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GIS-ImmoRisk – Geoinformationssystem zur bundesweiten Risikoabschätzung von zukünftigen Klimafolgen für Immobilien

Insbesondere um das Ausmaß der finanziellen und gesundheitlichen Risiken des Klimawandels zu reduzieren, benötigen Immobilieneigentümer, -kaufwillige und -entwickler mehr Transparenz über gegenwärtige und zukünftige Gefährdungen und Risiken durch Klimafolgen. Im Forschungsvorhaben wird ein zielgruppengerechtes geographisches Informationssystem (GIS) entwickelt, das auf Basis verfügbarer Datengrundlagen die qualitative und quantitative Einschätzung von Klimarisiken sowie die Darstellung der Standortgefährdung durch Extremwetterereignisse für Immobilien ermöglicht.

Projektstart : Oktober 2015

Ausgangslage

Die Geschwindigkeit der Klimaveränderung wird sich im Laufe des 21. Jahrhunderts stark beschleunigen. Führende Klimaforscher, der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (Weltklimarat, IPCC) sowie Rückversicherungsgesellschaften konstatierten eine wachsende Anzahl wetterbedingter Schadensereignisse in diesem Jahrhundert als Folge des fortschreitenden Klimawandels. Infolge dieses Wandels ist auch in Deutschland – in regional unterschiedlicher Ausprägung – mit einer Zunahme von Extremwetterereignissen und daraus resultierenden Schäden zu rechnen.

Naturgefahren wie Sturm, Hagel oder Starkniederschlag führen in Deutschland bereits jedes Jahr zu Sachschäden an Gebäuden in Höhe mehrerer Milliarden Euro. Zudem nimmt gerade in Städten die Belastung durch sommerliche Extremhitze zu; diese kann insbesondere bei älteren und kranken Menschen sowie bei Kindern zu einer erhöhten Mortalitätsrate führen. Immobilieneigentümer, -kaufwillige und -entwickler – privat, öffentlich oder gewerblich – stehen damit vor einer völlig veränderten Risikosituation. Kommunen und Immobilieneigentümer sind daher gehalten, Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer adäquaten Entlastung führen.

Bisher fehlt es den Akteuren der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft jedoch an fundierten Informationen zur Risikoidentifizierung, -analyse und -bewertung von Klimafolgen, die sie in ihren Entscheidungen wie beispielsweise der Grundstücks- oder Objektauswahl sowie dem Investitionsverhalten insgesamt unterstützen könnten. Dazu zählen Anpassungsstrategien in der Bestandsentwicklung zur Reduzierung des Risikos an der Immobilie, die Streuung des Risikos beim Portfoliomanagement oder die Risikoübertragung durch den Abschluss einer Versicherung, die im Schadensfall die finanziellen Verluste übernimmt.

Ziel 

Vor diesem Hintergrund wurde in einem ersten Schritt von 2011 bis 2013 auf Basis damals verfügbarer Datengrundlagen das ImmoRisk-Tool als Teil des Aktionsplans I der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) erarbeitet, das eine Bewertung von gegenwärtigen und zukünftigen Klimarisiken für 15 Pilotstandorte ermöglicht. In einem weiteren Schritt wird nun seit Oktober 2015 im Forschungsvorhaben GIS-ImmoRisk als Teil des Aktionsplans II ein Geoinformationssystem entwickelt, das Immobilieneigentümer, -kaufwillige und -entwickler dabei unterstützen soll, bundesweit und flächendeckend die Gefährdungssituation ihrer Immobilienstandorte durch Naturgefahren wie Starkregen, Wintersturm, Waldbrand, Erdbeben und Hitze einzuschätzen sowie je nach Verfügbarkeit der Datengrundlagen eine qualitative oder quantitative Bewertung von Klimarisiken für ihre Immobilien vorzunehmen.

Bei der Entwicklung des Werkzeugs GIS-ImmoRisk Naturgefahren werden Grundlagen aus den abgeschlossenen Forschungsvorhaben ImmoKlima (>> weitere Infos) und ImmoRisk (>> weitere Infos) eingebunden.

Das Geoinformationssystem soll eine Entscheidungs- und Handlungsgrundlage für Investitionen bieten. Daneben soll es dem Nutzer zielgruppengerechte begleitende (Hintergrund-)Informationen und Erläuterungen bereitstellen. Sowohl die Risikobewertung einzelner Objekte als auch die Bewertung des Gesamtrisikos eines Portfolios sollen im GIS möglich sein. Ergebnisse aus mikroskaligen stadtklimatischen Simulationen sollen dort wo diese verfügbar sind, in das GIS integriert werden können, ebenso relevante standortspezifische Grundlageninformationen aus den Kommunen oder weiteren amtlichen Stellen.

Als Anwenderzielgruppe werden neben den Eigentümern der öffentlichen Hand die gewerbliche Immobilien- und Wohnungswirtschaft und insbesondere Privateigentümer berücksichtigt.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Ute Birk
Referat II 13 - Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-1242