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Nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbegebieten

Ergebnisse

Die übergreifende Auswertung der Ergebnisse aus den Modellvorhaben wurde Ende 2019 abgeschlossen. Die Modellvorhabenergebnisse werden durch Erkenntnisse aus umfassenden Literaturstudien, Recherchen von Praxisbeispielen und aus vier Projektwerkstätten ergänzt. Bei diesen Arbeitstreffen haben die Akteure der Modellvorhaben und die Begleitforschung die Fragestellungen zur nachhaltigen Weiterentwicklung von Gewerbegebieten aus unterschiedlichen Blickwinkeln und vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus den Modellvorhaben erörtert und zu übergreifenden Erkenntnissen zusammengeführt. Die Forschungsfeldergebnisse sind auf der Fachkonferenz „Vergessene Stadträume – Weiterentwicklung von Gewerbegebieten im Bestand“ präsentiert und diskutiert worden.

Die Ergebnisse der Modellvorhaben zeigen vielversprechende Ansatzpunkte – etwa bei der Initiierung gebietsbezogener Kooperationen, der Einbeziehung der Gewerbegebietsentwicklung in die Stadtentwicklungspolitik, der betrieblichen Modernisierung oder der Bereitschaft der öffentlichen Hand, in konkrete Maßnahmen zu investieren. Die Verbesserung der (Verkehrs-)Infrastrukturen, die städtebauliche Erneuerung, die Schaffung von Versorgungs- und Aufenthaltsqualität sowie die notwendige nachhaltige Umweltausrichtung stellen die Modellvorhaben jedoch weiterhin vor große Herausforderungen.

Ein Schlüssel zum Erfolg lag bei allen Modellprojekten in der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure, vor allem von Stadtplanung, Wirtschaftsförderung, Fachressorts der Verwaltung, Politik und Unternehmen. Die Modellvorhaben verfolgten dazu Ansätze des Gebietsmanagements und den Aufbau ressortübergreifender Arbeitsstrukturen.

Um bestehende Gewerbegebiete nachhaltig weiterzuentwickeln, müssen die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehören die Standortsicherung bestehender Gewerbegebiete durch ein klares politisches Bekenntnis und die planungsrechtliche Absicherung der Gewerbe- oder Industrienutzung. Die Erfahrungen der Modellvorhaben zeigen, dass die Weiterentwicklung von Gewerbebestandsgebieten einen langen Atem braucht sowie personeller und finanzieller Ressourcen bedarf. Hier besteht praktischer Handlungs- und Unterstützungsbedarf in der Stadtentwicklung.

Die Ergebnisse der Modellvorhaben sind in den ExWoSt-Informationen Heft 49/4 dokumentiert. Die Veröffentlichung ist hier online und gedruckt erhältlich.

Aus den Ergebnissen des ExWoSt-Forschungsfelds wurden folgende verallgemeinerbare Erkenntnisse für eine erfolgreiche Weiterentwicklung bestehender Gewerbegebiete abgeleitet:

  1. Gewerbegebiete besitzen substanzielle Bedeutung für die Städte und Gemeinden; ihre nachhaltige Entwicklung muss auf allen (Planungs-)Ebenen als entwicklungspolitisches Ziel verankert werden.
  2. In älteren Gewerbebestandsgebieten konzentrieren sich Defizite und Risiken; gleichzeitig bieten sie vielfältige Potenziale und Chancen für eine nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden.
  3. Die kommunale und raumordnerische Sicherung von Bestandsflächen für Gewerbe und Industrie ist eine grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche städtische Ökonomie und die Förderung von Produktion in der Stadt.
  4. Das besondere Städtebaurecht gibt den Kommunen vielfältige Instrumente an die Hand, die bei der Entwicklung von Gewerbebestandsgebieten zum Einsatz kommen können.
  5. Die Ziele und Strategien eines nachhaltigen Qualifizierungs- und Anpassungsprozesses für den Gewerbestandort müssen in ein Gesamtkonzept eingebettet werden.
  6. Die Entwicklung von Gewerbebestandsgebieten erfordert eine zielgerichtete öffentliche Intervention, d.h. Schwerpunkte für die Erneuerung setzen, öffentliche Investitionen mit Impulswirkung vorantreiben, Innovationen fördern sowie kurzfristige und sichtbare städtebauliche Veränderungen anstoßen.
  7. Konsequent nachverdichten bedeutet, Flächenpotenziale in Gewerbebestandsgebieten zu erschließen und Aktivierungshemmnisse offensiv abzubauen.
  8. Mobilität, Breitband, Nahversorgung: In älteren Gewerbebestandsgebieten besteht ein hoher Bedarf, die Infrastruktur zu erneuern und zukunftsfähig auszubauen.
  9. Risikovorsorge und Klimaanpassung sind zentrale Themen in Gewerbebestandsgebieten. Das bedeutet: Gefahren und Risiken erkennen und reduzieren, Vorsorge treffen und die Resilienz der Gebiete erhöhen.
  10. Eine nachhaltige Bestandsentwicklung muss das Umfeld der Gewerbegebiete in den Blick nehmen, um Nachbarschaftskonflikte zu vermeiden oder zu mindern.
  11. Die langfristigen und komplexen Qualifizierungsprozesse in Gewerbebestandsgebieten erfordern angemessene Governancestrukturen. Dazu zählen eine effektive Ämterkoordination, ein dauerhaftes Gewerbegebietsmanagement und aktive Unternehmensnetzwerke.
  12. Ein Schlüssel für den Erfolg in der Entwicklung von Bestandsgebieten ist die Beteiligung der Akteure vor Ort.
  13. Die nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbebestandsgebieten erfordert spezifische Förderstrukturen durch Bund und Länder.
  14. Durch einen Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen und durch Handlungsempfehlungen zu besonderen Herausforderungen können Bund und Länder wertvolle Unterstützung leisten.

Implikationen des technischen Wandels für Stadträume urbaner Produktion

Im Laufe dieses ExWoSt-Forschungsfeldes hat sich gezeigt, dass Zusammenhänge zwischen technischen Entwicklungen im verarbeitenden Gewerbe und deren stadträumlichen Wirkungen an Bedeutung gewinnen. Allerdings konnten diese Bezüge anhand von Modellvorhaben nicht ausreichend geklärt werden. Deshalb wurde in Ergänzung zur Modellvorhabenforschung mit einer Medienauswertung den Implikationen des technischen Wandels für Stadträume urbaner Produktion nachgegangen.

Das Ergebnis der Medienrecherche steht hier zum Herunterladen zur Verfügung:

Zusatzinformationen

  • Logo zum ExWoSt-Forschungsfeld Nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbegebieten

Kontakt

Bernd Breuer
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2268
Mechthild Renner
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2323