Modellvorhaben "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"
Fallstudie "Calor Carré"
Lebenswelten Ratingen – Innenstadt (Nordrhein-Westfalen)
| Stadt | 92.845 EW |
| Stadtquartier | k.A. |
| Quartierstyp | Mischquartier |
| Kreistyp | hochverdichteter Kreis |
| Lage | Innenstadt |
| präg. Baualter | Neubau |
| Sozialdaten | >65-Jährige: k.A. <18-Jährige: k.A. Zuwanderer: k.A. Arbeitslose: k.A. |
| Träger/Eigentümer | GmbH & Co. KG |
| Förderung | keine |
1. Kontext
Das Calor Carré liegt nur wenige hundert Meter von der historischen Altstadt und Fußgängerzone von Ratingen entfernt. Im Jahr 1999 übergab die ABB Calor Emag Mittelspannung GmbH ihr ehemaliges Firmengelände in der Ratinger Innenstadt an die neuen Eigentümer. Das circa 12 ha große Areal wurde an fünf Investoren veräußert, unter anderem an die Ratinger INTERBODEN GmbH & Co. KG. Die INTERBODEN hat in Kooperation mit den anderen Investoren auf dem Gelände ein Wohnprojekt mit einem Konzept für Alt und Jung (Wohnen PLUS) realisiert. Ziel ist nicht eine Mischung mehrerer Generationen in einem Haus, sondern das "nebeneinander Wohnen" von alt und jung in einem "normalen" Quartier.
2. Konzept (Generationen, Quartier)
Insgesamt wurden auf dem Areal 400 Wohneinheiten realisiert: 170 Eigentumswohnungen und 100 Mietwohnungen im Geschoss, 130 Reihenhäuser beziehungsweise Doppelhaushälften und Gewerbeeinrichtungen. Das Quartier ist im Hinblick auf das Zusammenleben von Jung und Alt nach dem Prinzip "Nähe auf Distanz" konzipiert.
Familien mit Kindern wohnen in den Einfamilienhäusern. In den Geschosswohnungen leben Haushalte ab circa Mitte 40 und ältere Bewohner. Etwa ein Drittel sind älter als 65 Jahre. Es gibt bodenebene Übergänge von der Garage bis zum Balkon und vom Wohnungseingang bis zur Dusche (Schwellenfreiheit, automatische Türen).
Durch einen Dienstleistungsanbieter mit täglicher Präsenz (28 Stunden/Woche) in der Wohnanlage werden Dienstleistungen vorgehalten, je nach Bedarf abgerufen und gesondert gezahlt: Reinigungs- und Wäscheservice, Kinder-Care-Service, Ferien-, Büro-, Versorgungs-, Reparatur-, Betreuungs-, Sicherheitsoder auch ein Freizeit-Service.
Die INTERBODEN hat ein eigenes Tochterunternehmen gegründet, das die Dienstleistungen übernimmt.
Die Verpflichtung, den Service zu übernehmen (Grundpauschale von 15 Cent/m²) gilt nur für die Geschosswohnungen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die Familien von außerhalb des Kernprojektes Dienstleistungen beanspruchen (zum Beispiel Kinder-Care-Service). Davon wird zunehmend mehr Gebrauch gemacht (20-30% höhere Kosten, weil keine verpflichtende Grundpauschale besteht). In Düsseldorf ist derzeit ein neues Projekt in Planung, bei dem die informelle Kinderbetreuung noch stärker integriert werden soll.
Zudem werden in der Wohnanlage ein Kommunikationsraum mit Küche (für private Feiern, Konferenzen, Seminare, etc.), zwei Gästeappartements, Sauna und Fitnessraum zur Nutzung angeboten. Den einzelnen Häusern sind zudem kleinere Hobby- und Werkräume zugeordnet. Daraus ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte für die Bewohner.
3. Innovationen
Das Quartier versteht sich als ein Modellvorhaben, bei dem ein neues Angebotssegment geprüft wird. Das betrifft vor allem die Dienstleistungen für Jung und Alt und die Finanzierung.
4. Ziele
Entwicklung eines Wohnkonzeptes, welches den modernen Lebensvorstellungen der Gesellschaft entspricht und die Bewohner in ihrem Alltag unterstützt.
5. Maßnahmen/Verfahren
Die fünf Investoren haben sich dahin gehend abgestimmt, jeweils verschiedene Angebotssegment zur realisieren. Für das Projekt wurde ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erarbeitet. Die Organisation des Abstimmungsprozesses untereinander wurde durch einen der Bauträger übernommen. Insgesamt waren die gestalterischen Vorgaben seitens der Stadt sehr gering.
6. Finanzierung/Förderung/Kosten
- frei finanziertes Projekt
- Kaufpreise 2450 Euro/m²_Quadratmeter
- Für die Rezeption und die Bereitstellung von Gemeinschaftsräumen sowie zahlreichen PLUS-Leistungen zahlen die Bewohner eine Grundgebühr, die in den Wohnnebenkosten enthalten ist. Jede Einzelleistung wird gesondert verrechnet.
7. Projektstand
Fertigstellung 2004
8. Akteure/Beteiligte
INTERBODEN Innovative Lebenswelten GmbH & Co. KG
Ansprechpartner:
Dr. Reiner Götzen
Europaring 60
40878 Ratingen
Telefon: 02102 / 91 94 0
9. Gender-Relevanz
Bei dem Projekt gibt es keine besonders hervorzuhebenden Genderaspekte.
10. Wechselbeziehungen Wohnen : Freiflächen : Gemeinschaftseinrichtungen
Das Wohnprojekt bietet großzügige Außenanlagen mit Wasserflächen. Entlang der Fußwege laden Bänke zum Ausruhen, etc. ein. Die privaten Rasen- und Pflanzflächen gehen nahtlos über in naturnah gestaltete Ufer- und Flachwasserbereiche.
11. Besonderheiten /Anmerkungen
keine

