Modellvorhaben "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"
Fallstudie "Ein Platz für alle an der Christuskirche"
Essen – Altendorf (Nordrhein-Westfalen)
| Stadt | 588.000 EW |
| Stadtquartier | 20.788 EW |
| Quartierstyp | Blockrand |
| Kreistyp | Kernstadt |
| Lage | Innenstadtrand |
| präg. Baualter | 50er-60er Jahre |
| Sozialdaten | >65-Jährige: 23% <18-Jährige: 17,5% Zuwanderer: 20,5% Arbeitslose: 13,4% |
| Träger/Eigentümer | Stadt Essen |
| Förderung | Städtebauförderung |
1. Kontext
Der Stadtteil Essen-Altendorf gehört zu den Stadtteilen Essens mit besonderem Erneuerungsbedarf und fällt unter die Förderrichtlinien "Soziale Stadt". Das Umfeld der Christuskirche zwischen der Röntgenstraße und der Kopernikusstraße zeigte sich in einem desolaten Zustand. Es wurde den sozialen Anforderungen der heutigen Gesellschaft mit seinen vielfältigen Nutzungsansprüchen nicht mehr gerecht. Die Verkehrssituation und die Aufenthaltsqualität für Alt und Jung musste den aktuellen Ansprüchen angepasst werden. Zu diesem Zweck werden die Platz- und Freiflächen sowie die Straßenräume unter Einbeziehung des städtebaulichen Umfeldes neu gestaltet.
2. Konzept (Generationen, Quartier)
Der umgestaltete Platz südlich der Christuskirche zeichnet sich durch seine vielseitigen Nutzungsbereiche aus, wobei die Nutzergruppen Kleinkinder, Jugendliche und Senioren besondere Berücksichtigung finden. Durch die von Süden nach Norden fallende Topographie entstehen am Übergang zu den verschiedenen Bereichen Stufen. Diese Stufenanlagen sind sowohl trennende als auch verbindende Elemente. Der zentrale Platzbereich wird durch die neuen Baumstrukturen gefasst. Der Kirchenvorplatz ist planerisch so entwickelt, dass eine räumliche Zuordnung zur Christuskirche entsteht. Die Zwischenräume der Kirche dienen als Verbindungselement zwischen Kirchenvorplatz und dem Platz südlich der Kirche. Durch die Umgestaltung des Umfeldes der Christuskirche soll ein neues Zentrum für den Stadtteil Altendorf geschaffen werden. Es entstehen urbane Räume für verschiedenste Ansprüche, so zum Beispiel für Stadtteilfeste, für Boule-Veranstaltungen. Der Kirchenvorplatz und der neue Stadtplatz ermöglichen Veranstaltungen jeglicher Art. Daneben stehen sowohl Flächen, die zum Kinderspiel einladen, als auch ruhige Rückzugsbereiche zur Kommunikation, zum Verweilen oder Beobachten. Durch die gestalterische Verbindung der verschiedenen Funktionsbereiche und Einbeziehung der angrenzenden Straßenräume zu einer Einheit wird das gesamte Umfeld einen parkartigen Charakter erhalten.
3. Innovationen
Modernisierung öffentlicher Parks und Plätze – Angebotserweiterung für alle Generationen im tradierten Stadtgrundriss
- Baulich-räumliche Lösung von hoher gestalterischer Qualität und hoher Beteiligungskultur
- Fachübergreifende Platz- und Freiraumgestaltung mit einem offenen, gemischten Angebot für die verschiedenen Generationen, Einbeziehung Kirche
- Umsetzung eines Lichtkonzeptes und Betrieb über Public Private Partnership (PPP): Installation durch die Stadt, Übernahme der Betriebskosten durch die Kirche; Einbau technischer Versorgungsstationen (Verfügbarkeit für öffentliche Initiativen ist angedacht)
4. Ziele
Die Umgestaltung des Umfeldes der Christuskirche zu einem neuen Zentrum für alle Generationen soll einen Beitrag zur Aufwertung des Stadtteils Essen-Altendorf leisten. Die Gestaltung der Freiräume mit unterschiedlichen Inhalten und Ausprägungen ermöglicht ein breit gefächertes Angebot an Aktivitäten und sozialem Miteinander. Mit diesem Zentrum können sich alle Bewohner identifizieren.
5. Maßnahmen/Verfahren
In zahlreichen Diskussionen, Bürgerbeteiligungen und Veranstaltungen wurden Mängel erkannt, Ideen gesammelt und Ziele formuliert. Die daraus entstandenen "Bausteine" wurden zu einem Gesamtkonzept für das Umfeld Christuskirche zusammengeführt. In gemeinschaftlicher Arbeit zwischen Ämtern der Stadt Essen, einem Landschaftsarchitekten, einem Lichtkünstler und der Kirche wurde das Konzept planerisch umgesetzt.
6. Finanzierung/Förderung/Kosten
Mittel aus der Städtebauförderung
7. Projektstand
Anfang des Jahres 2006 konnte mit der Ausführung der Arbeiten begonnen werden. Zwei Straßenbereiche sind und der Kirchenvorplatz sind bereits fertig gestellt, der Stadtplatz wird 2006 fertig gebaut. Voraussichtlich im Frühjahr 2007 kann die gesamte Baumaßnahme abgeschlossen werden.
8. Akteure/Beteiligte
- Stadt Essen mit dem Amt für Stadtentwicklung/Stadtteilbüro (Initiator und Moderation)
- Tiefbauamt (Ausführung Straßenbereiche, Plätze und Beleuchtung)
- Grün+Gruga Essen (Ausführung der Aufenthalts- und Spielbereiche, Grünflächen)
- Amt für Immobilienwirtschaft (technische Ausstattung)
- Stadtwerke Essen (Erneuerung der Grundleitungen)
- Werbering Altendorf (Mitinitiatoren)
- Landschaftsarchitekt (Planungen, zum Teil Bauleitung und Koordination)
- Architekt und Lichtkünstler
- Kirche und Bürger/-innen.
Ansprechpartner:
Stadtteilbüro Essen Altendorf
Frau Hirschfeld
Tel.: 0201 - 8888776.
Helmut Fox
Freier Landschaftsarchitekt BDLA
Tel.: 0208 - 370707.
9. Gender-Relevanz
Keine besondere Gender-Relevanz vom Projektträger benannt.
10. Wechselbeziehungen Wohnen : Freiflächen : Gemeinschaftseinrichtungen
Durch die durchgängige Gestaltung über die Straßenräume hinweg ist ein parkartiger Charakter von Hauswand bis Hauswand entstanden. Straßenräume trennen nicht mehr, sondern schaffen eine Verbindung der Wohngebäude der Blockränder mit den dazwischen liegenden Freiräumen.
11. Besonderheiten/Anmerkungen
Es entsteht ein Freiraum der sämtlichen Nutzer-/ und Altersgruppen eine große Bandbreite an Aktivitäten ermöglicht.
12. Weiterführende Informationen
Stadtteilprojekt Altendorf - Soziale Stadt in Essen

