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Modellvorhaben "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"

Fallstudie "Umgestaltung des Hombücheler Platzes (Schusterplatz)"
Wuppertal – Elberfelder Nordstadt (Nordrhein-Westfalen)

Eckdaten
Stadt360.022 EW
Stadtquartier17.377 EW
QuartierstypBlockrand
KreistypKernstadt
LageInnenstadt
präg. Baualter1900er Jahre
Sozialdaten>65-Jährige: 19%
<18-Jährige: 18%
Zuwanderer: 28%
Arbeitslose: 12%
Träger/EigentümerStadt Wuppertal, Private und öffentliche Akteure
FörderungStadtumbau West, Stadt Wuppertal, Eigenarbeit, Sponsoring

1. Kontext

Der Hombücheler Platz ist ein klassischer gründerzeitlicher Quartiersplatz auf dem Ölberg, der in den 1970er Jahren als Kinderspielplatz gestaltet wurde und heute nicht mehr den veränderten Nutzungsanforderungen der Nachbarschaften entspricht. Aufgrund der Nutzungshistorie ist die Anlage gemeinhin als "Schusterplatz" bekannt. Seit 2001 arbeitet ein Büro für Organisations- und Unternehmensberatung im Rahmen eines Corporate Citizenship-Projekts ehrenamtlich an der Stadtteilentwicklung in der Elberfelder Nordstadt mit und hat dabei maßgeblich den Umbauprozess für den Platz initiiert und begleitet. Für die geplante Umgestaltung des Platzes wurde daher das oben genannte Büro und ein Büro für Landschaftsarchitektur von der Stadt Wuppertal beauftragt, ein Beteiligungsverfahren zu organisieren und durchzuführen.

2. Konzept (Generationen, Quartier)

Platz für alle! Mitmischen + Mitgestalten - unter diesem Slogan wird der Schusterplatz im laufenden Stadtteilentwicklungsprozess mit intensiver Bewohnerbeteiligung umgestaltet. Persönliche
platzbezogene Geschichten und Ideen für die zukünftige Nutzung und Gestaltung werden im laufenden Beteiligungsverfahren gesammelt. Beteiligungsmedien sind Workshops, Veranstaltungen, Mitmachaktionen unter anderem im Platzbüro (ehemaliger Gemüseladen) sowie eine Internetplattform, die zum "Mitmachen" animiert und die Ergebnisse dokumentiert.

In dem laufenden Prozess wird nach Lösungsansätzen für Nutzerkonflikte am Platz gesucht, wie zum Beispiel das Fußballspielen und die verstärkte Nutzung des Platzes durch Senioren. Auch die Barrierefreiheit ist gegenwärtig nicht gegeben. Ziel ist es einen Platz für alle Generationen schaffen zu können. Hierzu wird auch nach neuen Partnerschaften und zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht.

3. Innovationen

Modernisierung öffentlicher Parks und Plätze - Den öffentlichen Raum fit machen für alle Generationen

  • Von Bewohner/innen initiierter und organisierter Umbauprozess, Public-Private-Partnership
  • Innovatives Beteiligungsverfahren, Erweiterung der klassischen Beteiligungsformen (Musik, Theater und Kunst)
  • Aktivierung von Eigenengagement und Verantwortung für den Platz (kostenlose Arbeitsbeteiligung durch Handwerker, Angebot für Patenschaft für eine Toilette, Spielplatz-Eltern-Gruppe würde verbindlich Reinigungsdienste übernehmen, Gründung eines Vereins in Diskussion)

4. Ziele

  • Aufwertung des Images des Stadtviertels, Förderung des interkulturellen Zusammenlebens, Stärkung des Selbstbewusstseins und der Eigenverantwortlichkeit der Bewohner
  • Beteiligung möglichst vieler Nutzergruppen durch gezielte Ansprache der Nutzungsgruppen und Akteure vor Ort
  • Neue Lösungen entwickeln, die die Bedürfnisse aller Altersgruppen berücksichtigen, durch die Förderung und Aktivierung der Kommunikation untereinander
  • Einrichtung einer Prozess begleitenden Moderation, um eine Generationen übergreifende Aneignung des Platzes und die Übernahme von Verantwortlichkeiten durch Anwohner zu
    initiieren. Ziele sind unter anderem die Initiierung von Aneignung und Mitgestaltung, die Koordinierung der Umgestaltung, Pflege und Unterhaltung ("Nahtstelle zur Verwaltung") sowie die Entwicklung von nachhaltigen, sich selbst tragenden Strukturen / Trägermodellen.

