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Baustoffe im Kreislauf

Baustoffe bilden die Grundsubstanz unserer gebauten Umwelt. Beginnend mit der Rohstoffgewinnung wird in der Regel über einen industriellen Bearbeitungsprozess ein Baustoff hergestellt. Dieser wird entweder direkt zum Bauen verwendet oder dient zur Herstellung komplexer Bauprodukte, die dann zur Errichtung von Bauwerken dienen.

Fachbeitrag: 2009

Die Errichtung von Bauwerken, die erforderlichen Reparaturen im Laufe ihrer Nutzungsphase und der Abbruch von Bauwerken nach dem Erreichen ihres Nutzungsendes sind oft mit irreparablen Eingriffen in den stofflichen und energetischen Naturhaushalt verbunden. Das BBSR setzt sich deshalb für eine ressourcenschonende, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Kreislaufwirtschaft im gesamten Bauwesen ein.

Lebenszyklus von BaustoffenBild 13: Lebenszyklus von Baustoffen

Um die Schonung von stofflichen und energetischen Ressourcen zu verbessern, greifen neue Forschungsergebnisse, neue wirtschaftliche Aufbereitungs- und Recycling-Technologien und staatlich-regulierende und wirtschaftsfördernde Maßnahmen Hand in Hand. Das Ziel ist die weitgehende Weiter- und Wiederverwendung von Reststoffen aus der laufenden Produktion sowie von Materialien aus Stoffkreisläufen. Dabei muss grundsätzlich nach Baustoffen in neuen Produkten und Baustoffen im Baubestand unterschieden werden.

Neue Produkte zeichnen sich durch ein hohes Innovationspotenzial und eine vielfältige Funktionalität aus. Der Trend zeigt, dass neue Bauprodukte in der Regel aus einer Vielzahl von Stoffen bestehen und in so genannten Kompositmaterialien auf den Markt gebracht werden. Auch die Verbindungstechnik wird häufig unlösbar ausgeführt. Ein späteres Trennen nach Stoffgruppen wird immer schwieriger. Hierfür müssen geeignete Verfahren entwickelt werden.

Baustoffe im Bestand hingegen weisen weniger komplexe Strukturen auf, können jedoch über die Nutzungsdauer Verunreinigungen erfahren, die eine Wiederverwendung erschweren. Darüber hinaus ist nach wie vor eine erhebliche Menge an gesundheitsgefährdenden Baustoffen in unseren Gebäuden verbaut. In der Regel sind diese für den Nutzer nicht gefährlich, da diese fest in die Bauwerksstruktur eingebunden sind. Jedoch wird beim Abbruch der gefährliche Stoff teilweise freigesetzt. Asbest ist ein typisches Beispiel dafür. Hier gilt es weiterhin die Bauschaffenden über die neuesten Techniken des Schutzes und der Beseitigung von gefährlichen Baustoffen zu informieren und für die Zukunft dafür zu sorgen, dass das Gefährdungspotenzial so gering als möglich bleibt.

Zusatzinformationen

Kontakt

Claus Asam
Referat II 6 - Bauen und Umwelt
Tel.: +49 30 18401-3412
Fax: +49 30 18401-2769