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Migration/Integration und Stadtteilpolitik – Städtebauliche Strategien und Handlungsansätze zur Förderung der Integration

Konzept

Forschungskonzeption und Arbeitsphasen

Das Untersuchungskonzept gliederte sich nach dem Ablauf in drei unterschiedliche Phasen.

Die Vorbereitungsphase umfasste

a) eine Bestandsaufnahme zur sozialräumlichen Integration von Zuwanderern und

b) die daraus resultierenden Konsequenzen für die kommunale Integrations-/Städtebaupolitik im Sinne von Strategien und Handlungsansätzen zur Förderung der Integration.

Empirisch basiert der Arbeitsschritt a) auf einer Auswertung der Daten der Innerstädtischen Raumbeobachtung (IRB), die in Kooperation des BBR mit verschiedenen Städten erhoben werden. Mit den sozialräumlichen Fragestellungen der Studie und dem gleichzeitigen Anspruch bundesweite Ergebnisse zu liefern, stießen die amtlichen Datengrundlagen bisher an ihre Grenzen. Daher wurden ergänzend weitere sekundärstatistische Datenquellen auf Quartiersebene ausgewertet: Soziökonomisches Panel (SOEP), kommerzielle Marktdaten sowie Daten der PISA-Studie. Für die Untersuchung der kommunalen Strategien und Handlungsansätze wurde eine flächendeckende schriftliche Befragung bei allen 164 deutschen Städten ab 60.000 Einwohnern durchgeführt. Es folgte eine ergänzende Befragung in 87 Landkreisen und 108 kleinen Städten und Gemeinden (nach Auswahlverfahren).In allen Arbeitsschritten wurden die Ergebnisse aktueller verfügbarer Studien und Veröffentlichungen berücksichtigt.

Aufbauend auf den ersten Analyseschritten erfolgte die Vorbereitung und Auswahl von vertiefend zu untersuchenden Fallstudien in ausgewählten Stadtquartieren.

In der Durchführungsphase wurden die zuvor ausgewählten Fallstudien im Hinblick auf Ausgangssituation, Erfolgsbedingungen und Übertragbarkeit innovativer Ansätze vertiefend untersucht und dokumentiert. Empirische Grundlage bildeten Experten- und Bewohnergespräche sowie Vor-Ort-Erhebungen. Dabei wurden unterschiedliche Handlungsfelder und besondere Verfahren wie z.B. Kooperationsprojekte oder zielgruppenspezifische Beteiligungsverfahren berücksichtigt. Die Ergebnisse wurden in zwei Werkstattgesprächen mit Projektträgern aus den Fallstudiengebieten und weiteren Experten vorgestellt und mit Blick auf die strategische Weiterentwicklung der Ansätze diskutiert.

Die Auswertungsphase/Ergebnistransfer umfasste aufbauend auf den vorangegangenen Untersuchungsschritten die Gesamtbewertung der Ergebnisse zur Förderung der stadträumlichen Integration von Zuwanderern sowie die Bewertung und Diskussion der Strategien und Maßnahmen im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit. Abschließend wurden Schlussfolgerungen und Empfehlungen für den Einsatz bzw. die Weiterentwicklung der städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Instrumentarien des Bundes, der Länder und Kommunen (Ziele, Inhalte, Methoden und Verfahrensaspekte) zur Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten und zum Erhalt funktionsfähiger Stadtquartiere formuliert. Im Hinblick auf den Ergebnistransfer wurde eine fachöffentliche Abschlussveranstaltung durchgeführt und ein Abschlussbericht erstellt. Die Zwischenergebnisse wurden im Rahmen des Nationalen Integrationsplans (Integration vor Ort) veröffentlicht.

