überdurchschnittlich hohen Anteil junger Familien. 75% der gründerzeitlichen Bausubstanz ist bereits saniert und es ist ein breites bürgerschaftliches Engagement vorhanden. Die Kehrseite ist, dass das Quartier aufgrund eines hohen Wohnungsleerstandes (35%) und Segregationstendenzen mit einem Negativ- Image zu kämpfen hat. Aufgrund der mangelnden Nachfrage sind Sanierungsmaßnahmen nahezu zum Erliegen gekommen. Im Kontext des gesamtstädtischen Stadtumbaukonzeptes werden gegenwärtig die spezifischen Entwicklungsmöglichkeiten der Quartiere untersucht und mit den Akteuren abgestimmt. Langfristig soll die gründerzeitliche Kernstruktur des Sonnenberges erhalten und gestärkt werden. Der Rückbau wird auf die Randlagen konzentriert und zur Stärkung eines Grünzuges genutzt.

2. Konzept (Generationen, Quartier)

Leitmotiv "Bunte Gärten"
Auf Rückbauflächen am Rande des gründerzeitlichen Quartiers werden neue Stadt- und Freiraumqualitäten entwickelt:

  • FUN-Park mit Angeboten für Skater, Mountainbiker sowie Graffitiwänden
  • Kinderspielplätze, Spielflächen und –felder für verschiedene Trendsportarten
  • Erweiterung der unzureichenden Sportanlagen des Schulstandortes
  • Schaffung einer Promenade als übergeordnetes Gestaltungselement im Sinne eines Aktivitätsbandes mit verschiedenen Angeboten für unterschiedliche Generationen.

3. Innovationen

Neue Freiraumtypen als öffentliche Orte – Schaffen von Möglichkeitsräumen für alle Generationen durch Umstrukturierung.

Auf Grundlage der Nachnutzung von Rückbauflächen wurde ein Leitmotiv entwickelt, welches symbolisch für die diversen Entwicklungsmöglichkeiten des Quartiers steht. "Bunt" steht dabei nicht nur für farbliche Differenzierung in der Freiraumgestaltung, sondern insbesondere für eine Vielfalt von neuen generationsübergreifenden Nutzungsmöglichkeiten für die Bewohner - ob jung oder alt. Entgegen dem Negativ-Image werden neue Zukunftsbilder für das Quartier entworfen.

4. Ziele

  • Imageverbesserung
  • Aufwertung des Stadtteileingangs
  • Verbesserung der Wohnqualität
  • Beseitigung von Angebotsdefiziten bezüglich der Sport- und Freizeitflächen
  • Schaffung von generationsübergreifenden Angeboten
  • Erprobung neuer Eigentumsformen und Betreiberkonzepte für öffentlich nutzbare Freiräume unter Einbeziehung der Eigentümer von Rückbauflächen (Gestattungsverträge) und von Vereinen etc. als "Kümmerer" für die entstehenden Anlagen

5. Maßnahmen/Verfahren

Komplexes Beteiligungsverfahren der verschiedenen Akteure:

  • Eigentümer zur Klärung der Nutzungsrechte, Finanzierungsunterstützung etc.
  • Bewohner des Stadtteils zur Mitwirkung an der Planung

Beantragung des Sonnenberges als Programmgebiet "Soziale Stadt" sowie zur Förderung im Programm "Stadtumbau Ost – Aufwertung", Einrichtung eines Quartiersmanagements ggf. unter Einbeziehung der neu gegründeten "Stadtteilgenossenschaft Sonnenberg eG".

6. Finanzierung/Förderung/Kosten

Gebäudeabriss über Stadtumbau Ost, Soziale Stadt. Finanzierung der Aufwertungsmaßnahmen über "Stadtumbau Ost – Aufwertung" und Programm "Soziale Stadt".

7. Projektstand

Die Entwicklung der Leitidee und eines ersten Funktions- und Gestaltungskonzeptes erfolgten im Rahmen des "Stadtteilkonzeptes Sonnenberg", Arbeitsstand März 2006.

Der Abriss von Gebäude läuft, in 2007 beginnt die planerische Vorbereitung. Die Umsetzung ist für 2008/2009 vorgesehen.

8. Akteure/Beteiligte

Ideenentwickler:

  • "Lenkungsgruppe Sonnenberg"
  • Stadtverwaltung (städtische Ämter?)
  • Wohnungsbauunternehmen (GGG, SWG)
  • Sanierungsträger
  • Stadtteilgenossenschaft Sonnenberg eG
  • Planungsbüro Planart4, Leipzig
  • Stadtteilrunde der sozialen Träger
  • Schulen und Kindertagesstätten

Die Entwicklung des Projektes liegt gegenwärtig federführend bei der Stadt Chemnitz. Die konkrete Rollenverteilung muss noch entschieden werden. Erste Beteiligungsprozesse könnten über ein LOS-Projekt begleitet werden. Eine besondere Rolle könnte der Stadtteilgenossenschaft Sonnenberg eG zukommen.

Ansprechpartner:

Stadtplanungsamt
Abteilungsleiter Stadtentwicklungsplanung Herr Christian Pilz
Tel.: 0371/488-6140
E-mail: christian.pilz@stadt-chemnitz.de

9. Gender-Relevanz

Ggf. im Verfahren zu konkretisieren.

10. Wechselbeziehungen Wohnen : Freiflächen : Gemeinschaftseinrichtungen

Die zentrale Promenade stellt das verbindende Band für alle Generationen dar, an dem Wohnen und unterschiedliche Gemeinschaftseinrichtungen angelagert sind.

11. Besonderheiten/Anmerkungen

Die einzelnen Projekte wurden aus einer Gesamtstrategie für den Stadtteil entwickelt. Ziel ist der Erhalt und die Stärkung der gründerzeitlichen Kernstruktur des Sonnenberges.

12. Weiterführende Informationen

Faltblatt zum Stadtteilkonzept Sonnenberg im Rahmen der gegenwärtig laufenden Bürgerbeteiligung.



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