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Innerstädtische öffentliche Räume in Klein- und Mittelstädten

Die öffentlichen Räume in der Innenstadt spielen eine besondere Rolle für Stadtleben und Gesellschaft – das gilt auch für Klein- und Mittelstädte. An ihrer Produktion, Nutzung und Regulierung sowie der Pflege und dem Management ist eine Vielzahl verschiedener Akteure beteiligt. Im Rahmen von Fallstudien sollten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie und von wem die Gestaltung, Nutzung und Pflege innerstädtischer öffentlicher Räume gesteuert werden. Dabei lag ein besonderes Interesse auf der Einbindung und Kooperation unterschiedlicher Akteure sowie auf innovativen Ansätzen. Auf dieser Grundlage wurden übertragbare Ansätze zur Qualifizierung öffentlicher Räume in Klein- und Mittelstädten identifiziert.

Projektstart: Oktober 2013 – Mai 2015

Öffentliche Räume werden auch in Klein- und Mittelstädten vielfach genutztÖffentliche Räume werden auch in Klein- und Mittelstädten vielfach genutzt Quelle: plan zwei, Hannover

Ausgangslage

Seit jeher sind die politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Kräfte der Gesellschaft in den Innenstädten konzentriert, bzw. spiegeln sich in diesen wider. Und hier spielen gerade die öffentlichen Räume eine besondere Rolle. Öffentliche Räume sind Ort der Kommunikation und der Begegnung und Konfrontation, sie dienen der (Fort-)Bewegung und der Versorgung, sie werden für Repräsentation und Darstellung genutzt. Auch für die Außenwahrnehmung einer Stadt und ihre Imagebildung sind die öffentlichen Räume in der Innenstadt von herausragender Bedeutung.

Im wissenschaftlichen Diskurs zur Innenstadt und ihren öffentlichen Räumen standen bislang vor allem Großstädte im Zentrum der Aufmerksamkeit. Klein- und Mittelstädte sind jedoch – im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung – im dezentral strukturierten Bundesgebiet die prägende Siedlungsform: Fast zwei Drittel aller Einwohner und gut die Hälfte aller Arbeitsplätze entfallen auf Kommunen mit 10.000 bis 100.000 Einwohnern.

Die Entwicklung der Innenstädte, auch jenseits der Großstädte und Metropolregionen, ist seit einigen Jahren u.a. durch die Initiative "Weißbuch Innenstadt" und das Städtebauförderungsprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" stärker in den Fokus des Bundes und der Länder gerückt. Bislang gab es jedoch keine bundesweiten Ansätze, die drei Themenfelder Innenstadtentwicklung, öffentlicher Raum sowie Klein- und Mittelstädte zusammen in einer Untersuchung zu betrachten. Um diese Forschungslücke zu schließen, haben das BMUB und das BBSR das ExWoSt -Forschungsprojekt "Innerstädtische öffentliche Räume in Klein- und Mittelstädten" durchgeführt.

Ziel

In dem Forschungsprojekt sollte die kommunale Praxis in Klein- und Mittelstädten ins Blickfeld gerückt werden, um Erfahrungen gewinnen zu können, ob es jenseits der Großstädte Besonderheiten bei der Gestaltung, Nutzung und der Unterhaltung der innerstädtischen öffentlichen Räume gibt. Ein weiteres Ziel war es, nachahmenswerte Exempel zu identifizieren, die zeigen, wie ein erfolgreiches Management innerstädtischer öffentlicher Räume in Klein- und Mittelstädten aussehen kann.

Anhand von Fallstudien sollten praxisnahe Erkenntnisse über die Produktion (Planung und Gestaltung), Nutzung und Regulierung eines möglichst breiten Spektrums öffentlicher Räume in den Innenstadtbereichen von Klein- und Mittelstädten vor dem Hintergrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen gewonnen werden. Das Verständnis von "öffentlichen Räumen" reichte in der Untersuchung von Markt- und Stadtplätzen, Parks und Grünflächen bis zu Fußgängerzonen und Straßenräumen. Zudem sollten auch private Freiräume mit öffentlichen Nutzungen betrachtet werden, z.B. Passagen und Shopping-Center. Entscheidendes Kriterium war die öffentliche Nutzbarkeit der Räume, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen.

Die Untersuchung sollte Aufschluss über geeignete, Erfolg versprechende kommunale Strategien zur Steuerung der Gestaltung und Nutzung innerstädtischer Räume geben. Es sollten "funktionierende" Akteurskonstellationen und die Voraussetzungen für ihr gemeinsames, zielgerichtetes Handeln identifiziert werden. Hierfür wurden insbesondere Strategien und Instrumente, Akteurskonstellationen sowie das Steuerungs- und Verfahrensmanagement untersucht. Des Weiteren ging es um die Darstellung innovativer Ansätze sowie die Ableitung praxisbezogene Handlungsempfehlungen zur Gestaltung und Nutzung, Kooperation und Kommunikation, die unter den jeweils spezifischen Rahmenbedingungen der Kommunen Anwendung finden können.

Bearbeitet wurde das Projekt von einer Arbeitsgemeinschaft aus plan zwei Stadtplanung und Architektur und dem Arbeitsgebiet Projektentwicklung und Projektmanagement in der Stadtplanung der HafenCity Universität Hamburg.

Zusatzinformationen

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Dr. Brigitte Adam
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2325