Logo: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung



Modellvorhaben zum ExWoSt-Forschungsfeld "Innovationen für Innenstädte"

Projektaufruf

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wird im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) Modellvorhaben im Rahmen des neuen ExWoSt-Forschungsfeldes "Innovationen für Innenstädte" wissenschaftlich begleiten.

Hintergrund und Zielsetzung

Grundlage für das neue ExWoSt-Forschungsfeld ist das "Weißbuch Innenstadt" des BMVBS. Dieses wurde erstmalig im Oktober 2010 im Entwurf vorgestellt und in den darauf folgenden Monaten in einem breit angelegten, öffentlichen Beteiligungs- und Diskussionsprozess weiterentwickelt. Im "Weißbuch Innenstadt" werden umsetzungsorientierte Schlussfolgerungen und potenzielle Maßnahmen für die Stärkung der Innenstädte genannt, die hauptsächlich die Kommunen als Träger der kommunalen Planungshoheit ansprechen.

Mit dem neuen Forschungsfeld "Innovationen für Innenstädte" sollen die Erkenntnisse, Schlussfolgerungen und potenziellen Maßnahmen, die im "Weißbuch Innenstadt" des Bundes zur Innenstadtentwicklung genannt werden, auf der lokalen Ebene angewendet und modellhaft ausprobiert werden. Es geht also um Innenstadt stärkende Maßnahmen auf der Grundlage eines kommunalen Weißbuchs Innenstadt – also eines Innenstadtentwicklungskonzeptes oder eines "Masterplans Innenstadt". Als ein wichtiges Handlungsfeld für die Stärkung der Innenstädte und Ortszentren hat sich im "Weißbuch Innenstadt" des Bundes die Frage nach der Um- und Nachnutzung zentraler städtebaulicher Großstrukturen herauskristallisiert. Daher liegt im Rahmen der Modellvorhaben ein besonderer Schwerpunkt in der Entwicklung und Umsetzung zukunftsfähiger Strategien, Konzepte und Maßnahmen zur Anpassung und Nachnutzung innerstädtischer städtebaulicher Großstrukturen.

Worum geht es bei den Modellvorhaben?

Eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Entwicklung der Innenstädte und Ortszentren ist die lokale und regionale Auseinandersetzung mit allen für die Innenstadtentwicklung relevanten Themenfeldern und die Erarbeitung darauf basierender, integrierter Konzepte und Strategien – also ein "Weißbuch Innenstadt" auf lokaler Ebene.

Viele im "Weißbuch Innenstadt" des Bundes genannte Maßnahmen zur Innenstadtentwicklung betreffen die Um- oder Nachnutzung, die stadtstrukturelle Einbindung oder die Revitalisierung innerstädtischer Brachflächen und leer stehender oder aus der Nutzung fallender Großimmobilien (Einzelgebäude und Gebäudekomplexe). Dabei kann es sich um leer stehende Kauf- oder Warenhäuser, Büro- und Verwaltungsgebäude, Infrastruktureinrichtungen wie Bahnhöfe, Theater, Kino, Post, Schulen, Krankenhäuser oder anderen handeln.

Der Wegfall der zumeist öffentlichen Nutzungen solcher städtebaulicher Großstrukturen kann die lokale Nutzungsvielfalt in den Innenstädten und Ortszentren und deren Attraktivität empfindlich mindern. Um ihre Innenstädte oder Ortszentren funktionsfähig, gemischt und lebendig zu halten oder weiter zu entwickeln, müssen die Kommunen gerade für solche Großstrukturen flexible Anpassungsstrategien entwickeln und im Rahmen eines integrierten Konzeptes umsetzen.

In dem neuen Forschungsfeld sollen nicht nur Umnutzungs- und Anpassungsstrategien entwickelt werden, sondern es soll auch deren Umsetzung angestoßen bzw. erprobt werden.

Gegenstand der Modellvorhaben sind also drei Teilbereiche:

