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Modellvorhaben: Urban.Aktiv, Halle/Saale

Stadt aktiv mitgestalten

Durch das Jugend.Stadt.Labor soll die Jugendbeteiligung in Halle aktiv gestärkt werden und ein direkter Einfluss auf das integrative Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erfolgen.

PROJEKTDATEN
StadtHalle/ Saale (230.000 Einwohner),
Sachsen-Anhalt
ProjektnameUrban Aktiv
AkteureProjektgruppe: Urbane Aktivisten
TrägerPostkult e.V.
Informationwww.postkult.de/projekte/urban-aktiv/
KooperationspartnerJugendrat und Jugendamt Halle/ Saale
Kernthemen
  • Mitwirkung Jugendlicher am Stadtentwicklungskonzept (ISEK)
  • Befähigung Jugendlicher zur selbstorganisierten Umsetzung
  • Umnutzung von Leerstand/ Brachen

Urban.Aktiv Infoveranstaltung mit Bauwagen im Rahmen der Fete de la Musique Jugend.Stadt.LaborUrban.Aktiv Infoveranstaltung mit Bauwagen im Rahmen der Fete de la Musique Quelle: Joshua Riehl

Projektbeschreibung

Selbstorganisierte Freiräume schaffen

Urban.Aktiv schafft selbstorganisierte Freiräume für Jugendliche in Halle und ermuntert junge Menschen dazu, ihre Stadt aktiv mitzugestalten. In einem ersten Impulsprojekt wurde auf einer interaktiven Website die Urban.Aktiv-Map eingerichtet. Hier sind junge Hallenser eingeladen, Orte von jungen und für junge Menschen einzutragen und bestehende Raumpotenziale für alle sichtbar zu machen. Die zahlreichen Einträge verzeichnen und beschreiben selbstorganisierte Treffpunkte und Beratungsstellen, Cafés, Bars und Clubs sowie städtische Freiräume und leer stehende Orte für kreative Aneignungen.

"Unsere Stadt soll bunter werden"

Weitere Impulsprojekte beschäftigen sich mit alternativen Jugendkulturen und nachhaltigen Lebensstilen, durch die Halle bunter werden soll. Dafür wurden ein "Fahrradkino" im Stadthof Glaucha und ein offener Jugendtreff in einem selbstgestalteten Bauwagen eingerichtet.

Im Rahmen des Bundeswettbewerbes "Zukunftsstadt" ist Urban.Aktiv als Akteur für junge Stadtentwicklung eingeladen, im Rahmen der Bürgerbeteiligung über die Zukunft der Großsiedlung Halle-Neustadt nachzudenken. Es werden Konzepte entwickelt, mit denen die von Abwanderung bedrohte Satellitenstadt und ein angrenzender Technologiepark zu einer klimaneutralen und sozial funktionsfähigen Stadt der Zukunft werden können. Die Ergebnisse fließen in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Halle 2025 ein.

Wirkung und Werte

Das Jugend.Stadt.Labor hat es durch Veranstaltungen und vor allem durch die Urban.Aktiv-Map geschafft, von Bürgern und der Stadtverwaltung in Halle wahrgenommen zu werden. Anhand der Projekte und Aktivitäten soll das Selbstbewusstsein der Jugend gestärkt und zu mehr Jugendengagement in der Stadt angeregt werden.

Impulsprojekte

Ideenwerkstatt "Stadt.Machen"

Im Frühjahr 2015 veranstaltete Urban.Aktiv eine Ideenwerkstatt mit dem Titel "Stadt.Machen". Ziel der Veranstaltung war, das Jugend.Stadt.Labor mit seinen Zielen und Inhalten vorzustellen und weiter zu bewerben. Zusammen mit städtischen Vertretern und jungen Interessierten wurden erste Ideen entwickelt, die dann im Rahmen des Jugend.Stadt.Labors ausdifferenziert und umgesetzt worden sind.

