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Modellvorhaben "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"

Fallstudie "Freiraumentwicklungsprogramm Saarbrücken"
Saarbrücken – Gesamtstadt (Saarland)

Eckdaten
Stadt181.860 EW
Stadtquartierkeine Angaben
QuartierstypReihe, Zeile, Einzelhausbebauung
KreistypKernstadt
LageGesamtstadt
präg. Baualter
Sozialdaten>60-Jährige: 21,2%
<18-Jährige: 15,3%
Zuwanderer: 15,1%
Sozialhilfeempfänger: 8,4%
Träger/EigentümerStadt Saarbrücken
FörderungStadt Saarbrücken

1. Kontext

Die seit den 1970er Jahren dominierende Funktionalisierung von Freiräumen hat langfristig bis heute zu hohen Investiv-, Unterhaltungs- und Pflegekosten geführt. Sinkende Einwohnerzahlen
aufgrund von Geburtenrückgang und Abwanderung sowie der daraus resultierende demographische Wandel machen eine Neubewertung der städtischen Freiflächensituation erforderlich. Die Gesellschaften der Städte unterliegen zunehmend Individualisierungs-, Polarisierungs- und Segregationstendenzen. So kann zum Beispiel die Verschiebung der Altersstrukturen stadträumlich auf Schwerpunkte konzentriert beobachtet werden. Eine Zukunftsaufgabe besteht darin, die unterschiedlichen Bedürfnisse an den öffentlichen Raum und an Freiräume in den Rahmen alltagstauglicher sowie offener Gestaltungsansätze und Funktionszuweisungen zu integrieren. Ziel ist es, Orte und Räume zur individuellen Aneignung zu schaffen.

2. Konzept (Generationen, Quartier)

Das Freiraumentwicklungsprogramm konzentriert sich bezüglich der Handlungsfelder und Maßnahmen im Wesentlichen auf die öffentlichen Freiräume. Für private Freiräume werden lediglich Entwicklungsziele definiert, deren Umsetzung aber von den Eigentümern selbst abhängig ist. Ausgehend von den Freiraumtypologien der kommunalen Landschaftsplanung wurden für Freiräume in bebauten Bereichen zusätzlich Siedlungsstrukturtypen entwickelt und abgegrenzt. Aufbauend auf der Bestandsaufnahme wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse sowohl auf gesamtstädtischer als auch Stadtteilebene durchgeführt. Das Freiraumentwicklungsprogramm umfasst drei Bausteine (siehe Maßnahmen/Verfahren) um den unterschiedlichen Maßstabsebenen der Planung zu entsprechen.

3. Innovationen

Regelwerke und Strategien für die Entwicklung urbaner Quartiere - Gesamtstädtische und teilräumliche Konzepte zur Steigerung der Qualität des öffentlich nutzbaren Raumes.

Zunehmende Flächen und abnehmende Etats machen ein effektives Grünflächenmanagement erforderlich. Freiraumpotenziale sind in Zusammenhang mit einer integrierten Stadtentwicklung auszuschöpfen, die derzeitige Isolation der Freiraumplanung zu überwinden und der Dialog mit der Stadtplanung aktiv zu führen. Die Freiraumplanung als integratives Planungsinstrument für eine nachhaltige und zeitgemäße Stadtplanung.

4. Ziele

  • Stadtbild und Stadtentwicklung sollen durch Qualifizierung und Profilierung der Freiräume positiv beeinflusst werden. Auf eine stärkere Verknüpfung zwischen baustruktureller Entwicklung und Freiraumentwicklung wird hingewirkt.
  • Strukturwandel und Transformationsprozesse werden aufgegriffen und Impulse zu einer Anpassung der Freiraumpolitik an veränderte sozioökonomische Rahmenbedingungen gesetzt.
  • Es werden Prioritäten und Gestaltungsschwerpunkte formuliert. Die öffentlichen Ressourcen sollen damit auf wesentliche, für die Freiraumpolitik der Gesamtstadt wichtige Handlungsfelder konzentriert und damit die Pflege- und Unterhaltungskosten in der Fläche reduziert werden.

5. Maßnahmen/Verfahren

  • Baustein 1 - Freiraumstrukturkonzept: Strategie für strukturbildende Freiräume aus gesamtstädtischer Perspektive bezüglich Gestaltung, Entwicklung, Nutzung und Pflege
  • Baustein 2 - Gestaltungsprinzipien und Verfahren: von Vorbildern lernen, Standards werden formuliert, Aufzeigen von verschiedenen Prozessen und Verfahren, Anpassungs- und
    Beteiligungsstrategien im Bezug auf Kostenextensivierung
  • Baustein 3 - Das stadtteilbezogene Aktionsprogramm: Entwicklung spezifischer Maßnahmenpakete für einzelne Stadtteile . Aufbauend auf die genannten Bausteine reagieren sie auf die ortspezifischen, aktuellen Prozesse und Gegebenheit in den Stadtteilen im gesamtstädtischen Kontext.

6. Finanzierung/Förderung/Kosten

Die Programmentwicklung wurde durch die Stadt Saarbrücken finanziert. Die weitergehende Finanzierung soll entsprechend der jeweiligen Projekte mit Zuschüssen aus Fördermitteln der Stadt, des Bundes und Landes. Es wurde ein Rahmenantrag zur Kofinanzierung von Maßnahmen beim Land für den Zeitraum von 2007 bis 2015 gestellt.

7. Projektstand

Vorläufiger Endbericht Dezember 2006

Weiteres Vorgehen: Anstoß einer stadtweiten Diskussion über die Zukunft der Freiräume. Derzeit wird das Freiraumstrukturkonzept auf unterschiedlichen kommunalen Ebenen und in verschiedenen Gremienberatungen vorgestellt und diskutiert. In einem weiteren Überarbeitungsschritt ist vorgesehen, Anregungen, Erkenntnisse und Kritik aufzunehmen.

Das Konzept soll Anfang 2007 vom Stadtrat verabschiedet werden und als Beitrag zur Freiraumentwicklung in die Stadtteilentwicklungskonzeption der Stadt Saarbrücken übernommen werden.

Ziel ist die schrittweise Umsetzung des Programms mit intensiver Bürgerbeteiligung

8. Akteure/Beteiligte

Landeshauptstadt Saarbrücken

Ansprechpartner:
Amt für Grünanlagen, Forsten und Landwirtschaft
Carmen Dams
Nassauer Straße 4
66111 Saarbrücken
Tel.: 0681 - 905 1384
Email: carmen.dams@saarbruecken.de

Planungsgruppe agl
Andrea Hartz
Großherzog-Friedrich-Straße 47
66111 Saarbrücken
Tel.: 0681 - 96025-0
Email: andreahartz@agl-online.de

9. Gender-Relevanz

Ggf. im Verfahren zu ergänzen

10. Wechselbeziehungen Wohnen : Freiflächen : Gemeinschaftseinrichtungen

Das Freiraumstrukturkonzept stellt gesamtstädtische Bezüge heraus und macht Aussagen zu den Freiraumkategorien Stadtplatz, Stadtteilplatz, grüne Inseln (unter anderem Spiel- und Sportplätze), grüne Visitenkarten der Stadtteile. In den stadtteilbezogenen Aktionsprogrammen werden Handlungsschwerpunkte, Maßnahmen und Flächenpools konkreten Lagen zugeordnet.

11. Besonderheiten/Anmerkungen

12. Weiterführende Informationen

keine.



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