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Normungsbegleitende Forschung für das Nachhaltige Bauen

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Aufgrund der großen Bedeutung der Bauwirtschaft für die nationalen nachhaltigen Entwicklungen sind in den letzten Jahren unterschiedliche Instrumente zur Zertifizierung von Nachhaltigem Bauen entstanden. Um Handelsbarrieren zu vermeiden, werden parallel europäische und internationale Normen für diese Instrumente erstellt. Das deutsche Zertifizierungssystem kann von der Normung profitieren und diese auch fördern.
Projektlaufzeit: Januar 2007 - Oktober 2008

Mit dem System des deutschen Gütesiegels ist keine deutsche Insellösung geplant, sondern ein System, das auf dem europäischen und internationalen Markt anerkannt ist und dennoch den hiesigen Besonderheiten und Ansprüchen gerecht wird. Daher fördert das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die Beteiligung an der internationalen und europäischen Normung.

Die Erarbeitung der Normen für Nachhaltiges Bauen findet gleichzeitig statt, während in verschiedenen europäischen Ländern und international schon Gebäudezertifizierungssysteme umgesetzt werden. Umso wichtiger ist es, deutsche Erfahrungen und Ziele in den Normungsprozess einfließen zu lassen. Dieser Anspruch erfordert eine aktive Beteiligung in den wichtigsten Normungsgremien sowie eine Rückkopplung an die Arbeiten des BBSR und BMVBS.

Im Rahmen des Projektes wurden die Arbeiten folgender Gremien begleitet:

  • ISO TC 59/SC 17, Sustainability in building construction, mit drei aktiven Arbeitsgruppen (WG1,2,4)
  • CEN TC 350 Sustainability of construction works, mit dem CEN TC, drei Arbeitsebenen, einer Task Force, fünf Arbeitsgruppen und insgesamt neun Arbeitsprojekten
  • DIN NA 005-01-31 AA "Nachhaltiges Bauen" mit der Spiegelung der ISO TC 59, SC17 und der CEN TC 350 Aktivitäten

Ein Vergleich der bisherigen Ergebnisse der europäischen Normung der Beschreibung der Umweltqualität von Gebäuden und Produkten mit den Ergebnissen aus der Pilotphase der deutschen Gebäudezertifizierung für das Schutzziel Ökologie und der Erstellung von EPD (Environmental Product Declaration, Umwelt-Produktdeklarationen) durch das Institut Bauen und Umwelt (IBU) zeigt, dass

  • die allgemeinen Anforderungen an die Ökobilanzierung von Gebäuden grundsätzlich vergleichbar sind;
  • alle in der Normung geforderten Indikatoren für Produkte und Gebäude entweder ebenfalls deklariert werden oder sich aus der Sachbilanz erstellen lassen;
  • die Energieeinsätze für den Gebäudebetrieb nach demselben Prinzip (EPBD) berechnet werden;
  • das Gütesiegel einige Indikatoren enthält, die zwar wissenschaftlich abgesichert sind, aber in der Normung nicht konsensfähig waren,zum Beispiel Flächeninanspruchnahme, Human- und Ökotoxizität von Bauprodukten, Mikroklima;
  • die EPD Informationen liefert, die zwar wissenschaftlich abgesichert sind, aber in der Normung nicht konsensfähig waren, zum Beispiel Human- und Ökotoxizität von Bauprodukten im Bau- und Nutzungsstadium.

Damit entsprechen das Gütesiegel und die EPD den Kernanforderungen der europäischen Normung. Diese Entsprechung sollte auch bei der weiteren Entwicklung der Systeme eingehalten werden. In den Fällen, in denen mangelnde Praxis einen Konsens zu wichtigen weiteren Indikatoren behindert, sollten die deutschen Erfahrungen mit den Zertifizierungssystemen für Gebäude und Produkte aufgearbeitet und in die Normung eingebracht werden.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes waren Dr. E. Schmincke, Five Winds International, Tübingen und Prof. Dr. Th. Lützkendorf, Universität Karlsruhe.

Zusatzinformationen

Kontakt

Andreas Rietz
Referat II 5 - Nachhaltiges Bauen

Tel.: +49 30 18401-2750
andreas.rietz@bbr.bund.de

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