Städtebauliche Erneuerung von Städten, Kleinstädten und Dörfern
Ergebnisse
Nach der deutschen Wiedervereinigung war die anwendungsbezogene Städtebauforschung gefordert, Grundlagen für eine geordnete städtebauliche Entwicklung zu schaffen. Diese sollte langfristig zu einer dauerhaften Verbesserung der Lebensbedingungen in den neuen Bundesländern beitragen. In dem Forschungsfeld wurden Mittel der Städtebauförderung und des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus wurden kombiniert, um möglichst schnell konkrete Maßnahmen im investiven Bereich und die Erfolgskontrolle durch die Begleitforschung zu ermöglichen.
Die "Modellvorhaben der Stadterneuerung" dienten als Pilotstädte und Lernwerkstätten der Stadterneuerung in den neuen Ländern. In über 40 Wissenstransferveranstaltungen wurden etwa 2.200 Teilnehmer aus Städten, Kleinstädten und Dörfern über Erfahrungen und Herangehensweisen der Modellstädte bei der Sanierung und die im Verwaltungsalltag verwendeten Hilfsmittel informiert.
Die "Revitalisierung historischer Stadtkerne in den neuen Bundesländern" basierte auf dem erstmals 1991 aufgelegten Bund-Länder-Programm zur "Förderung von Maßnahmen des städtebaulichen Denkmalschutzes zur Sicherung und Erhaltung historischer Stadtkerne", das nur für die neuen Länder galt. Im Vordergrund stand, das reiche städtebaulich-baukulturelle Erbe zu wahren und behutsam zu erneuern. Nicht das Gebäude als Einzeldenkmal stand im Vordergrund, sondern die Erhaltung der Altstädte und historischen Stadtkerne als Ensembles. Dazu konnten auch im einzelnen nicht als Denkmal bewertete Gebäude, öffentliche Räume und Anlagen gehören.
Hoher Handlungsbedarf ergab sich aus den enormen Strukturproblemen in den neuen Bundesländern. Die "Einbindung städtebaulicher Aktivitäten in überörtliche Handlungskonzepte" wurde aufgrund des kleinteiligen Siedlungsgefüges und der nur in begrenztem Maße verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen notwendig. Gefordert waren:
- struktur- und wirtschaftspolitische Handlungskonzepte, die vorrangig auf die Sicherung und Schaffung zukunftsträchtiger Arbeitsplätze, die Verbesserung der Aus- und Fortbildung und den Technologietransfer und auch auf die Sicherung einer angemessenen Wohnungsversorgung ausgerichtet waren,
- gemeindeübergreifende Konzepte im Fremdenverkehrssektor,
- Konzepte mit ökologischer Ausrichtung,
- Konzepte, bei denen kulturelle Gesichtspunkte im Mittelpunkt standen.
In die Themenstellung der überörtlichen Handlungskonzepte waren zusätzlich zwei Modellvorhaben aus den alten Ländern einbezogen.
Die Konzeption zum "Nachbarschaftsladen 2000 - Dienstleistungszentrum für den ländlichen Raum" geschah vor dem Hintergrund, dass kleine Gemeinden, vor allem im ländlichen Raum zunehmend Einrichtungen der Grundversorgung (Post, Bank, Lebensmittelläden usw.) verloren. Diese Entwicklung verlief in den neuen Bundesländern mit zunehmender Geschwindigkeit. Bei diesem Baustein ging es um die Schaffung eines Mindeststandards an Versorgungsqualität für kleinere Gemeinden unterhalb der Ebene von Unterzentren. Die Untersuchung ergab: Ein Nachbarschaftsladen, der Lebensmittel anbietet, eine Post- und Versandhandelsagentur, eine Lotto-Toto-Annahmestelle führt und weitere kleine Dienstleistungen vermittelt, kann ohne öffentliche Förderung ab einem Einzugsgebiet von ca. 700 Einwohnern durch Privatpersonen oder eine Bürgerinitiative rentabel geführt werden. Solche Einrichtungen können auch mobil betrieben werden.

