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Kostengünstige und qualitätsbewusste Entwicklung von Wohnungsobjekten im Bestand

Die Bestandsentwicklung von Ein- und Zweifamilienhäusern, kleineren Mietobjekten im Besitz von Einzeleigentümern und von Eigentumswohnungen gewinnt zunehmend an Bedeutung. In den Modellvorhaben wurden kommunale Initiativen und Strategien zur Sensibilisierung privater Einzeleigentümer im Umgang mit ihrer Immobilie untersucht und Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese Bestände durch geeignete Maßnahmen zeitgemäß und zukunftsfähig angepasst werden können.
Projektlaufzeit: Oktober 2004 - Oktober 2009

Ausgangssituation

Neubau spielt heute zur Deckung eines stetig zunehmenden Wohnraumbedarfs nur noch in Wachstumsregionen eine zentrale Rolle, während die Bedeutung der Bestandsimmobilien für eine nachhaltige Wohnungsversorgung zunimmt. Dass Bestandsimmobilien diese Versorgungsfunktion tatsächlich erfüllen, setzt aber voraus, dass sie langfristig der Nachfrage entsprechen, auch, wenn diese sich verändert. Auf dem derzeitigen Kenntnisstand kann nicht mit Gewissheit davon ausgegangen werden, dass dies auf alle vorhandenen Bestände zutrifft.

Neuere Tendenzen, welche die Marktfähigkeit zumindest von Teilen der älteren Bestände in Frage zu stellen drohen, können mit den Schlagworten Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung, neue Lebensstile und Wohnansprüche sowie zunehmende Mobilität umschrieben werden. Lebenslanger Immobilienbesitz wird vermutlich bald nicht mehr die Regel sein, wodurch die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Immobilie an Relevanz gewinnt.

Der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum wird vor allem in Schrumpfungsregionen zurück gehen. Innenstadtnahe Lagen werden stärker nachgefragt, gleichzeitig wächst das qualitative Anspruchsniveau der Nutzer. Über die Attraktivität einer Wohnung entscheidet zunehmend auch das Wohnumfeld. Auf der Nutzerseite schrumpft der Anteil der Familien. Gleichzeitig nimmt der Anteil von Haushalten ohne Kinder zu. Dem altengerechten Bauen kommt aufgrund der demographischen Entwicklung eine zunehmende Rolle zu.

Die beschriebenen Entwicklungen betreffen die Bestandobjekte nicht in gleichem Maße. Vielmehr sind regionale Marktbedingungen, Lage, bauliche Beschaffenheit und Ausstattung in ihrer Wechselwirkung für die weitere Verwertbarkeit eines Objektes entscheidend.

Zielsetzung

Im Fokus des Forschungsfeldes stand die Bestandsentwicklung von Ein- und Zweifamilienhäusern und kleineren Mietobjekten (bis zu etwa 12 Wohneinheiten) im Eigentum von privaten Einzeleigentümern. Untersuchungsgegenstand waren kommunale Motivations- und Aktivierungsstrategien sowie Entscheidungsprozesse über die Art und Weiterentwicklung dieser Bestände. Im Rahmen des Forschungsfeldes sollten Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie nicht mehr zeitgemäße Wohnimmobilien aktuellen Nachfragetendenzen angepasst und gleichzeitig langfristig zukunftsfähige Stadtstrukturen erreicht werden können.

Im Rahmen einer Experimentierphase, die auf zwei Jahre angelegt war, wurden von September 2005 bis Anfang 2008 in den Modellvorhaben Erfahrungen zu den Konzepten und Strategien zur kostengünstigen und qualitätsbewussten Entwicklung von Wohnobjekten im Bestand gesammelt und mit der Fachöffentlichkeit diskutiert. In das Forschungsfeld waren sechs Modellvorhaben einbezogen.


Auftragnehmer des Forschungsprojektes war das IfS Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH, Berlin, in Kooperation mit Norbert Post & Hartmut Welters, Architekten & Stadtplaner BdA/SDL, Dortmund.

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Karin Lorenz-Hennig
Referat II 13 - Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-2630
Christoph Zander
Referat II 13 - Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-1585