5. Maßnahmen/Verfahren

Um möglichst alle Alters- und Nutzergruppen anzusprechen wurden folgende Beteiligungsformen eingesetzt: Quartiersfeste, Kunst- und Bastelaktionen mit Kindern und Jugendliche, Planungs-Café im Seniorenstift, "World-Café" auf dem Platz mit allen Beteiligten.

Als fester Anlaufpunkt wurde ein ehemaliger Gemüseladen am Platz als "Beteiligungs- und Informationszentrale" mit täglichen Öffnungszeiten eingerichtet.

6. Finanzierung/Förderung/Kosten

Eigenmittel und Förderung über das Programm Stadtumbau West, Möglichkeiten des Public Private Partnership und des Sponsorings werden weiter ausgelotet.

7. Projektstand

Das Beteiligungsverfahren ist abgeschlossen.
Die Entwurfsplanung soll in 2006 abgeschlossen werden. Bauliche Umsetzung in 2007.

8. Akteure/Beteiligte

  • Stadt Wuppertal, Ressorts: Stadtentwicklung und Stadtplanung, Grünflächen und Forsten, Geschäftsbereich Soziales, Jugend und Integration (Auftraggeber)
  • ORG.BERATUNG Schulten & Weyland (Betreuung Beteiligungsverfahren)
  • Planergruppe Oberhausen GmbH (Landschaftsarchitekten - Planung)
  • Bezirksvertretung Wuppertal-Elberfeld (Politische Entscheidung)
  • Arbeitskreis Nordstadt-Stadtteilkonferenz (Vertreter aller Gemeinschaftseinrichtungen im Quartier)
  • Migranten-Vereine
  • Unternehmer/innen für die Nordstadt e.V.
  • AWO (Beschäftigungsmaßnahmen für die Bausphase und spätere Platzbetreuung)
  • Verschiedene informelle Netzwerke (zum Beispiel Elterngruppen, Beteiligte)
  • Bewohner/innen

Ansprechpartner:

ORG.BERATUNG Schulten & Weyland
Gaby Schulten
Tel.: (0202) 4957018
E-Mail: schulten@orgberatung.de

Stadt Wuppertal
Geschäftsbereich Soziales, Jugend und Integration
Ressort 208 Kinder, Jugend und Familie
Peter Krieg
Tel.: (0202) 563-26 17
E-Mail: hans-peter.krieg@stadt.wuppertal.de

9. Gender-Relevanz

Die Stadt Wuppertal verfolgt ein Gender Mainstreaming-Konzept, so dass auch bei der Umgestaltung des Schusterplatzes die Geschlechterperspektiven zu berücksichtigen sind. Bereits das Beteiligungsverfahren wurde darauf ausgerichtet, fachkundig begleitet und mit einem Monitoring versehen. Am Ende wird ein Gender-Report zur Verfügung stehen.

10. Wechselbeziehungen Wohnen : Freiflächen : Gemeinschaftseinrichtungen

Im Umfeld des Platzes befinden sich zwei Schulen, das Seniorenzentrum Lutherstift und dichte Wohnbebauung. Mit der Umgestaltung des Schusterplatzes sollen Nutzungskonflikte entschärft werden, da der Platz intensiv von beiden Schulen während der Pausen bzw. im Zuge der Ganztagsgrundschule genutzt werden (Verdrängung vor allem der Senioren). Darüber hinaus sollen Lösungsansätze dafür gefunden werden, dass der Platz durch die derzeitige Uneinsehbarkeit ein Angstfaktor für die Älteren darstellt, die Kinder hingegen die Gebüsche als Spielorte und Verstecke nutzen.

11. Besonderheiten / Anmerkungen

  • Ansätze für neue Partner- und Trägerschaften (Corporate Citizens, Puplic-Private-Partnership)
  • Technische Innovationen: Einsatz neuer Medien im Rahmen der Beteiligung und Kommunikation (Internetplattform)

12. Weiterführende Informationen

Schusterplatz in Wuppertal
Unternehmen-Nordstadt in Wuppertal
Stadt Wuppertal zum Leben in der Nordstadt



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