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Modellprojekt StädteRegion Aachen

Urbane Strategien zum Klimawandel - Kommunale Strategien und Potenziale

"klimAix – klimagerechte Gewerbeflächenentwicklung in der StädteRegion Aachen"

Ausgangslage/Betroffenheit

Am 21.10.2009 hat sich der Kreis Aachen mit allen neun kreisangehörigen Städten und Gemeinden und der Stadt Aachen zur StädteRegion Aachen mit rund 568.000 Einwohnern zusammengeschlossen.

Mittelfristig soll für die StädteRegion Aachen ein strategischer Handlungsplan in Richtung einer KlimaschutzRegion 2020 aufgestellt werden. Dabei ist die Entwicklung von Gewerbeflächen ein wichtiges Handlungsfeld, weil Industrie- und Gewerbegebiete einen großen Anteil der Siedlungsfläche in der Region Aachen einnehmen. Zudem hat die Region in den letzten Jahrzehnten einen grundlegenden Wandel von einer Montan- und Textilregion zum Hochtechnologiestandort vollzogen.

Handlungsfelder/Projektziele

Die StädteRegion Aachen hatte sich zum Ziel gesetzt, einen Leitfaden zur klimawandelgerechten Gewerbeflächenplanung für regionale Organisationen, Kommunen und ortsansässige Betriebe zu entwickeln.

Als Kernziele des Vorhabens galten

  • die Entwicklung eines Leitfadens zur klimawandelgerechten Gewerbeflächenentwicklung in der Neu- und Bestandsplanung im stadtregionalen Kontext
  • der VulnerabilitätsCheck als ein Online-Tool für Unternehmen um die Verwundbarkeit ihres Standorts bezüglich der Folgen des Klimawandels abzuschätzen

Dabei stehen folgende Forschungsfragen im Vordergrund:

  • Welchen Beitrag können Unternehmen und Betriebe auf Gewerbeflächen zum Klimaschutz leisten?
  • Welche klimainduzierten Risiken gibt es für Gewerbegebiete und welche Anpassungsbedarfe und -möglichkeiten ergeben sich daraus?
  • Lassen sich Typen von Gewerbegebieten unterscheiden, denen spezielle Maßnahmenportfolios zugeordnet werden können?
  • Welche bauleitplanerischen Möglichkeiten ergeben sich?
  • Welche Maßnahmen sind auf Ebene der Gebäude, Freiflächen und der Infrastruktur umzusetzen?
  • Welche Maßnahmen im Bereich des Verkehrs sind geeignet, eine klimafreundliche Mobilität zu stärken? Wo liegen Umsetzungschancen und Hemmnisse?
  • Welche Rolle können die Kammern, die Wirtschaftsförderung, die Gewerbetreibenden selbst und andere Akteure übernehmen?
  • Wie hoch sind Risikobewusstsein, Akzeptanz und Handlungsbereitschaft insbesondere bei den Gewerbetreibenden selbst?
  • Wie sieht eine Gesamtbilanz aus Bau und Betrieb des Gewerbes in Kombination mit dem Verkehr der Beschäftigten und Logistik aus?
  • Welchen Beitrag zum Image eines Gewerbegebietes leistet eine klimaverträgliche Gewerbeflächenentwicklung?

Ergebnisse des Modellprojekts

Der im Rahmen des Projektes "klimAix" entwickelte Leitfaden "Gewerbeflächen im Klimawandel" der StädteRegion Aachen beinhaltet Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Diese reichen von der gesamtstädtischen Perspektive, über Effekte im nahräumlichen Umfeld der Gewerbeflächen, bis hin zu Empfehlungen für konkrete bauliche Umsetzung auf den Flächen.

Karte mit Darstellung der Verwundbarkeit eines Gewerbegebiets gegenüber ExtremniederschlägenHochwassergefährdung eines Gewerbegebiets in Aachen Quelle: Jan Benden

Als Ergänzung zum Leitfaden wurde im Internet der "VerwundbarkeitsCheck" als Online-Tool bereitgestellt. Dieser ermöglicht es Unternehmern, anhand von Indikatoren zur räumlichen Exposition sowie zu baulichen und prozessualen Eigenschaften ihrer Betriebe, eine Grobeinschätzung der Verwundbarkeit des eigenen Unternehmens gegenüber den Klimafolgen vorzunehmen.

Weitere Informationen, Ergebnisse und Produkte aus dem Modellprojekt finden Sie auf der Webseite der StädteRegion Aachen und im Webportal klimastadtraum.de

Verstetigung

Die StädteRegion hat die Stabsstelle Klimawandel eingerichtet, um das Thema auf die politische Agenda zu setzen. Zudem soll im Jahr 2013 ein Leuchtturmprojekt zum Thema Klimaanpassung durchgeführt werden, um das Thema bei den Kommunen bekannter zu machen. Weiterhin sollen mehrere Klima- und Vulnerabilitätsanalysen durchgeführt werden, um eine gemeinsame Datenbasis für alle Kommunen des Nachbarschaftsverbands zu schaffen. Dies soll auch dazu beitragen, das Thema verstärkt in die Bauleitplanung zu integrieren.

Es werden Überlegungen angestellt, das Thema im Unternehmerkreis bekannter zu machen. So sollen die Unternehmen mit einem "Label" ausgezeichnet werden, die Maßnahmen ergreifen, um besonders klimarobust zu sein.

Projektpartner

Mit der Trägerschaft durch einen kommunalen Gemeindeverband wies das Modellprojekt eine besondere Konstellation auf, weil die StädteRegion Aachen mehrere Städte und Gemeinden vereint. Als weitere Projektpartner waren die Industrie- und Handelskammer Aachen, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft StädteRegion Aachen, die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer, der Aachener Verkehrsverbund (AVV), die Aachener Stiftung Kathy Beys sowie die Stadtwerke Aachen beteiligt und in die Steuerung eingebunden.

Lokale Forschungsassistenz und Ansprechpartner

Die lokale Forschungsassistenz wurde vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen (Jan Benden) übernommen. Ihm oblag die operative Koordination des Modellprojekts (Prozessmoderation, Organisation von Workshops, Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit), die inhaltliche Bearbeitung der genannten Forschungsfragen sowie die Ausführung der vier Projektbausteine. Bei der StädteRegion Aachen war die Ansprechpartnerin Frau Ruth Roelen von der Stabsstelle Regionalentwicklung.