  • Konzeptschwerpunkte
    Es werden Städte und Gemeinden gesucht, die für ihre Innenstadt bzw. für ihr Ortszentrum ein integriertes Innenstadtkonzept/ Masterplan Innenstadt erarbeiten, also das "Weißbuch Innenstadt" auf lokaler Ebene anwenden. Dabei sind alle innenstadtrelevanten Teilaspekte, wie sie auch im "Weißbuch Innenstadt" des Bundes genannt sind, zu berücksichtigen. Sollte ein entsprechendes Konzept bereits vorliegen, so kann dies im Rahmen des Modellvorhabens evaluiert und ggf. weiterentwickelt werden.
  • Pilotprojekte
    Es sollen Strategien, Konzepte und Maßnahmen für die Um- und Nachnutzung brach gefallener oder vom Leerstand bedrohter, zentraler städtebaulicher Großstrukturen erstellt werden. Dies können beispielsweise sein: Kauf- oder Warenhäuser, Büro- und Verwaltungsgebäude, Infrastruktureinrichtungen wie Bahnhöfe, Theater, Kino, Post, Schulen, Krankenhäuser. Auch größere, innerstädtische Flächen, die brach gefallen sind, können eine Rolle spielen, da sie von strategischer Bedeutung für die Stadtentwicklung sein können. Die Strategien, Maßnahmen und Konzepte sind auf der Grundlage des lokalen Weißbuchs Innenstadt zu entwickeln.
  • Impulsprojekte
    Die Impulsprojekte ergeben sich aus den ortsspezifischen Herausforderungen im Rahmen der Konzeptschwerpunkte und der Pilotprojekte und können somit – je nach Bedarf – sehr unterschiedliche Akzente setzen. Es sollen dies Einzelbausteine und Einzelprojekte sein, die neben dem Pilotprojekt einen wesentlichen und notwendigen Impuls für die Innenstadtentwicklung liefern. So bedarf es beispielsweise in der einen Stadt im Rahmen des Innenstadtkonzeptes eines noch intensiveren Dialogprozesses in der Bürgerschaft; anderswo fehlt es an Mitteln für eine Machbarkeitsstudie für ein weiteres zentrales Umnutzungsprojekt oder der professionellen Betreuung von Zwischennutzungsmöglichkeiten.

Der (inhaltliche und finanzielle) Schwerpunkt der Modellvorhaben soll bei den Pilotprojekten liegen. Liegen aktuelle und umfassende Innenstadtkonzepte vor, so kann der Baustein Schwerpunktkonzepte ggf. ganz entfallen bzw. sehr reduziert durchgeführt werden (z.B. Evaluierung, Fortschreibung, Ergänzung).

Die Impulsprojekte sind als optionale Ergänzung zum Pilotprojekt zu verstehen. Durch sie kann – neben dem Pilotprojekt – ein weiterer wichtiger Baustein für die Innenstadtentwicklung angestoßen werden. Je nach den lokalen Gegebenheiten kann aber auf die Durchführung eines Impulsprojektes verzichtet werden, da mit dem Fokus auf dem Pilotprojekt die wesentlichen Impulse für die Innenstadtentwicklung bereits gesetzt werden können.

Wie sehen die Modellvorhaben aus?
Durchführung, Laufzeit, Förderung der Modellvorhaben

Es werden bundesweit insgesamt acht Modellvorhaben gefördert werden. Die Laufzeit der Modellvorhaben erstreckt sich von Januar 2012 bis Oktober 2014. Die Modellvorhaben werden vom BMVBS finanziell gefördert und vom BBSR wissenschaftlich begleitet. In der wissenschaftlichen Begleitung, dem Erfahrungsaustausch sowie der Auswertung und Dokumentation wird das BBSR durch ein externes Forschungsinstitut unterstützt (mehr zur Forschungsassistenz in der Rubrik "Auftragnehmer").

Im Rahmen der Modellvorhaben werden grundsätzlich forschungsbedingte, nicht-investive Maßnahmen, Konzeptentwicklung, Aufbau von Kooperationen, Moderations- und Beratungsangebote, Netzwerke, Öffentlichkeitsarbeit sowie Berichtslegung, Teilnahme an Veranstaltungen etc. unterstützt.

In den Bereichen Pilotprojekte und Impulsprojekte können – neben der Finanzierung von Aktivierungs- und Mitwirkungsprozessen, Planungen und Konzeptionen – auch konkrete bauliche Komponenten (also investive Maßnahmen) anteilig finanziert werden, wenn sie Teile des entwickelten Konzeptes sind.

Der Projektaufruf erfolgte im Sommer 2011. Das BMVBS hat zwischenzeitlich eine Auswahl über acht zu fördernde Modellvorhaben getroffen. Diese werden in Kürze in der Rubrik "Modellvorhaben" vorgestellt.

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Dr. Manfred Fuhrich
Referat I 2 - Stadtentwicklung

Tel: +49 228 99401-2120
manfred.fuhrich@bbr.bund.de

Christiane Kalka
Referat I 2 - Stadtentwicklung

Tel: +49 228 99401-1323
christiane.kalka@bbr.bund.de

Zum Projekt

Weitere Infos



Diese Seite:

© Copyright by BBR. Alle Rechte vorbehalten.