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Wie Gestaltungsbeiräte das gute Planen und Bauen unterstützen

Fachkonferenz "Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte"

Wie ist die qualitative Landschaft der Gestaltungsbeiräte in Deutschland geschaffen? Wie kommt es zu einer unterschiedlichen Verteilung von Gestaltungsbeiräten innerhalb der Bundesländer? Und welchen Mehrwert schaffen Gestaltungsbeiräte in ihren Kommunen im Bereich Kommunikation und Beteiligung, Image und Standortmarketing, Stadtgestalt und Alltagsarchitektur? Diesen und weiteren Fragen widmete sich die Fachkonferenz zum Forschungsprojekt "Perspektiven für die Baukultur für Städte und Gemeinden – mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte" (>> weitere Informationen), zu der das Bundesbauministerium und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) für den 17. Mai 2017 eingeladen hatten.

Gestaltungsbeiräte werden von Kommunen bestellt, um sie in stadtgestalterischen, städtebaulichen und architektonischen Fragen als externes Gremium zu beraten. Die ihnen vorgelegten Aufgaben reichen von der Begutachtung eingereichter Planungsunterlagen bis hin zur Beratung zum Stadtbild. Ihre Sitzungen sind öffentlich oder nicht öffentlich, ihre Besetzung erfolgt durch Fachleute aus Architektur und Landschaftsarchitektur, Stadtplanung oder Denkmalschutz. Ihre Empfehlungen sind nicht bindend, nehmen aber in der Praxis häufig wesentlich Einfluss auf die Weiterentwicklung der Projekte.

Die Fachkonferenz hatte innerhalb des Forschungsprojekts eine Doppelfunktion: Sie bildete einerseits den Auftakt zu Kommunikation und Vernetzung zum Thema Gestaltungsbeiräte und diente andererseits als Teil der Analyse dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn.

Sieben im Vorfeld ausgewählte Fallbeispiele geclustert in vier Stadtgrößen wurden als "ungleiche Zwillinge" in drei Sessions gegenübergestellt. Hierzu waren Vertreterinnen und Vertreter mit unterschiedlicher thematischer Perspektive (z.B. Mitglied Gestaltungsbeirat, Freies Planungsbüro, Politik oder Verwaltung) aus den sieben Städten gezielt eingeladen worden. In einer weiteren Session wurden temporäre und mobile Gestaltungsbeiräte beleuchtet.

Herr Dr. Eltges, Abteilungsleiter Städtebau und Raumordnung im BBSR wies in seinem Grußwort auf die große Bedeutung von Gestaltungsbeiräten im Hinblick auf die Vermittlung und Verhandlung von Baukultur hin. Er machte auf die Relevanz von Baukultur für die Bewältigung aktueller Herausforderungen, z.B. die Umsetzung der Klimaziele aufmerksam: "Die Transformation unserer Städte darf nicht auf Kosten der Qualität unserer Stadtquartiere, öffentlichen und Grünräume erfolgen – im Gegenteil: Gestalterische und prozessuale Aspekte bilden einen wichtige Grundlage, diese Ziele zu erfüllen. Hier bedarf es einer fachlichen Expertise – auch und insbesondere durch Gestaltungsbeiräte."

Das aktive Format wurde von den ca. 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut angenommen. Insbesondere der Austausch der Stadtpaare Dresden – München, Wolfsburg – Mannheim sowie Landshut – Baiersbronn – Arnsberg fand großen Anklang. Die Erkenntnisse aus den Sessions fließen in das Forschungsprojekt ein. Eine Publikation der Ergebnisse ist für Herbst 2017 geplant.

Die Bundesstiftung Baukultur rahmt das Forschungsprojekt mit zwei Veranstaltungen: Die innerhalb des Konvents der Baukultur im November 2016 initiierten Netzwerkaktivitäten münden in ein bundesweites Treffen zu Gestaltungsbeiräten, welches am 20. Oktober 2017 in Freiburg stattfindet www.bundesstiftung-baukultur.de. Hier werden ebenfalls die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts vorgestellt.

Im Ergebnis der Konferenz wurde die wichtige Funktion von Gestaltungsbeiräten in Deutschland als weiches Instrument zur Baukulturvermittlung unterstrichen. Die aktive Teilnahme an der Konferenz durch ein konzentriertes und interessiertes Fachpublikum spiegelte ein hohes Interesse an Austausch und Vernetzung aber auch an der durch das Forschungsprojekt gegebenen Vertiefung der Thematik wider.

Konferenzteilnehmende im PlenumKonferenzteilnehmende im Plenum Quelle: Adrian Ballosch

Session III: Klein- und MittelstädteSession III: Klein- und Mittelstädte Quelle: Adrian Ballosch

Abschluss Karin HartmannAbschluss Karin Hartmann Quelle: Adrian Ballosch

Kontakt

Karin Hartmann
Referat I 7 - Städtebaulicher Denkmalschutz
Tel.: +49 22899 401-1219
karin.hartmann@bbr.bund.de