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Handlungsleitfaden "Gute Beispiele für private Initiative im Städtebaulichen Denkmalschutz"

Ergebnisse

Private Initiative – ein besonderes Potenzial

Die Erfahrungen der zurückliegenden Jahre haben gezeigt, dass auch Städtebaulicher Denkmalschutz als besondere Strategie der Stadtentwicklung wie die letztgenannte nicht ohne aktive Beteiligung der Bewohner, Eigentümer und Nutzer gelingt. Das bestätigte sich im Erarbeitungsprozess der Broschüre. Bürgerschaftliche Initiativen, interessierte Akteure und tragfähige Partnerschaften sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg gegenwärtiger Stadtentwicklung. Die Akteurskonstellationen sind wie die auslösenden und mobilisierenden Handlungsmotive sehr unterschiedlich. Das gleiche trifft zu auf den Umsetzungsprozess, seine Probleme und Verläufe.

Zwölf Beispiele für erfolgreiche private Sanierungen von zum Teil schon stark gefährdeter Bausubstanz zeigen innovative und kreative Ansätze dafür, wie private Initiative den Prozess der Stadterneuerung nachhaltig prägen kann. Leidenschaft, Begeisterung und außergewöhnliches Engagement initiativ handelnder Bürger haben die Sanierung städtebaulich bedeutender Bauwerke eindrucksvoll befördert.

Städtebaulicher Denkmalschutz als Gemeinschaftsaufgabe

Die Broschüre verdeutlicht, dass es weniger um eine Abkehr von den bewährten kooperativen Prinzipien der Städtebauförderung oder etwa um eine Privatisierung von Stadterneuerungsprozessen gehen soll, als vielmehr um eine wirksame Aktivierung bestehender Potenziale für den Städtebaulichen Denkmalschutz als gesellschaftlicher Gemeinschaftsaufgabe. Diese gründen sich auf eine hohe Akzeptanz und ein großes individuelles Interesse vieler Menschen an der Erhaltung des baukulturellen Erbes.

Es sind ein entsprechendes Werteverständnis und das Bewusstsein der Alleinstellungsmerkmale historischer Bausubstanz, die bürgerschaftliches Engagement und private Initiative auslösen. Solche innovativen Potenziale zu aktivieren, ist eine der kommenden Aufgaben des Städtebaulichen Denkmalschutzes sowohl als integrierender Strategie der Stadtentwicklung als auch als unterstützendem Förderinstrument. Die Beispiele des Handlungsleitfadens tragen dazu bei, indem sie Wege einer neuen Qualität und Quantität bei der Einbindung Privater in kommunale Erhaltungs- und Revitalisierungsprozesse verdeutlichen.

Inhalt der Beispielpräsentationen

Zwölf unterschiedliche Projekte erzählen anschaulich, worin die städtebaulichen, baugeschichtlichen oder kulturhistorischen Werte des baukulturellen Erbes liegen, die persönliches Interesse und außergewöhnliches Engagement geweckt haben. Wie Objekt und Nutzer zueinander gekommen sind, ist Inhalt spannender Berichte von Eigentümern und Bauherren. Anhand einer einheitlichen Struktur werden verschiedene Situationen und Handlungsabläufe vergleichbar und auch für "Nicht-Fachleute" nachvollziehbar präsentiert. Ausgangspunkt der Beispieldarstellung sind allgemeine Projektdaten. Die Beschreibung der Projekte orientiert sich an folgenden Themen:

  1. Stadt und Haus: Angaben zu historisch bedeutenden Ereignissen der Stadtentwicklung und zu Besonderheiten des spezifischen Objektes
  2. Interessen und Ziele: Spezifische persönliche Interessen und Motivationen für die Auswahl des konkreten Objektes und Erwartungen an das Objekt
  3. Ausgangslage und Befund: Beschreibung der angetroffenen Situation, besonderer Werte und Anforderungen an den Sanierungsprozess
  4. Maßnahmen und Ergebnisse: Erläuterung zu durchgeführten Baumaßnahmen sowie Gestaltungs- und Umgestaltungsmaßnahmen für die neue Nutzung
  5. Privater und städtebaulicher Mehrwert: Ergebnisse aus Sicht der Bauherren und aus Sicht der Stadt

Umfangreiches Bild- und Kartenmaterial macht die Darstellungen der Beispiele lebhaft und anschaulich. Vergleichende Kartenausschnitte geben Orientierung und zeigen die stadträumliche Einordnung des Standortes. Die Form der Darstellung orientiert sich an dem Hauptanliegen der Broschüre: nämlich Neugier zu wecken, weitere Interessenten und Akteure zu gewinnen und damit die Rettung weiterer Gebäude anzustoßen.

Dargestellte Beispiele

In der nachfolgenden Tabelle sind die ausgewählten "Guten Beispiele für private Initiative im Städtebaulichen Denkmalschutz" aufgeführt.

Gute Beispiele
StadtAdresseBundeslandProjekt
AscherslebenBreite Str. 2Sachsen-AnhaltVor dem Abriss gerettet: Die Fleisch-Scharren von 1838
Brandenburg (Havel)Lindenstr. 3-4BrandenburgSanierung und Umnutzung eines barocken Bauensembles
Dessau Humperdinckstr. 16Sachsen-AnhaltGenossenschaftliches Wohnen in der alten Eisenwarenhandlung: Das Koch-Haus von 1898
GörlitzNeißstr. 24SachsenWirtschaftlich nicht rentabel, aber einzigartig: Das mittelalterliche Hallenhaus "Goldener Apfel"
GrimmaPappisches
Tor 1
Sachsen"Ora et labora": Die Kapelle des St. Jakobshospitals (15./16. Jh.)
GüstrowBurgstr. 7Mecklenburg-
Vorpommern
Wenn ein Haus, dann dieses: Ein Wohn- und Geschäftshaus in Güstrow
HalberstadtVogtei 48Sachsen-AnhaltInvestive Mietverträge: Ein Ausweg für die Stadt, den Kunsthof e.V. und das Schraube-Museum
LeipzigLützner Str. 77-79Sachsen "Gestärktes" Denkmal durch Privat: Eine ehemalige Stärkefabrik
MühlhausenHolzstr. 13ThüringenEin historisches Franziskaner-hospital: Das kleine Paradies "AntoniQ"
NeustrelitzSeestr. 4Mecklenburg-
Vorpommern
Statt Eigenheim auf der grünen Wiese ein Denkmal in der Altstadt: Das Drei-Generationen-Haus
Prora/BinzSüdstr. 18aMecklenburg-
Vorpommern
Haus Dohrmann: Teil der ehemaligen KdF-Anlage Prora auf Rügen
QuedlinburgSteinweg 24Sachsen-AnhaltEin unkonventioneller Weg: Der Ringbauernhof


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Kontakt

Ricarda Ruland
Referat I 7 - Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz

Tel.: +49 228 99401-2301
ricarda.ruland@bbr.bund.de

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