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Evaluierung des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz in den neuen Ländern

Konzept

Forschungskonzeption und -methodik, Projektstufen


Mit der vorgesehenen Evaluierung gilt es zu prüfen, ob und in welchem Umfang die Leitfunktion des Programms und durch seine spezifische Ausrichtung eine besondere Qualität bei der Sanierung der historischen Stadtquartiere in den neuen Ländern erreicht wurden. Neben der Betrachtung von Ergebnissen und Wirkungen des Mitteleinsatzes nimmt das Bearbeiterteam auch die angewandten Strategien und die daraus abgeleiteten Prozesse in den Fokus.

Um mit jeder Evaluierungsstufe eine Vertiefung der gewonnen Erkenntnisse zu ermöglichen, bauen die methodischen Instrumente wie folgt aufeinander auf:

Textdiagramm Evaluationsmethodik

Datenerhebung / Schriftliche Kommunalbefragung

Die mit Hilfe der Fragebögen gesammelten Daten werden in ein geeignetes Statistik- und Bearbeitungsprogramm eingegeben. Die qualitativen Fragen werden kodiert um anschließend eine Quantifizierung vornehmen zu können. Für die offenen Fragen werden Antwortkategorien gebildet, die eine nachvollziehbare Erfassung der Inhalte ermöglichen. Damit ist eine Grundlage für die Analyse, Interpretation und Auswertung der Daten gegeben. Unter besonderer Berücksichtigung der Kriterien Relevanz, Effektivität, Effizienz und Nachhaltigkeit ziehen die Bearbeiter im Anschluss an die Analyse Rückschlüsse auf das Programm und formulieren vorläufige Ergebnisthesen.

Regionalökonomische Wirkungsanalyse

Aus den eingereichten Fragebögen und den beim Bund vorliegenden Begleitinformationen werden die erforderlichen Daten für eine regionalökonomische Wirkungsanalyse gewonnen. Mit der regionalökonomischen Analyse können die Wirkungen des Förderprogramms auf das Einkommen und die Beschäftigung der zu untersuchenden Regionen errechnet werden. Dabei wird zwischen primären und sekundären Effekten unterschieden. Unter den primären Effekten versteht man die Impulse, die unmittelbar durch die Verausgabung der Fördersumme entstehen. Dabei ist der Anstoßeffekt von Bedeutung, der durch die Kofinanzierung der Förderung durch Kommunen und private Investoren erfolgt. Sekundäre Effekte entstehen durch die Verausgabung der im Rahmen der primären Effekte entstandenen Einkommen. Ein Teil dieser Effekte trägt wiederum zur Erhöhung des regionalen Einkommens und Steigerung der Beschäftigung in einer Region bei. Aus dem primären und sekundären Effekt wird letztendlich der Gesamteffekt ermittelt, der in der Berechnung der erzeugten Bruttowertschöpfung und der Beschäftigungseffekte besteht. Diese Berechnung eignet sich insbesondere sehr gut, um die Lenkungsfunktion öffentlicher Mittel auf private Investitionen zu verdeutlichen und quantitativ zu untermauern.

Fallstudien und Schlüsselpersonengespräche

Die vertiefenden Fallstudien sind neben der Kommunalbefragung die zweite Hauptsäule, um Erkenntnisse zum Mitteleinsatz auf kommunaler Ebene und insbesondere zur kommunalen Handlungspraxis zu gewinnen. Im Zuge der Fallstudien sollen die in Auswertung der Kommunalbefragung formulierten Ergebnisthesen, insbesondere die Erfolgsfaktoren und Hemmnisfaktoren, auf den Prüfstand gestellt werden. Zusätzlich können ergänzende Aussagen für die regionalökonomische Wirkungsanalyse gewonnen werden.

Die Erkenntnisse aus der Auswertung der Fragebögen werden zudem durch Gespräche mit Schlüsselpersonen aus unterschiedlichen Akteurskreisen komplettiert. Geplant sind Interviews mit Vertretern des Bundes, der Länder und Programmstädte, mit Mitgliedern der ehemaligen und aktuellen Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz, mit dem Forschungsinstitut IRS, welches über lange Zeit auch die Aufgaben der Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz wahrgenommen hat, sowie mit engagierten Personen aus der Wissenschaft, von Stiftungen und Vereinen.

Handlungsempfehlungen

Im Ergebnis der Gespräche und der vertiefenden Fallstudien werden unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Datenerhebung Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Programms abgeleitet. Zusätzlich wird ein Leitfaden erstellt, welcher Vorgehensweisen und Standards für ein laufendes Monitoring des Programms beinhaltet.

Expertenworkshop I und II

Zwei Expertenworkshops begleiten die Evaluierung. Zu den ganztägigen Veranstaltungen werden jeweils Vertreter des Bundes, der Länder, ausgewählter Kommunen und deren Spitzenverbände eingeladen.

Zusatzinformationen

Kontakt

Ricarda Ruland
Referat I 7 - Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz

Tel.: +49 228 99401-2301
ricarda.ruland@bbr.bund.de

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