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Wechselbeziehungen zwischen vorbeugendem Hochwasserschutz und regionaler Kulturlandschaftsgestaltung in Flusslandschaften

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Das Forschungsprojekt widmete sich systematisch der Verzahnung von Zielvorstellungen der regionalen Kulturlandschaftsgestaltung und des vorbeugenden Hochwasserschutzes unter Einbeziehung der Auswirkungen von Niedrigwasserereignissen durch den Klimawandel.
Projektlaufzeit: Juni 2008 – März 2009

Anlass und Ausgangslage

Angesichts des gegenwärtigen und künftigen Klimawandels sind künftig heftige Regenperioden und Starkniederschlagsereignisse, aber auch wärmere Sommer mit Trockenperioden zu erwarten. Die Folgen sind einerseits Überflutungen der Siedlungsbereiche, der Industrie- und Gewerbeanlagen sowie der land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen in Flusslandschaften. Andererseits führen lange Wärmeperioden mit geringen Niederschlagswerten zu Extremniedrigwassersituationen an Flussläufen mit Auswirkungen auf deren ökologische, soziale und ökonomische Funktionen.

Elbe bei TangermündeElbe bei Tangermünde (F. Dosch)

Die Bewirtschaftung von Flüssen ist in letzter Zeit Gegenstand einer Reihe wichtiger politischer Reformen auf europäischer und nationaler Ebene gewesen. Nach dem verheerenden Hochwasserereignis im Sommer 2002 stellte die Bundesregierung ein 5-Punkte-Programm "Arbeitsschritte zur Verbesserung des Vorbeugenden Hochwasserschutzes" auf. Institutionalisiert wurde diese Initiative 2005 mit dem Gesetz zur Verbesserung des Vorbeugenden Hochwasserschutzes. Zusätzlich trat auf EU-Ebene im November 2007 die Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken in Kraft, die nun durch die einzelnen Mitgliedsstaaten umgesetzt wird. Zu Grunde liegt diesen Maßnahmen eine Vorstellung, die den Fluss als Ganzes betrachtet – von der Quelle bis zur Mündung einschließlich seiner Zuflüsse und der Landschaften längs der Ufer. Damit ist die Ebene regionaler Kulturlandschaften und ihrer Gestaltung angesprochen.

Regionale Kulturlandschaftsgestaltung in Flusseinzugsgebieten ist – wenn ihr entsprechend des Leitbildes der Raumentwicklung in Deutschland "Ressourcen bewahren, Kulturlandschaften gestalten" ein ganzheitliches Verständnis zugrunde gelegt wird – ein integrativer und entwicklungsorientierter Ansatz. Mögliche Potenziale bietet regionale Kulturlandschaftsgestaltung als Ansatz,

  1. der kreativ mit Nutzungskonflikten zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ansprüchen an Flusslandschaften umgeht, die sich aus Maßnahmen des vorbeugenden Hochwasserschutzes ergeben können und im Zuge des Klimawandels eher verschärfen werden,
  2. der gestalterische und identitätsbasierte Maßnahmen, die an die Identifizierung der Anwohner mit dem Fluss anknüpfen, mit infrastrukturellen oder fachplanerischen Logiken des vorbeugenden Hochwasserschutzes verbindet und somit deren gesellschaftliche Akzeptanz erhöht,
  3. der über seine Integrationsfähigkeit sowohl die Ansprüche unterschiedlicher Fachplanungen als auch die unterschiedlicher Nutzergruppen einbeziehen kann und damit die Vielfalt der Nutzungsansprüche und Schutzinteressen berücksichtigt und einbindet, sowie als Ansatz,
  4. der politische und siedlungsstrukturelle Grenzen zwischen städtischen und ländlichen Räumen überbrückt.

Zielsetzung und Gegenstand

Ziel des Forschungsvorhabens war es, systematisch aufzuzeigen, wie die Zielvorstellungen der regionalen Kulturlandschaftsgestaltung und des vorbeugenden Hochwasserschutzes in Flusslandschaften unter Einbeziehung der Folgen des Klimawandels verzahnt werden können.

Empfehlungen wurden insbesondere an die Raumordnung und Wasserwirtschaft bezüglich ihrer formellen und informellen Instrumente sowie an regionale Akteure der Flusslandschaftsentwicklung erarbeitet. Exemplarisch wurden hierzu Projekte, die die Anpassung an Hochwasserereignisse und Niedrigwassersituationen mit Prozessen der regionalen Kulturlandschaftsgestaltung zusammenführen, ausgewählt und empirisch untersucht. Beiträge lieferten dazu sozialwissenschaftliche Ansätze der Institutionenforschung, die die Schwierigkeiten der Verzahnung von Hochwasserschutz und regionaler Kulturlandschaftsgestaltung als horizontale bzw. vertikale Interaktionsprobleme (sog. "problems of interplay") und Probleme räumlicher bzw. zeitlicher Passfähigkeit (sog. "problems of fit") thematisieren.

Das Projekt wurde durchgeführt vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner unter der Leitung von Herrn Dipl.-Ing. Ludger Gailing.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Lars Porsche
Referat I 5 - Verkehr und Umwelt

Tel.: +49 228 99401-2351
lars.porsche@bbr.bund.de

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