Forschungsleitfragen

Im Fokus der Untersuchung standen folgende Fragen:

  • Zur Einschätzung der bundesweiten Bedeutung: Wann spricht man von "spezifisch durch Zuwanderung geprägten Strukturen" in den Quartieren? In wie vielen und welcher Art von Stadtquartieren besteht Handlungsbedarf für die Stadtentwicklung?
  • Welche städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Handlungsbedarfe ergeben sich aus der ethnischen Segregation in den Städten?
  • Was sind die spezifischen städtebaulichen und wohnungsmarktbezogenen Merkmale dieser Quartiere?
  • Welche Wirkungen haben die städtebaulichen Strukturen, die Qualität des Wohnumfelds und des öffentlichen Raums sowie die Versorgung mit sozialer Infrastruktur auf die Integration von Zuwanderern und auf das Zusammenleben im Stadtteil?
  • Inwiefern wirken sich diese Strukturen und deren Veränderungen integrationsfördernd oder integrationshemmend aus?
  • Welche konkreten städtebaulichen Angebote und Strukturen im Stadtquartier sind notwendig, um die Integration von Migrantinnen und Migranten präventiv zu fördern und die Entstehung von Problemgebieten im gesamtstädtischen Gefüge zu vermeiden?
  • Wo liegt die "Grenze" zwischen stabilen und problematischen Stadtquartieren? An welchen Merkmalen/Indikatoren lässt sich erkennen, ab wann eine Unterstützung durch die Stadtentwicklungs- und Städtebaupolitik erforderlich ist?
  • Wie lässt sich die stadträumliche Integration durch Maßnahmen im Bereich des Wohnungs- und Städtebaus und durch die Vernetzung räumlicher Planung mit anderen Fachplanungen gezielt fördern?
  • Welchen Stellenwert hat das Programm Soziale Stadt mit dem ihm zur Verfügung stehenden Instrumentarium bei der Integration vom Migrantinnen und Migranten?
  • Können städtebauliche und wohnungswirtschaftliche Instrumente zu einer verbesserten Integration in den Städten einen Beitrag leisten – wenn ja welchen?
  • Wie lassen sich die besonderen Anforderungen an die Infrastruktur, den öffentlichen Raum und das Wohnen im Stadtquartier beschreiben, die sich aus der räumlichen Konzentration von Zuwanderern in benachteiligten Stadtteilen ergeben?
  • Welche innovativen Lösungsansätze erweisen sich als vorbildlich für die Förderung der stadträumlichen Integration von Migrantinnen und Migranten und für die Schaffung integrativer Wohnund Lebensbedingungen in Stadtteilen mit einem hohen Zuwandereranteil? (Im Mittelpunkt stehen innovative Ansätze in Bezug auf baulich-räumliche Aspekte, Planungsprozesse, Trägerschaft, Finanzierung).
  • Durch welche städtebaulichen Maßnahmen können integrationsfördernde Angebote im Bereich der sozialen, kulturellen und bildungsbezogenen Infrastruktur gestärkt werden? Was sind Erfolgsfaktoren von räumlich integrierten und fachlich übergreifenden Angeboten für Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund?
  • Welche Gestaltungs- und Managementinstrumente werden von Kommunen eingesetzt, um im Bereich des Wohnumfeldes und des Stadtquartiers die Integration von Familien mit Migrationshintergrund zu verbessern?
  • Welchen Beitrag können Wohnungsunternehmen zur Integration von Migrantinnen und Migranten im Stadtquartier leisten?
  • Welche Kooperationsformen, Kooperationspartner und Verfahren haben sich bewährt? (Aufbereitung und Dokumentation guter Beispiele).
  • Wie können die spezifischen Potenziale der Zuwanderer (als Bewohnerinnen und Bewohner, Gewerbetreibende, Wohnungseigentümer) in die Stadtentwicklung einbezogen und für die Stärkung der Innenstädte und Ortszentren nutzbar gemacht werden? Wie kann eine Ansprache/Motivation erfolgen?
  • Welche innovativen Lösungsansätze zur Vernetzung räumlicher Planung im Bereich des Wohnungs- und Städtebaus und anderer Fachplanungen gibt es, die zur Integration von Bevölkerung mit Migrationshintergrund beitragen?
  • Wie können die städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Instrumente in Bund, Ländern und Kommunen konsequent genutzt bzw. weiterentwickelt werden, um die Integration von Zuwanderern in den Städten zu befördern?
  • Wie kann das Programm Soziale Stadt mit seinen Instrumentarien aufgrund der Erkenntnisse aus den anderen Untersuchungsgebieten/Fallbeispielen weiterentwickelt werden?
  • Welche Ergebnisse/Guten Beispiele haben Modellcharakter?

Zusatzinformationen

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Kontakt

Martina Kocks
Referat I 4 - Regionale Strukturpolitik und Städtebauförderung

Tel.: +49 228 99401-2321
martina.kocks@bbr.bund.de

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