Wanderungen und Raumentwicklung - neue Trends und Perspektiven
IzR 3/4.2008
Ab in die Stadt?
Jährlich wechseln in Deutschland mehrere Millionen Menschen ihre Wohnung, den Stadtteil, die Gemeinde, das Bundesland oder kommen aus dem Ausland zu uns. Diese Wanderungen werfen nicht nur ein Licht auf die Lebensqualität in den Zu- oder Fortzugsräumen - etwa auf deren Wohnungs- und Arbeitsmarkt, sozialräumliche oder auch Umweltsituation. Sie entscheiden angesichts des Stillstands bei der natürlichen Bevölkerungsentwicklung auch mehr denn je über das generelle Auf und Ab von Räumen, über Gewinner und Verlierer unter ihnen.
Wanderungen stellen somit eine Vielzahl von Fragen buchstäblich in den Raum. Momentan wird in der Raumwissenschaft und Raumordnung insbesondere diskutiert, wie sich aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen wie etwa der demographische Wandel oder bereits die "Wissensgesellschaft" in Wanderungen und damit in räumlichen Entwicklungen niederschlagen (könnten). Welche Räume und Raumtypen gewinnen dabei, welche verlieren im Gegenzug? Sind tatsächlich wieder die Städte Gewinner, wie die Reurbanisierungsthese behauptet, und ist der Zug "ins Grüne" gestoppt? Welche Rolle spielen Preis- und Angebotsunterschiede auf den Wohnungs- und Immobilienmärkten, welche alters- oder berufsbedingte Lebensstile? Oder stehen im Mittelpunkt des Wanderungsgeschehens insgesamt doch eher die Anziehungskräfte sog. Metropolregionen, die ja als hauptsächliche Motoren oder Ziehpferde unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prosperität gelten?
Diesen und mehr Fragen geht das aktuelle IzR-Heft nach. Es zeigt dazu empirisch nachweisbare Trends auf, aber auch auf viele offene Fragen, die mit dem Wanderungsgeschehen und seiner Erforschung noch verbunden sind.
Wissenschaftliche Redaktion: Claus Schlömer claus.schloemer@bbr.bund.de

