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Klimaresilienter Stadtumbau – Bilanz und Transfer von Ergebnissen des Forschungsfeldes StadtKlimaExWoSt

Fallstudienstädte

Es wurden zehn Fallstudienstädten ausgewählt, welche bereits in unterschiedlicher Intensität an der Schnittstelle von Klimaanpassung und Stadtumbau aktiv waren. Im Austausch mit den kommunalen Vertretern wurden Erfolgsfaktoren der kommunalen Anpassungsprozesse und beispielhafte Projektansätze identifiziert.

Bottrop

  • ca. 116.000 Einwohner
  • Betroffenheit: v.a. Starkregen, Sturmschäden (insb. Pfingsten 2014), überwärmte Innenstadtbereiche
  • Ende des Bergbaus und begonnener Strukturwandel sind Herausforderung und Chance zugleich
  • Hohe Sensibilität in der Bevölkerung für Anfälligkeit der Infrastrukturen und mögliche Gebäudeschäden
  • Aktivitäten: Gewinn des Wettbewerbs Innovation City Ruhr mit dem Ziel bis 2020 50% weniger CO² zu erzeugen und gleichzeitig klimagerechten Stadtumbau zu betreiben

Bremen

  • ca. 550.000 Einwohner
  • Betroffenheit: vornehmlich Starkregen, Hochwasser, Hitzeinseleffekt im Stadtzentrum
  • Leitbild einer grünen Stadt am Wasser
  • Großer Bedarf an neuem Wohnraum
  • Innenentwicklung wird Vorrang vor Neuausweisung von Flächen gegeben
  • Aktivitäten: Teilnahme am KLIMZUG-Projekt nordwest2050; "Klimazuschlag" als Vorsorgemaß im Generalplan Küstenschutz; Projekt "KLAS – Klimaanpassungsstrategie Extreme Regenereignisse"; Berücksichtigung im Rahmen der Neuaufstellung des FNP und des Landschaftsprogramms; aktuell Erarbeitung einer kommunalen Klimaanpassungsstrategie

Dortmund

  • Knapp unter 600.000 Einwohner
  • Betroffenheit: in der Vergangenheit v.a. Sturm, Hochwasser, Starkregen
  • Notwendigkeit von Anpassungsmaßnahmen rückte durch Extremwetterereignisse in das Bewusstsein von Bevölkerung und Politik
  • Durch Stilllegung von Industriestandorten viele Konversionsflächen
  • Aktivitäten: Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel im Rahmen verschiedener Projekte, z.B. Phoenix-West, Phoenix-Ost, Emscherumbau; aktuell Klimafolgenanpassungskonzept für den Stadtbezirk Dortmund-Hörde

Hagen

  • ca. 190.000 Einwohner
  • Betroffenheit: v.a. Hitze, Sturm, Starkregen, Hochwasser
  • starker Bevölkerungsrückgang, gleichzeitig hoher Anteil der hitzesensiblen Bevölkerung über 70 Jahre
  • Aktivitäten: Verbundprojekt zur Entwicklung einer Strategie "Klimawandel und Demografischer Wandel"; städtischer Fließweg- und Senkplan der Siedlungswasserwirtschaft; Hochwasserrisikomanagementplan in Vorbereitung

Karlsruhe

  • ca. 300.000 Einwohner
  • Betroffenheit: v.a. Hitze
  • Sommerliche Überhitzung führt zu einer hohen bioklimatischen Belastung der Bevölkerung
  • Aktivitäten: 2013 Beschluss der Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels; städtebaulicher Rahmenplan Klimaanpassung mit Identifizierung von städtischen Hot Spots

Leipzig

  • ca. 560.000 Einwohner
  • Betroffenheit: v.a. Hitze, starke Bevölkerungszunahme (Zuzug und hohe Geburtenrate) sowie steigende Übernachtungszahlen führen zu einer erhöhten Nachfrage nach bebaubaren Flächen
  • Aktivitäten: Leitbild "Leipzig wächst nachhaltig"; Ermittlung von Hot-Spots der bereits heute stark überwärmten Siedlungsbereiche; Erarbeitung von Anpassungsstrategien in Arbeitsgruppen mit internen und externen Akteuren; Fortschreibung des Fachkonzepts Freiraum- und Umwelt aus dem INSEK; Bildmarke für die Kommunikation der Aktivitäten zum Klimawandel; kommunale Bürgerumfrage zu Verhaltensänderungen im Klimawandel

Ludwigsburg

  • ca. 89.000 Einwohner
  • Betroffenheit: v.a. Hitze, Erosion / Verwehung auf landwirtschaftlichen Flächen, punktuell Überflutungsgefahr
  • Aktivitäten: Freiflächenentwicklungskonzept mit integriertem Grünleitplan; Klimaanpassungskonzept in Erarbeitung; Projekt "Grünes Zimmer" am Ludwigsburger Rathaus

Regensburg

  • ca. 140.000 Einwohner
  • Betroffenheit: v.a. Hitze, häufige Konversionswetterlagen
  • Hoher Versiegelungsgrad in der "Steinernen Stadt" führt zu starken Hitzebelastungen
  • Besondere Herausforderung: Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen in der Altstadt. Das Gebiet hat historisch so gut wie keinen Baumbestand. Der Schutz als UNESCO-Weltkulturerbe macht Anpassungsmaßnahmen, wie z.B. Begrünung und Verschattung, schwierig
  • Aktivitäten: Teilnahme an StadtKlimaExWoSt (Teilprojekt A: Integration von Klimaanpassungsmaßnahmen in den Flächennutzungsplan; Teilprojekt B: Klimaanpassung im Welterbe-Ensemble Innenstadt); Integration der Klimaanpassung im Rahmen der Erstellung des Landschaftsplans.

Speyer

  • ca. 50.000 Einwohner
  • Betroffenheit: v.a. Hitze, Niedrig- und Hochwasser
  • Historischer Stadtkern schon heute extrem durch Hitze belastet; Zielkonflikte in Bezug auf Klimaanpassungsmaßnahmen mit dem Denkmalschutz
  • Aktivitäten: Projekt "Klimawandel Speyer folgen"; Förderung privater Maßnahmen im Rahmen energetischer Sanierungen sowie Fassadenbegrünungsprogramm; Klimagutachten im Rahmen der Neuerschließung von Baugebieten; Stadtplan für heiße Tage

Wiesbaden

  • ca. 270.000 Einwohner
  • Betroffenheit: v.a. Hitze, Sturm, Hochwasser, Starkregen
  • Durch seine Kessellage ist Wiesbaden durch austauscharme Wetterlagen geprägt. Die Frischluftzufuhr aus dem Taunus wird teilweise durch bestehende Bebauung gehemmt. Dies führt zu Wärmebelastungen im Stadtgebiet und somit zu gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung
  • In der Vergangenheit z.T. große Schäden infolge von Sturm- sowie kurzen Starkregenereignissen mit heftigen Überschwemmungen
  • Aktivitäten: Klimaprojektion Hitzetage Hessen sowie Klimafunktionskarte; Projekt "Bäche ans Licht" zur Freilegung verrohrter Bachläufe; in der Bauleitplanung Darlegung des klimaökologischen Leitbildes der jeweiligen Planung; Einbringen von Klimaanpassungsaspekten bei der Fortschreibung des Landschaftsplans; Integration der Klimaanpassung in das Wiesbadener Stadtentwicklungskonzept

Zusatzinformationen

Logo KlimaExWoSt

Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305
Dr. Fabian Dosch
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2160