Innovationen für Innenstädte
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Mit der Erarbeitung des "Weißbuch Innenstadt" hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) von 2010 bis 2011 einen fachöffentlichen Diskussionsprozess zu den Perspektiven der deutschen Innenstädte geführt. Als ein wichtiges Handlungsfeld für die Stärkung der Innenstädte und Ortszentren hat sich die Frage nach der Um- und Nachnutzung zentraler städtebaulicher Großstrukturen herauskristallisiert. Das neue Forschungsfeld "Innovationen für Innenstädte" verfolgt insgesamt das Ziel, die Ergebnisse des "Weißbuch Innenstadt" für die Nutzung brachgefallener oder leer stehender innerstädtischer städtebaulicher Großstrukturen auf lokaler Ebene beispielhaft umzusetzen.
Aktuelles
Leerstände in zentralen städtebaulichen Großstrukturen stellen für viele Innenstädte eine Herausforderung dar
Quelle: Junker und Kruse Stadtforschung Planung
Ausgangslage
Grundlage für das neue ExWoSt-Forschungsfeld ist das "Weißbuch Innenstadt" des BMVBS. Dieses wurde erstmalig im Oktober 2010 im Entwurf vorgestellt und in den darauf folgenden Monaten in einem breit angelegten, öffentlichen Beteiligungs- und Diskussionsprozess weiterentwickelt.
Das Weißbuch fasst zu den innenstadtrelevanten Themen Handel, Wirtschaft und Arbeit, Wohnen, Integration, Mobilität und Kultur die aktuellen Herausforderungen und zentralen Trends zusammen. Es zieht umsetzungsorientierte Schlussfolgerungen und benennt potenzielle Maßnahmen für die Stärkung der Innenstädte, die hauptsächlich die Kommunen als Träger der kommunalen Planungshoheit ansprechen.
Eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Entwicklung der Innenstädte und Ortszentren ist daher die lokale und regionale Auseinandersetzung mit allen für die Innenstadtentwicklung relevanten Themenfeldern, die das "Weißbuch Innenstadt" benennt. Der Bund möchte die Kommunen bei der Umsetzung des "Weißbuch Innenstadt" auf lokaler Ebene unterstützen.
Zielsetzung
Mit dem Forschungsfeld "Innovationen für Innenstädte" sollen die Erkenntnisse, Schlussfolgerungen und potenziellen Maßnahmen, die im "Weißbuch Innenstadt" des Bundes zur Innenstadtentwicklung genannt werden, auf kommunaler Ebene angewendet und modellhaft ausprobiert werden. Explizit sind folgende Aspekte relevant:
Im Kapitel Marktplatz Innenstadt wird darauf hingewiesen, dass "der Verlust von Kauf- und Warenhäusern die Zentren vor große Aufgaben stellt. Besonders Klein- und Mittelstädte sind betroffen, wenn das einzige Kaufhaus als Ankerpunkt der Innenstadt geschlossen wird" (S.19). Dementsprechend wird als potenzielle Maßnahme herausgearbeitet, dass "für große leer stehende Kaufhäuser, aber auch andere große stadtentwicklungsrelevante Immobilien wie z. B. leer stehende Post-, Bahn- und andere zentral gelegene Gebäude vielfach neue Nutzungen zu finden" sind (S.23).
Im Kapitel Wirtschaftsraum und Arbeitsstandort Innenstadt wird betont, dass "die Umnutzung brach gefallener Gewerbeareale und leer stehender historisch wertvoller Gebäude neue Perspektiven für die Innenstadt als Unternehmensstandort eröffnet" (S.25).
Und im Kapitel Innenstadt als Ort von Kultur, Baukultur und Stadtleben wird darauf verwiesen, dass es gilt, "das baulich-historische Erbe zu bewahren und für moderne Ansprüche weiterzuentwickeln" (S.49). "Die Einrichtung von Infrastrukturangeboten und von kulturellen Anziehungspunkten vorzugsweise in zentral gelegenen, leer stehenden historischen Gebäuden sichert deren ökonomische Basis und belebt die Innenstadt" (S.51).
Es geht um Innenstadt stärkende Maßnahmen auf der Grundlage eines lokalen Weißbuchs Innenstadt – also eines Innenstadtentwicklungskonzeptes oder eines "Masterplans Innenstadt". Diese Konzepte sollen alle relevanten Themenfelder integrieren und gemeinsam mit allen relevanten Akteuren entwickelt und abgestimmt werden.
Ein besonderes Interesse liegt dabei in der Entwicklung zukunftsfähiger Strategien und Konzepte zur Nachnutzung innerstädtischer städtebaulicher Großstrukturen. Zentrales Anliegen des neuen Forschungsfeldes ist neben der Entwicklung zukunftsgerichteter Strategien, Konzepte und Maßnahmen vor allem auch deren Umsetzung.
Projektbeginn:
September 2011

