Anpassung von verkehrlichen Infrastrukturen aufgrund des Stadtumbaus
Konzept
Zum Prozess des Stadtumbaus und dessen Auswirkungen liegen bereits umfangreiche kommunale Erfahrungen vor. Eine systematische und übertragbare Anwendung dieser Erkenntnisse insbesondere auf den Umgang mit Stadt- und Straßenbahninfrastruktur ist gegenwärtig jedoch noch nicht zu beobachten. Hier setzt das aktuelle Vorhaben an, welches die bisherigen Maßnahmen und Erkenntnisse in Zusammenarbeit mit Referenzstädten und Fallbeispielanalysen systematisch aufbereitet und inhaltliche Lücken schließen soll. Das Projekt soll zudem aufzeigen, wie das Infrastrukturangebot im schienengebundenen ÖPNV durch Umbau, Rückbau oder den Verzicht auf geplante Maßnahmen, aber auch durch punktuelle Neuinvestitionen an die sich perspektivisch ändernde Nachfrage und die Stadtumbauerfordernisse angepasst werden kann.
Zu diesem Zweck sollen Instrumentarien entwickelt werden, die die Integrationsprozesse von verkehrlichen Entscheidungen zur ÖPNV-Infrastruktur in den Stadtumbau erleichtern und hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Nutzbarkeit beschreiben.
Dabei handelt es sich um Instrumentarien für folgende Bereiche:
- stadtgrößenspezifische Kennwertansätze zur Bewertung der Effektivität des ÖPNV in Abhängigkeit von bestimmten Strukturdaten
- induktive und monetäre Bewertungsansätze zur Darstellung der Folgen bestimmter Entwicklungsszenarien im Bereich der Stadt- und Straßenbahnsysteme
- infrastrukturelle und städtebauliche Gütekriterien zur Beschreibung der Standortgüte hinsichtlich verkehrlicher Erschließungen und zum Umgang mit integrierten aber qualitativ unbefriedigenden Wohnlagen
Die Instrumente werden hinsichtlich der Handhabbarkeit, Konsistenz und Belastbarkeit mit Fallbeispielen aus ausgewählten Referenzstädten abgeglichen und in der Diskussion mit kommunalen Praktikern weiterentwickelt. Die Instrumente sollen helfen, die Tragfähigkeit des schienengebundenen ÖPNV langfristig zu sichern und dabei den Stadtumbau sowie erweiterte Fragestellungen der Stadtentwicklung mit einzubeziehen. Die Vermeidung von unnötigen Einzelabbrüchen und Perforierungen sowie der Erhalt integrierter Lagen stellen dabei einen wesentlichen Beitrag des Stadtumbaus zur Stabilisierung des ÖPNV dar. In diesem Sinne sollen die Bewertungsmöglichkeiten über die betriebswirtschaftlichen Komponenten hinaus erweitert werden.
Am Ende des Prozesses soll eine praxisbezogene Aufarbeitung in Form eines Konzeptpapiers mit dem Ziel einer breiten Anwendbarkeit stehen. Dieses beinhaltet auch Empfehlungen zum zukünftigen Umgang mit Fördermitteln im Stadtumbau bezüglich der Fragestellungen verkehrlicher Infrastruktur im ÖPNV.
Das Projekt wird durch zwei Workshops flankiert, zu denen interessierte und betroffene Kommunen eingeladen sind.
