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Jugend.Stadt.Labor

Konzept

Jugendorientierte Stadtentwicklung hat das Potenzial, vielfältige spannende Projekte hervorzubringen, die sich von den etablierten Vorstellungen der Erwachsenen stark unterscheiden. Durch eine strategische Förderung junger Stadtmacher und ihre wissenschaftliche Begleitung können innovative Projektansätze und Akteurskonstellationen entstehen, die neue Erkenntnisse für den Stadtumbau und die Innenstadtentwicklung hervorbringen. Folgende Thesen zur jugendorientierten Stadtentwicklung lagen dem Forschungsprojekt zu Grunde:

RÄUME – Jugendliche können und wollen Stadt mitgestalten, wenn sie über die notwendigen, selbstbestimmten Räume verfügen. Stadtquartiere können durch diese Räume nachhaltig mitgeprägt werden.

NEUES LERNEN – Jugendprojekte bieten die Chance für lebensnahe Bildungsprozesse und kollektive Lernprozesse neben der staatlichen Ausbildung. In den Lernprozess sind alle beteiligten Akteure, d.h. auch die Kommune und Gebäudeeigentümer mit eingebunden.

GOVERNANCE – Selbstbestimmte Jugendräume sind Orte praktischer Teilhabe, in denen gesellschaftliche Prozesse und Beteiligungsformate erprobt werden. Sie können einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von lokalen Governance-Strukturen liefern.

INTEGRATION – Die offene, netzwerkartige Struktur von Jugendprojekten befördert die Einbindung von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen.

DEMOGRAPHIE – Durch Jugendprojekte können Kommunen aktiv die Bindung von engagierten jungen Menschen an ihre Städte fördern. Dies ist vor allem für schrumpfende Gebiete von großer Bedeutung.

STADTENTWICKLUNG – Initiativen junger Menschen können eine kritische Masse bilden, die sich konstruktiv und schöpferisch mit stadtentwicklungspolitischen Themen auseinandersetzt. Sie besetzen die für die Stadtentwicklung immer wichtiger werdende Schnittstelle zwischen individueller Lebensweise und dem gemeinsamem Lebensumfeld.

Diskussion von JugendlichenDiskussion Quelle: Hans Friedrich

Projektphasen und Forschungsziele

Das Forschungsvorhaben war in zwei Projektphasen gegliedert. Die "Konzeptions- und Aufbauphase" (2013 bis 2014) diente dem Aufbau der Kerngruppe, Basisstation und der Bildung von Netzwerken sowie der konzeptionellen Vertiefung zur thematischen Ausrichtung des jeweiligen "Jugend.Stadt.Labors". In der anschließenden "Umsetzungsphase" (2015 bis 2016) sollten die Impulsprojekte in die konkrete Umsetzung gehen.

Mit dem Forschungsprojekt Jugend.Stadt.Labor sollten Erkenntnisse über den Aufbau und die Wirkung dauerhafter Jugendinitiativen als wichtige Akteure in den Governance-Strukturen der Stadtentwicklung gewonnen werden. Die wichtigsten Forschungsziele waren:

  • Die Erprobung neuer Governance-Strukturen, die auf das sich stark verändernde Lebensumfeld junger Raumentwickler reagieren
  • die Ableitung von stadtentwicklungspolitischen Empfehlungen und Praxiserfahrungen zur Einbindung und Unterstützung von Jugendinitiativen in übergeordnete Stadtentwicklungskonzepte und stadtentwicklungspolitische Prozesse
  • das Herausarbeiten neuer Instrumente zur Förderung junger Akteure über Programme des Bundes
  • die Dokumentation guter Beispiele zur Argumentation gegenüber öffentlichen und privaten Eigentümern

Forschungsfragen

Hinsichtlich der Potenziale und Hemmnisse von Jugend-Laboren bestand eine Reihe von Fragen, die im Rahmen der Modellvorhaben erforscht und beantwortet werden sollten:

  1. Wie können Jugendliche sich organisieren und vernetzen, um zu innovativen Raumentwicklern zu werden?
  2. Welche Ideen und Konzepte entwickeln Jugendliche hinsichtlich einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung und der Stadt von morgen?
  3. Wie können die Ergebnisse von Politik und Verwaltung verwertet werden?
  4. Welche konkreten Projekte entwickeln Jugendliche, um ihre Konzepte zu erproben und modellhaft umzusetzen?
  5. Welche Partnerschaften mit anderen lokalen Akteuren gehen sie dabei ein?
  6. Welche Auswirkung haben die Aktivitäten solcher "Jugend.Stadt.Labore" auf das umliegende Quartier, auf ihre Stadt oder Region?
  7. Welche generalisierbaren Schlüsse sind für das Instrumentarium (Stadtentwicklungspolitik, Städtebaurecht) des Bundes zu ziehen?
  8. Wie kann die Mitwirkung Jugendlicher und die Unterstützung selbstorganisierter Projekte in den Städtebauförderprogrammen des Bundes verbessert werden?

Zusatzinformationen

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Kontakt

Stephanie Haury
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2308
Stephan Willinger
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-1275