Langzeitwirkungen und Effektivierung der Städtebauförderung
Ergebnisse
Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen haben sich über die Jahrzehnte als flexibles Instrument der Anreizsteuerung und Bündelung bewährt. Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen waren mit dafür verantwortlich, Städte an die Herausforderungen einer automobilisierten, tertiärisierten und lebensstildifferenzierten Gesellschaft anzupassen. Sanierungsmaßnahmen haben damit einen wichtigen Grundstein für eine "Renaissance der Innenstädte" gelegt. Wesentliche städtebauliche Elemente der bis heute bewährten behutsamen Strategien liegen dabei in der erfolgreichen Nachnutzung von Nichtwohnbauten zur Sicherung der urbanen Vielfalt, ein qualitätsorientierter Umgang mit Freiflächen, Maßnahmen der Verkehrsberuhigung bei Sicherung der Erreichbarkeit sowie die Schaffung alternativer, vielfältiger Wohnangebote im Bestand und in sensibel eingefügten Neubauten.
Stadtbildprägendes Eckgebäude in der Sophienstraße, Jena
Quelle: Plan und Praxis Berlin
Ökonomische Wirkungen wurden neben der Förderung der Bauwirtschaft und des Handwerks durch die Sanierungsmaßnahmen selbst vor allem durch die Sicherung des innerstädtischen Einzelhandels, die Attraktivitätssteigerung für Besucher und eine Stimulierung alternativer Ökonomien im Dienstleistungssektor erzielt. Ökonomische Wirkungen sind allerdings kein Selbstläufer. Innerstädtische Geschäftsstraßen sind heute weiterhin den Folgen des Strukturwandels ausgesetzt.
Sanierungsmaßnahmen Schlüssel für soziale Stabilisierung
Sanierungsmaßnahmen konnten vor allem in Großstädten wesentliche Beiträge zur sozialen Stabilisierung leisten. Insbesondere Strategien, die auf langfristige Belegungsbindungen und auf ein gemischtes Angebot an Wohnformen mit einer starken Bestandsorientierung gesetzt haben, konnten hier Erfolge vorweisen. In jüngster Zeit, bei einer allgemeinen innerstädtischen Attraktivitätssteigerung und nach Abschluss von Sanierungen greifen die planungsrechtlichen Instrumente nicht mehr überall, so dass Gentrifizierungstendenzen zu beobachten sind. Sie lassen sich aber nur eingeschränkt der Sanierungspolitik zurechnen, die vielerorts eher einen dämpfenden Effekt hatte. Auf der anderen Seite lassen sich Gebiete mit besonders schlechtem Image durch die Sanierung nur teilweise stabilisieren.
Direkte umwelt- und ressourcenbezogene Wirkungen der Sanierung sind schwer nachzuweisen. Nichtsdestoweniger leisten Sanierungsmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zur innerstädtischen Konversion und zur Akzeptanz sehr verdichteter Wohnformen nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei den Akteuren der Stadtpolitik.
Nicht zu unterschätzen ist die Sanierung für das verfahrensbezogene Lernen der öffentlichen Verwaltung im Zusammenspiel mit Eigentümern und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Hier wurden neben Kommunikations- und Beteiligungsstrategien eine Reiheinstrumenteller Innovationen sowie neuer Organisations- und Betreiberformen erprobt oder neu belebt, die häufig bis heute tragfähig sind und Nachahmer gefunden haben.
Praxisbeispiele aus dem Programm "Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen" und weitere Informationen zur Städtebauförderung:
Städtebauförderung - Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen
