Modellvorhaben "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"
Fallstudie "Freiraum und Mobilität für ältere Menschen in starken Nachbarschaften"
Hamburg – Barmbek-Nord, (Hamburg)
| Stadt | 1.744.000 EW |
| Stadtquartier | 6.200 EW |
| Quartierstyp | Blockrand, Reihe, Zeile |
| Kreistyp | Kernstadt |
| Lage | Innenstadtrand |
| präg. Baualter | 20er/50er Jahre |
| Sozialdaten | >65-Jährige: 13,9% <18-Jährige: 9,6% Zuwanderer: 17,9% Arbeitslose: 12,3% |
| Träger/Eigentümer | Träger: Bezirk Partner: GWG und SAGA, BSU, BBS |
| Förderung | Planung/Bau Im eigenen Bestand, Infestitionsbuget,, Kofinanzierung |
1. Kontext
Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat ein Programm "Freiraum und Mobilität für ältere Menschen in Hamburg" erarbeitet. Ziel ist, die "grüne" Freiraumstruktur in der Stadt, die sich durch ein weit verzweigtes Netz wohnungsnaher Parkanlagen, Kleingärten, Spielund Sportplätze, Grünzüge und grüner Wegeverbindungen auszeichnet, für ältere Menschen leichter erreichbar, besser zugänglich und nutzbar zu machen und die kommunikativen und gesundheitsfördernden Werte dieser Grünflächen zu steigern. Straßen, Plätze, Gärten und Innenhöfe, werden als Teil einer kulturellen Identität und einer gewachsenen Urbanität verstanden. In Vorbereitung zu diesem Konzept fanden Werkstattgespräche und Arbeitsgruppen statt, in denen die Ziele sowie der aktuelle Wissens- und Planungsstand mit Multiplikatoren von Hochschulen, Wohnungsunternehmen, Fachbehörden, Bezirksämtern, Verbänden und Vereinen diskutiert wurden.
2. Konzept (Generationen, Quartier)
Auf der Basis vorhandener Daten, wie Altersverteilung in den Stadtteilen, Lage der Grünflächen, Bestand von Alteneinrichtungen und Altenwohnungen, Stadtentwicklungs- und Sanierungsgebieten etc., wurden Handlungskonzeptionen für Freiraumanforderungen der Zielgruppe der älteren Menschen erarbeitet. Für ausgewählte Stadtteile wurde das lokale Netz des öffentlichen Grüns im Hinblick auf Mobilitätskonflikte und Aufenthaltsqualitäten überprüft und durch Vernetzung mit sozialen und kulturellen Orten optimiert. Zur Umsetzung von Maßnahmen wurden geeignete Stadtteile bestimmt. Es wurden Kriterien für die Auswahl der Quartiere entwickelt, Ziele zur Planung und Maßnahmen zur Umsetzung formuliert sowie geeignete Instrumente der Bewohnerbeteiligung beschrieben.
Eines der ausgewählten Pilotgebiete ist das Quartier Barmbek-Nord / Rümkerstraße. Mobilisierende Beteiligungsverfahren sollen insbesondere die Integration von Seniorinnen/ Senioren und die gemeinschaftlichen, nachbarlichen Aktivitäten im Quartier fördern. Unterschiede in den Nutzungsgewohnheiten und -ansprüchen verschiedener Bewohnergruppen (Alte, Jugendliche, Migranten, Alleinerziehende mit kleinen Kindern, Alleinlebende, Hundebesitzer, Kleingartennutzer etc.) sollen transparent gemacht und tragfähige Kompromisse erarbeitet werden.
3. Innovationen
Regelwerke und Strategien für die Entwicklung urbaner Stadtquartiere
- flächendeckende Bestandsaufnahme und Bewertung wohnortnaher öffentlicher Grünflächen Hamburgs, in deren Umgebung überdurchschnittlich viele ältere Menschen leben (15 Prioritätsgebiete)
- Erarbeitung eines generalisierten Handlungsrahmens für verschiedene Planungsprozesse
- Modellgebiet: detaillierte Untersuchung und Überplanung inklusive Beteiligungsverfahren
- Entwicklung von inhaltlichen Planungsmodulen zur sukzessiven Finanzierung und Umsetzung von Maßnahmen.
4. Ziele
Grundsätzliche Berücksichtigung von Anforderungen älterer Menschen im Planungsgeschehen der Stadt (Planung, Beteiligung, Umsetzung). Im Projektgebiet sollen Maßnahmen als integrierte Strategie generationsübergreifende Effekte für den Stadtteil auslösen (siehe Punkt 10). Hauptinteresse der Forschung ist die Frage der Umsetzung des übergeordneten Handlungskonzeptes auf die Quartiersebene.
