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Baukultur konkret

Erkenntnis vergangener Studien ist, dass Baukultur in der eigenen Gemeinde nur dann gelingen kann, wenn sich die Vertreter aus Politik und Verwaltung mit zivilgesellschaftlichen Initiativen und Wirtschaftsakteuren im Interesse eines durchgehenden baukulturellen Handelns verbünden. Diese zivilgesellschaftlichen Ansätze ausfindig zu machen und geeignete Wege zu ihrer Unterstützung zu erproben, war Gegenstand des Forschungsvorhabens Baukultur konkret.

Projektlaufzeit: Januar 2014 – Oktober 2016

Ausgangslage

An der baukulturellen Entwicklung einer Gemeinde, einer Stadt oder einer Region zu arbeiten, kann vieles bedeuten, z.B.:

  • die Arbeit in Dorf- und Stadterneuerung,
  • die Gestaltung konkreter Plätze, Straßenräume und öffentlicher Bauten,
  • die strategischen Überlegungen bei der Entwicklung von Neubaugebieten,
  • die Pflege von Baudenkmälern,
  • die Umnutzung von Leerständen,
  • die Aufarbeitung der Siedlungsgeschichte,
  • die kompetente Beratung von Bauherren,
  • oder das Experimentieren mit partizipativen Planungsprozessen.

Egal worum es sich handelt – zur Unterstützung und Förderung von Baukultur in der Breite scheint eine kompetente Beratung der Arbeit der Akteure vor Ort sinnvoll und hilfreich.

Vorangegangene Forschungsvorhaben des Bundes wie "Baukultur in der Praxis" oder "Kommunale Kompetenz Baukultur" betrachteten in den letzten Jahren vorrangig die Stärkung der Baukultur auf der kommunalen Ebene. Das Ergebnis: Es gibt von lokalen Akteurinnen und Akteuren getragene "Baukulturgemeinden", in denen der Begriff Baukultur bereits fest verankert und Teil einer kommunalen Handlungsstrategie ist. In vielen anderen Gemeinden hingegen sind zwar gute Ansätze, Ideen und Projekte einzelner Initiativen vorhanden. Es fehlt dort jedoch häufig an der erforderlichen Wahrnehmung, Akzeptanz und Zustimmung, um sich auf der Gemeindeebene durchzusetzen und dort zu einem Gesamtverständnis für Baukultur beizutragen.

An dieser Stelle setzt "Baukultur konkret" an. Im Forschungsvorhaben ermittelte das Forschungsteam bundesweit existierende Baukulturinitiativen, die diese Schwelle noch nicht überschritten haben, und untersuchte diese in 12 Modellvorhaben. Da die Baukulturförderung in vielen Großstädten bereits umfangreich etabliert ist, lag der Fokus des Forschungsprojekts auf Klein- und Mittelstädten sowie den Dörfern und Gemeinden der ländlichen Räume.

Aussichtsplattform in BaiersbronnAussichtsplattform in Baiersbronn Quelle: LandLuft

Ziel

Ziel war es, den Kenntnisstand über Baukulturinitiativen in Deutschland zu erweitern und dabei in einem ersten Schritt vor allem die Hürden und Restriktionen ihres Wirkens vor Ort zu erfassen und zu analysieren.

In einem zweiten Schritt sollte den Initiativen hinsichtlich der erkannten Hemmnisse eine professionelle Unterstützung gegeben werden. Über konkrete Interaktionen vor Ort sollten dabei verschiedene Arbeits- und Vermittlungsformate erprobt und hinsichtlich ihrer Eignung und (Impuls-)Wirkung ausgewertet werden.

Schlussendlich sollten lokale und gemeinsame bundesweite Veranstaltungen einen Grundstein legen, um Baukulturinitiativen zu verstärken und zu vernetzen.


Auftragnehmer des Forschungsprojekts war die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Baukultur konkret: Büro für urbane Projekte, Leipzig; Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter; LandLuft Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen, Moosburg (AT)

Zusatzinformationen

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Kontakt

Karin Hartmann
Referat I 7 - Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz
Tel.: +49 228 99401-1219