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Anforderungen an energieeffiziente und klimaneutrale Quartiere

Die Bundesregierung und viele Kommunen haben sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt. Diese können nur erreicht werden, wenn im Gebäudebestand und im Verkehr die Energieeffizienz erhöht und der verbleibende Energiebedarf zunehmend aus regenerativen Quellen gedeckt wird.

Projektlaufzeit: Oktober 2011 – Juni 2017

Ausgangslage

In Kommunen und Quartiere können lokale Strategien entwickelt werden, die auf die Besonderheiten der Gebäudestruktur, der Eigentümer und der Energieerzeugungspotenziale Rücksicht nehmen.

Strategische Schwerpunkte bilden beispielsweise energetische Sanierungen, der Ausbau erneuerbarer Energien oder Wärmenetze unterschiedlicher Größe und mit verschiedenen Energiequellen. Gleichzeitig kann die lokale Bündelung und Kommunikation von Aktivitäten helfen, energetische Sanierungsprozesse voran zu treiben. Denn diese scheitern oft an der Unsicherheit der Eigentümer darüber, mit welchen Maßnahmen langfristig welche Effekte erzielt und wie diese finanziert werden.

Der moderierte Erfahrungsaustausch und das Lernen vom Nachbarn bringen dann besonders viel, wenn räumliche Nähe und baulich ähnliche Voraussetzungen bestehen. Hier können zum Beispiel Sanierungssteckbriefe und ein Sanierungsmanager im Quartier die lokale Energieberatung voranbringen.

Dies kann helfen, den besten Weg zum Ziel einzuschätzen. Lohnt sich zum Beispiel ein Nahwärmenetz oder sinkt durch die Gebäudesanierung der Energiebedarf so stark, dass kleinteilige Lösungen gefragt sind? Wie vertragen sich Denkmalschutz und Gebäudesanierung?

Welche Synergien sind im Quartier möglich, zum Beispiel zwischen gewerblichen Abwärmeerzeugern und privatem Wärmebedarf? Welche Zielgruppen bewohnen das Quartier nach einem Generationswechsel, und wie sind deren finanziellen Möglichkeiten? Wie kann ein Großvermieter durch eine qualitative Diversifizierung seines Portfolios angestammte Mieter im Quartier halten und trotzdem energetische Ziele erreichen?

Wie fügen sich Verkehrsmaßnahmen in das Quartierskonzept ein? Gleichzeitig gilt es, einen einmal eingeschlagenen Weg im Hinblick auf die Zielerreichung zu bewerten. Welchen Beitrag leistet ein Quartier zur Erreichung der Klimaschutzziele? In welchen Bereichen bleibt die Sanierung hinter den Erwartungen zurück?

Sinkt mit der Reduzierung des Energiebedarfs (also dem bauphysikalischen Normwert) auch der durch das Nutzerverhalten beeinflusste tatsächliche Energieverbrauch – oder wäre hier zusätzlich eine Nutzerberatung sinnvoll? All dies sind Fragen, die eine energetische Quartiersbilanz beantworten kann.

Ziel

Ziel der ersten ExWoSt-Studie "Anforderungen an energieeffiziente und klimaneutrale Quartiere" (EQ) war es, eine Mess- und Erhebungsmethodik zu erstellen, die eine Quantifizierung des Energiebedarfs bzw. -verbrauchs auf der Analyseebene Quartier ermöglicht. Hierfür wurden die Energiekonzepte von sieben Städten und Gemeinden untersucht. Zudem flossen Erfahrungen aus den Bewertungsebenen Gebäude und Stadt/Region ein. Dabei wurde der Integration des Verkehrs besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Die zweite Studie "Erweiterte Bilanzierung von Energieverbrauch und CO2-Emissonen auf Quartiersebene" (EQ II) zielte auf einen Vergleich von Bilanzierungstools sowie eine Weiterentwicklung der Methodik ab.


Auftragnehmer waren das Institut Wohnen und Umwelt (IWU), Darmstadt sowie VERKEHRSLÖSUNGEN BLEES, Darmstadt.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Eva Schweitzer
Referat I 5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-1654

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