5. Maßnahmen/Verfahren
- Vorrangige Umsetzung von Maßnahmen in den Modell- und Prioritätsgebieten
- Anwendung des Handlungsrahmens bei allen Planungen im öffentlichen Raum
6. Finanzierung/Förderung/Kosten
Der Hamburgische Senat stellt im Rahmen Sonderinvestitionsprogramms (SIP) 2010 für die Umsetzung von "Freiraum und Mobilität für ältere Menschen in Hamburg" ab 2006 Investitionshilfen in Höhe von bis zu 150.000 € pro Jahr (ganz Hamburg) bereit.
7. Projektstand
Die übergeordnete Konzeption ist abgeschlossen. Maßnahmen in den Modell- und Prioritätsgebieten sollen sukzessive umgesetzt werden. Der Handlungsrahmen soll grundsätzlich bei allen Planungen im öffentliche Raum angewendet werden. Im Quartier Barmbek-Nord / Rümkerstraße ist die Grundlagenermittlung abgeschlossen; Handlungs-, Maßnahmen und Kostenkonzept liegen im Entwurf vor; Die Abstimmung zur Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren ist noch nicht abgeschlossen; Anmeldung als Fördergebiet des Hamburgischen Stadtteilentwicklungsprogramms ist seitens der kommunalpolitischen Gremien beschlossen und wird vorbereitet; Zeithorizont: Ende 2006 Aufnahme ins Fördeprogramm und Projektstart; Umsetzung der Beteiligungsverfahren und der Maßnahmen: 2007 bis 2010.
8. Akteure/Beteiligte
Leitfaden der Stadt: Fachbehörden, Bezirke, Planer, Investoren, Bewohner vor Ort
Ansprechpartner:
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg
Ulla Lohmann
Tel.: 040/42845-3134 (Monntags bis Donnerstags)
Pilotgebiet Barmbek-Nord: Städtische Wohnungsunternehmen, Genossenschaften, vernetzte soziale Einrichtungen im Stadtteil, Seniorenbeirat und Arbeitskreis der örtlichen Träger der Seniorenarbeit, Behörde für Bildung und Sport, Schulen und Sportvereine, Polizei (Kriminalprävention unter anderem), Wohnbevölkerung.
Ansprechpartner:
Dieter Söngen
Bezirksamt Hamburg-Nord
Stadtteilkoordinator
Poppenhusenstraße 12
22305 Hamburg
Tel.:040-42804-5038
Fax: 040-42804-5022
9. Gender-Relevanz
keine Angabe
10. Wechselbeziehungen Wohnen : Freiflächen : Gemeinschaftseinrichtungen
Ein erklärtes Ziel des Konzeptes ist die verbesserte Vernetzung von Wohnen und Zielpunkten des Alltags (Gesundheit, Einkauf, Kultur, ÖPNV etc.) über gut zugängliche und nutzbare Verbindungen durch öffentliche Grünflächen. Bezogen auf das Projektgebiet Barmbek-Nord, Quartier Rümkerstraße/Langenfort plant der Bezirk Hamburg-Nord gemeinsam mit Wohnungsunternehmen, örtlichen Trägern der Seniorenarbeit und anderen sozialen und soziokulturellen Einrichtungen im Stadtteil, den senioren bezogenen Handlungsansatz in einen erweiterten, integrierten Entwicklungsansatz einzubetten. Ziele und Leitfragen sind:
- Abgleich von Neugestaltungsvorschlägen mit den Nutzungsansprüchen anderer im Stadtteil lebender Gruppen, für die Grün- und Freiflächen besonders wichtig sind.
- Verzahnung der in Barmbek-Nord an der Bezirksgrenze gelegenen Maßnahmen mit der parallel anlaufenden Quartiersentwicklung im Bezirk Wandsbek.
- Hinweise für die Ausrichtung der offenen Seniorenarbeit im Quartier und konzeptionelle Anpassungen bei den Trägern. Einbindung von Migranten. Ermittlung des Potenzials für zusätzliche ehrenamtliche Arbeit, sowie Einbindung von Sportvereinen (zum Beispiel: offene Bewegungsangebote für ältere Menschen, Familien und Kinder).
- Überprüfung von Raumangebot und Erreichbarkeit von Einrichtungen der Seniorenarbeit.
- Überprüfung des sozialen Betreuungsangebots im Quartier / Synergien, Effizienzgewinne durch Zusammenlegung von Einrichtungen für verschiedene Zielgruppen
- Qualifizierung von Freiraumpotenzialen zu Orten der Begegnung zwischen Jung und Alt
- Beiträge der Wohnungswirtschaft zur Gestaltung senioren- und auch familienfreundlicher Angebote.
11. Besonderheiten/Anmerkungen
weiterer Modellstandort: Luisenhofstieg im Stadtteil Hamburg Billstedt
12. Weiterführende Informationen
keine.

