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Umwandlung von Nichtwohngebäuden in Wohnimmobilien

In vielen Städten Deutschlands waren während der letzten Jahre einerseits erhebliche Leerstände von Nichtwohngebäuden und eine zunehmend schwierigere Vermietbarkeit von Büroflächen zu beobachten. Gleichzeitig ließen die Wohnungsmärkte Angebotsengpässe mit der Folge steigender Mieten erkennen. Insofern gewann die Umwandlung von Nichtwohngebäuden für die Kommunen, aber auch für die Immobilien- und Wohnungswirtschaft zunehmend an Attraktivität. Das Forschungsfeld sollte Chancen und Herausforderungen der Umwandlung von nicht mehr genutzten Nichtwohngebäuden zu Wohnungen in angespannten Wohnungsmärkten aufzeigen.

Projektlaufzeit: März 2015 – Dezember 2017


Ausgangslage

Vor allem in den stark wachsenden Groß- und Universitätsstädten nahm die Nachfrage nach Wohnraum durch Zuwanderung, erhöhte Studentenzahlen, die wachsende Anzahl von Singlehaushalten und den steigenden Flächenbedarf pro Person kontinuierlich zu. Mieten und Bodenpreise stiegen entsprechend an. Die gestiegenen Wohnungsmieten erreichten in manchen Wachstumsregionen teilweise bereits das Niveau von Büromieten oder übertrafen sie sogar. Dadurch dass auf dem Wohnungsmarkt ein geringes bis sehr geringes Leerstandsrisiko bestand, konnte dies eine Umwandlung von leer stehenden Nichtwohnimmobilien zu Wohnraum attraktiv machen.

Bundesweit stieg von 2000 bis 2010 der Anteil leer stehender Büroflächen in den sieben größten Städten von 2,8% auf 10,4%. In einigen Großstädten hatte sich der Leerstand von Bürogebäuden zum Massenphänomen entwickelt. In Frankfurt am Main lag die Leerstandsquote von Bürogebäuden 2012 trotz positiver Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr bei 14%, bei Wohngebäuden nur bei 2,2%. Der demografische Wandel machte sich bei der Nutzung von Schulen und Kirchen bemerkbar. Hinzu kamen Bauten, die ohnehin nur einen temporären Daseinszweck hatten. Neben fehlenden Mieteinnahmen zwangen die Instandhaltungskosten die Eigentümer zum Handeln.

Ziel 

Im Anschluss an eine Studie zu den Umwandlungsaktivitäten in Deutschland wurden im Forschungsfeld in einem zweiten Schritt geeignete Modellvorhaben ausgewählt und wissenschaftlich vertiefend begleitet. Die Modellvorhaben fragten einerseits nach den Möglichkeiten und Grenzen kommunaler Aktivitäten auf diesem Handlungsfeld. Die anderen Modellvorhaben umfassten Projektentwickler und Investoren. Vor allem ging es um die Frage, wie durch eine Umwandlung von Nichtwohngebäuden preisgünstigen Wohnraum realisiert werden kann.

Auftragnehmer des Forschungsfelds waren IfS Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH, Berlin, sowie blauraum architekten Planungsgemeinschaft mbH, Hamburg.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Karin Lorenz-Hennig
Referat II 13 - Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-2630