Stadtumbau - die Fortsetzung
IzR 7.2009, Hrsg.: BBSR im BBR
Frank Schlegelmilch
Zwischennutzen - leichter gesagt als getan
Zwischennutzungen von Freiflächen und Gebäuden lassen sich sowohl in schrumpfenden als auch in wachsenden Regionen finden. Sie können positive Wirkungen auf die Stadtquartiere entwickeln, bieten den Eigentümerinnen und Eigentümern finanzielle Entlastung und eröffnen besondere Gestaltungsperspektiven für die Nutzerinnen und Nutzer. Bei der Umsetzung mancher Vorhaben treten allerdings Probleme auf, die eine Zwischennutzung erschweren können - etwa genehmigungsrechtliche Hürden, hohe Renditeerwartungen der Eigentümer oder die Furcht vor Verstetigung. Bei der Etablierung von Zwischennutzungen stoßen häufig sehr unterschiedliche Akteure mit nur zu Teilen überlagernden Interessen aufeinander. Ein strategischer Einsatz von Zwischennutzungen in der Stadtentwicklung ist daher immer verbunden mit einem hohen Engagement einzelner Akteure, die sich für die Realisierung von Projekten einsetzen. Diese "Kümmerer" vermitteln zwischen Eigentümern, Verwaltung und Nutzern, entwickeln eigene Projektideen, initiieren Nutzungen, beraten bei der Finanzierung und Genehmigung oder betreiben die erforderliche Öffentlichkeitsarbeit. Verschiedene Modelle in einigen deutschen Städten haben erste Erfolge vorzuweisen. Die Aufgaben werden von beauftragten privaten Vermittlungsagenturen, speziell eingerichteten behördlichen oder unternehmerischen Anlaufstellen oder finanziell und organisatorisch unterstützten ehrenamtlichen Initiativen übernommen. Das Modell in der Bremer Überseestadt wird näher vorgestellt.

