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Neue Kooperationen und Finanzierungsmodelle zur Sicherung der Daseinsvorsorge in kleinen Städten und Gemeinden im ländlichen Raum

In kleinen Städten und Gemeinden im ländlichen Raum gewinnen kooperative Lösungen und alternative Finanzierungsmodelle zur Sicherung der sozialen und kulturellen Infrastruktur zunehmend an Bedeutung. Mit dem Forschungsprojekt wurden diese neuen Formen und Modelle systematisch erhoben und in Fallstudien untersucht. Die Ergebnisse liefern Erkenntnisse zu der Finanzierung, den Finanzierungspotentialen, den Akteuren und ihren Funktionen sowie den Erfolgsfaktoren.

Projektlaufzeit: November 2013 - Februar 2015

Ausgangslage

Der demographische Wandel führt zu erheblichen Veränderungen beim Angebot und der Nachfrage nach Leistungen der Daseinsvorsorge, insbesondere in kleinen Städten und Gemeinden. So ist zum einen das Angebot aufgrund der geringen Bevölkerungszahl und -dichte und damit die Tragfähigkeit und Finanzierbarkeit von Infrastruktureinrichtungen gefährdet. Zum anderen verändert sich auch die Nachfrage in den Gebieten, die von hoher Abwanderung und Alterung betroffen sind. So induziert beispielsweise die veränderte Altersstruktur weniger Nachfrage nach Schulen und mehr Bedarf an Einrichtungen zur Altenpflege.
Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend schwieriger, ein adäquates Angebot an Infrastruktureinrichtungen vor allem in kleinen Städten und Gemeinden in ländlichen Regionen bereitzustellen. Die Folgen sind Einbußen bei der Effizienz, der Erreichbarkeit stationärer Einrichtungen oder der Qualität. Dies ist vor dem Postulat der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse nur schwer hinnehmbar.
Doch die Regionen stehen nicht chancenlos da. Veränderungen verlangen neue Lösungen und bergen auch Potentiale zum Beschreiten neuer Wege. Dabei ist es aufgrund des hohen Problemdrucks notwendig, pragmatische und innovative Lösungen zu finden.
Die Erfahrungen zeigen, dass es in den Regionen Deutschlands vielfältige neue kooperative Ansätze, aber auch neue Finanzierungs- und Betreiberstrukturen zur Bereitstellung sozialer und kultureller Infrastrukturangebote gibt. In diesem Rahmen werden neue Instrumente entwickelt und eine den Bedürfnissen und Herausforderungen angepasste, eventuell jedoch ungewohnte Form der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum gestaltet.


Ziel

Vor dem skizzierten Hintergrund hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im November 2013 eine Studie im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt) zum Thema "Neue Kooperationen und Finanzierungsmodelle zur Sicherung der Daseinsvorsorge in kleinen Städten und Gemeinden im ländlichen Raum" vergeben.

Ziel der Studie war es, im Rahmen einer systematischen Bestandsaufnahme neue Kooperationen und Finanzierungsmodelle im Bereich der sozialen und kulturellen Infrastruktur zu identifizieren und anhand ausgewählter Fallstudien und Expertengespräche umfassend zu untersuchen, um zentrale Rahmenbedingungen, Erfolgsfaktoren, die Rolle der einzelnen Akteure, aber auch mögliche Finanzierungsmodelle aufzubereiten, zu verallgemeinern und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Die Fallstudien wurden mit der Methode Innovationsbiographie untersucht. Die Methode ermöglicht es, innovative Entwicklungen – wie in diesem Projekt die Etablierung neuer Kooperations- und Finanzierungsmodelle – angefangen von der ersten Idee bis zu ihrer Umsetzung mittels Experteninterviews zu rekonstruieren. So können Aussagen über die Meilensteine, Barrieren und Lösungswege eines solchen Innovationsprozesses sowie über die daran beteiligten Akteure getroffen werden. Darüber hinaus lässt sich auf diese Weise die Entwicklung und Umsetzung unterschiedlicher Kooperations- und Finanzierungsformen vergleichen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich der Erfolgs- und Hemmfaktoren herausarbeiten.

Auftragnehmer war eine Arbeitsgemeinschaft aus SPRINT - wissenschaftliche Politikberatung und IAT - Institut für Arbeit und Technik mit dem Unterauftragnehmer Quaestio Forschung & Beratung.

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Dr. Rupert Kawka
Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-1314

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