Urban.Aktiv-Map

Die Urban.Aktiv-Map (urban-aktiv.de) ist eine interaktive Online-Stadtkarte, die einen Überblick über vorhandene Jugendangebote in Halle gibt und Leerstände in der Stadt aufzeigt. Als interaktive, onlinebasierte Stadtkarte ging die Urban.Aktiv-Map Anfang 2015 online und umfasst mittlerweile über hundert Einträge, die Initiativen, Vereine, Sportplätze und Begegnungsorte verzeichnen. Das Angebot der Karte wurde auf verschiedenen Webseiten beworben, außerdem wurden Flyer und Plakate gedruckt und in der Stadt verteilt. Mit der Urban.Aktiv-Map wird auf Räume hingewiesen, die bisher nicht ausreichend genutzt werden bzw. in denen es noch Möglichkeiten zur kreativen Nutzungserweiterung und Aneignung gibt. Die Informationen sind für alle zugänglich und es gibt bereits Bestrebungen, eine zweite Informationsebene mit wichtigen Orten für geflüchtete Menschen in Halle einzuführen und die Karte zusammen mit Amnesty International in verschiedene Sprachen zu übersetzen.

Urban.Aktiv-Bauwagen

Der Urban.Aktiv-Bauwagen fungierte ursprünglich als mobile Einheit, um das Jugend.Stadt.Labor auf verschiedenen Veranstaltungen in Halle bekannt zu machen und wurde als Basis für Aktionen im Stadtraum genutzt. Nachdem der Wagen 2014 nicht mehr durch den TÜV kam und eine Reparatur mit hohen Kosten verbunden gewesen wäre, beschloss die Kerngruppe ihn fest zu verankern. Zusammen mit einer Gruppe von Jugendlichen wurde der Bauwagen im Garten des Veranstaltungsortes "Goldene Rose" fest installiert und um eine Terrasse und ein Toilettenhäuschen erweitert. Der Bauwagen dient nun als offener Jugendtreff und wird von einer unabhängigen Gruppe betrieben.

Fahrradkino

In Zusammenarbeit mit dem Verein CultureConAction e.V. wurde ein Fahrradkino auf dem Postkult-Gelände installiert. Die gezeigten Filme widmen sich dem Thema Stadt im weitesten Sinne, alle Filme werden thematisch eingeführt und anschließend diskutiert. Die Kerngruppe möchte darüber die Diskussion um das Stadt-Selbermachen initiieren und die Zuschauer für alternative und nachhaltige Lebensweisen sensibilisieren. Das Fahrradkino verknüpft Umweltschutz und nachhaltigen Energieverbrauch mit Freizeit und Kultur und macht diese Verbindung für jeden "erfahrbar". Die gezeigten Filme widmen sich dem Thema Stadt im weitesten Sinne; die Kerngruppe möchte darüber die Diskussion um das "Stadt selber machen" auf kreative Weise initiieren. So werden Themenabende wie "Radeln gegen Rechts", "Flüchtige Bekanntschaften" (Flüchtlinge) oder "RADatouille" (nachhaltige Ernährung) veranstaltet. Im Rahmen der Internationalen Bildungswochen gegen Rassismus wurde in Zusammenarbeit mit Amnesty International außerdem ein dreiteiliges Fahrradkino-Filmfestival organisiert, das verschiedene Filme mit anschließenden Diskussionsrunden anbot.

Forschung

Das Jugend.Stadt.Labor "Urban Aktiv" hat die klare Zielrichtung, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) durch Jugendbeteiligung aktiv mit zu gestalten und hat so eine partnerschaftliche Kooperation mit der Stadt aufgebaut. Das Modellvorhaben ist ein wichtiges Katalysatorprojekt für junge Menschen in Halle, das zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit Stadtentwicklungsfragen aufruft und eine vernetzende und nach außen sichtbare Wirkung entfaltet hat.

Das Modellvorhaben "urban.aktiv" leistet einen Beitrag zu den übergeordneten Forschungsthemen: "Neue Ökonomien & neue Ökologien" (Fahrradkino), und "Stadt als Klassenzimmer/Bildung" (Bauwagen, urban.aktiv.map).

Internetseite zum Projekt

urban-aktiv.de

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Stephanie Haury
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2308
Stephan Willinger
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-1275

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