Navigation und Service

Baukultur und Tourismus – Kooperation in der Region

Baukultur und Tourismus werden bisher viel zu selten gemeinsam und vernetzt bearbeitet. Vor allem in ländlichen Regionen Deutschlands wird qualitätsvolles Planen und Bauen als touristisches Potenzial häufig nicht wahrgenommen. Viele gute Gründe sprechen dafür, dies zu ändern. Denn ein lebendiger Tourismus kann die Lebensqualität und regionale Identität ländlicher Räume steigern und die wirtschaftliche Wertschöpfung in den Regionen bewahren. Im ExWoSt-Forschungsfeld "Baukultur und Tourismus – Kooperation in der Region" haben sieben Modellvorhaben erprobt, wie die Kooperation von Baukultur und Tourismus im ländlichen Raum gestärkt werden kann und welche Werkzeuge dafür gewinnbringend sind.

Projektlaufzeit: Juli 2016 – November 2019

Ausgangslage



Die maßgebliche Problemstellung des ExWoSt-Forschungsfeldes "Baukultur und Tourismus – Kooperation in der Region" bestand darin, herauszuarbeiten inwiefern qualitätsvolles Planen und Bauen in ländlichen Räumen als touristisches Potenzial genutzt werden kann und wie – umgekehrt – ein florierender Tourismus zu baukulturell wertvollem Bauen beiträgt. Dabei war die Kernfrage, wie die Kooperation von Baukultur und Tourismus in den Regionen strategisch und operativ gestärkt werden kann. Eine Ausgangsthese lautete dabei: Die Kooperation von regionaler Baukultur und Tourismus kann Wertschöpfung in der jeweiligen Region erzeugen und so zur Stabilisierung ländlicher Räume beitragen.

Die inhaltlichen Grundlagen lieferte unter anderem die vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und dem ehemaligen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Auftrag gegebene Studie "Regionale Baukultur und Tourismus", die Anfang 2015 abgeschlossen wurde. Die Forschungsergebnisse und die vorgestellten Beispiele dieser Studie zeigen, dass es gute Chancen für eine erfolgreiche und zukunftsfähige gemeinsame Entwicklung von Baukultur und Tourismus in Deutschland gibt. In vielen Regionen bzw. touristischen Destinationen existieren schon Ansätze, die auf ein gewinnbringendes Zusammenwirken von gutem qualitätsvollem Planen und Bauen und touristischer Entwicklung hindeuten.

>> zur Vorstudie

Ziel 

In der Zusammenarbeit mit ausgewählten Modellvorhaben geht es darum, die bisher zusammengetragenen Erkenntnisse und Ansätze der Vorgängerstudie "Regionale Baukultur und Tourismus" zur Realisierung der Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Baukultur und Tourismus in die Praxis zu überführen und an einer Umsetzung vor Ort zu arbeiten.

Die Modellvorhaben sollen erproben, wie sich die Kooperation von Baukultur und Tourismus im ländlichen Raum stärken lässt, welche Werkzeuge dafür geeignet sind und wie die Verständigung untereinander und die gegenseitige Wahrnehmung beider Disziplinen gut gelingen kann. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Unterstützung derjenigen Akteure, die Tourismus und Baukultur strategisch zusammenführen und umsetzen wollen. Aus den Ergebnissen sollen für weitere Kommunen und Regionen (Tourismusverbände, etc.) und deren Akteure übertragbare und praktikable Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Die Ziele und Aufgaben in der Zusammenarbeit mit den Modellvorhaben liegen vor allem in drei übergeordneten Bereichen:

  1. Wissensbasis erweitern und verbreitern
  2. Zusammenarbeit und Dialog fördern
  3. Baukulturelle Kompetenzen auf regionaler Ebene weiter stärken

Im vorliegenden Forschungsfeld ging es darum, die in der Vorstudie zusammengetragenen Erkenntnisse und Ansätze zur Realisierung der Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Baukultur und Tourismus in die Praxis zu überführen und gemeinsam mit den sieben ausgewählten Modellvorhaben an einer Umsetzung vor Ort zu arbeiten. Um die Forschungsfragen beantworten zu können, folgende Ziele der gemeinsamen Arbeit in den Modellvorhaben (MV) formuliert:

  • Vernetzen der relevanten regionalen Akteure aus Baukultur und Tourismus,
  • Initiierung von Prozessen zur Förderung der Zusammenarbeit beider Disziplinen,
  • geeignete "Baukultur- und Tourismus-Strategie" entwickeln, die auch Werbestrategien zur Vermarktung von Baukultur aus der Nutzerperspektive einschließt,
  • Entwicklungsplanung durchführen,
  • geeignete Beratungs-Tools für beide "Seiten" erarbeiten,
  • gemeinsam definierte Maßnahmen umsetzen,
  • beispielhafte Projektentwicklungen fördern,
  • Formate zur Verstetigung des angeschobenen Prozesses erstellen und
  • den Erfolg evaluieren.

Die Forschungsassistenz zur Begleitung der Modellvorhaben und zur Auswertung der Ergebnisse des Forschungsfeldes erfolgte durch die interdisziplinäre "Arbeitsgemeinschaft BAUKULTOUR", bestehend aus der Aachener Stadtplaner und Architekten Partnerschaft Heinz Jahnen Pflüger (HJPplaner) und der Tourismusberatung COMPASS aus Köln. Die Akteure in den Modellvorhaben sollen in die Lage versetzt werden, baukulturelle und touristische Potenziale der eigenen Region zu erkennen, zu schärfen und weiterzuentwickeln. Wissen und Bewusstsein für die Chancen einer gewinnbringenden Zusammenarbeit von Baukultur und Tourismus sollen vor Ort gestärkt werden. Hierbei kann und soll über Best Practices und den Erfahrungsaustausch untereinander von anderen gelernt werden. Dadurch werden gleichzeitig die fachübergreifende Zusammenarbeit gefördert und Netzwerke aufgebaut, Synergieeffekte verdeutlicht und arbeitsfähige Strukturen geschaffen. Instrumente zur Verbesserung der Baukultur in den Regionen – nicht nur im touristischen Bereich – sollen bekanntgemacht und erprobt werden.

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Christoph Vennemann
Referat I 7 - Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz
Tel.: +49 228 99401-1246