Städtebaulicher Förderbedarf 2007 bis 2013 in Deutschland
Konzept
- Mehrstufiges Analysekonzept: "Bottum-Up" und "Top-Down"
- Umfangreiche repräsentative Kommunalbefragung im Zentrum des Projekts
- Plausibilitätscheck durch "Top-Down"-Ansatz
Mehrstufiges Analysekonzept: "Bottum-Up" und "Top-Down"
Für die Schätzung des künftigen städtebaulichen Investitions- und Förderbedarfs wurde ein mehrstufiger Ansatz verwendet (siehe Übersicht 1). Das Analy-sekonzept ("Sandwich-Modell") kombinierte dabei "Bottom-Up"-Ansätze der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung mit einem indikatorengestützten "Top-Down"-Ansatz. Ausgangspunkt für die gewählte methodische Vorgehensweise war die Erkenntnis, dass eine Bedarfsermittlung allein auf Basis von sekundärstatistischen und flächendeckenden Datensätzen nicht möglich sein würde.
Umfangreiche repräsentative Kommunalbefragung im Zentrum des Projekts
Im Zentrum des Projekts stand eine umfassende Umfrage unter den Städten und Gemeinden. Mit einer direkten und bundesweit angelegten Befragung von Städten und Gemeinden wurden die notwendigen Primärdaten zu den künftigen Handlungsfeldern und Investitionsbedarfen im Städtebau gewonnen. Insgesamt wurden mehr als 1.200 Städte und Gemeinden im gesamten Bundesgebiet angeschrieben. Der Umfrage lag ein nach Größenklassen differenziertes Stichprobendesign zu Grunde.
Gewichtet man den Rücklauf bezogen auf die Bevölkerungszahl oder das Fördervolumen (der Bund-Länder-Programme), so weisen die antwortenden Städte und Gemeinden einen Anteil von mehr als einem Drittel an der gesamten bundesweiten Bevölkerung bzw. von knapp der Hälfte der gesamten im Rahmen der gemeinsamen Bund-Länder-Programme verausgabten Fördermittel auf. Demnach kann von einer – auch im Vergleich zu bisher durchgeführten Kommunalbefragungen – hohen Repräsentativität der Befragungsergebnisse ausgegangen werden. Literaturauswertung, Expertenworkshop und Pretest gingen der Umfrage voraus.
Der Kommunalbefragung waren eine strukturierte Literaturauswertung und ein leitfadengestützter Expertenworkshop vorgelagert. Zum einen sollten hiermit erste Anhaltspunkte und Einschätzungen über den künftigen Investitions- und Förderbedarf sowie die Entwicklung von Rahmenbedingungen der Städtebauförderung gewonnen werden. Zum anderen lieferten die beiden Arbeitsschritte wertvolle Informationen, die bei der Vorbereitung der Umfrage und Entwicklung des Fragebogens berücksichtigt wurden. Vor der Durchführung der eigentlichen Befragung wurde ein Pretest realisiert. Aufgabe des Pretests war es, den Fragebogen für die Kommunalerhebung einem "Härtetest" in der Praxis zu unterwerfen und seine Aussagekraft und Praktikabilität weiter zu erhöhen.
Der in enger Abstimmung mit dem BBR, dem BMVBS und Vertretern der Länder und kommunalen Spitzenverbänden konzipierte Fragebogen untergliederte sich in einen einführenden Teil mit Fragen zur qualitativen Einschätzung städtebaulicher Sachverhalte und einem quantitativ orientierten Teil, der den Fragenkomplex zur eigentlichen Bedarfsermittlung beinhaltete.
Plausibilitätscheck durch "Top-Down"-Ansatz
Um den Aussagehalt der Bedarfsprognose zu überpüfen und die Schätzergebnisse in einen makroökonomischen Kontext zu stellen, wurden die "Bottom-Up"-Ansätze abschließend durch eine "Top-Down"-Analyse ergänzt. In diesem letzten Arbeitsschritt wurden die auf Basis der primärstatistischen Angaben ermittelten städtebaulichen Investitionskosten in ein System von ökonomischen und demografischen Rahmendaten eingeordnet, die aus gesamträumlichen Informationssystemen und Projektionen abgeleitet wurden.
Durch die Zusammenführung von makroökonomischen Indikatoren zur Entwicklung der städtebaulichen Fördermittel und kommunalen Finanzen sowie der Bauinvestitionen mit den aggregierten Befragungsergebnissen wurden für den Beobachtungszeitraum Kennziffern zur relativen Bedeutung des städtebaulichen Investitionsbedarfs ermittelt. Diese erlaubten eine Einschätzung der Plausibilität der Befragungsergebnisse, z.B. in Hinblick auf ihre Einordnung in den längerfristigen Entwicklungsverlauf und die gesamtwirtschaftliche Dynamik. Aus der Top-Down-Analyse resultierte am Ende auch eine Schätzung des künftig notwendigen Mittelbedarfs für die Städtebauförderung.
