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Lage und Zukunft der Kleinstädte in Deutschland – Bestandsaufnahme zur Situation der Kleinstädte in zentralen Lagen

Kleinstädte ebenso wie Mittelstädte sind in der Raumforschung – auch international – eine vernachlässigte Kategorie. Die Rolle von Klein- und Mittelstädten in ländlichen und als peripher eingestuften Regionen als Stabilisatoren und Anker im Raum ist allgemein anerkannt und erfährt jüngst in der Forschung stärkere Beachtung. Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung in Teilregionen der letzten Jahre steht der weniger problematisierte Typus von Kleinstädten in zentralen Lagen jedoch bislang nicht im Fokus. Diese Lücke soll das Forschungsprojekt schließen und die aktuelle Situation der Kleinstädte mit besonderem Blick in zentralen Lagen untersuchen.

Projektstart: August 2016 – April 2019

Ausgangslage

Im Forschungsprojekt ging es explizit um die Kleinstädte in zentralen Lagen. Das konnten Kleinstädte im Verflechtungsbereich der Metropolen, aber auch Kleinstädte in Verflechtungsbereichen von Regionen außerhalb der Metropolregionen, den Regiopolen, sein. Damit sprach das Projekt das Thema der Stadtregionen und die Debatte um Reurbanisierung an, die in Deutschland seit nunmehr fast zehn Jahren an Intensität gewonnen hat. Aber auch die Forschung hat bislang praktisch ausschließlich Großstädte im Fokus. Vor der Reurbanisierungsdebatte hatte die Zwischenstadtdebatte in ihren facettenreichen Diskursen zwar in Ansätzen dazu geführt, dass der vormals geschmähte suburbane Raum in der Stadtforschung vor allem kulturlandschaftlich neubewertet wurde. Die Forschung zu diesem Thema brachte jedoch relativ wenige fundierte empirische Erkenntnisse über Entwicklungen, Formen und Funktionen von Städten im suburbanen Raum hervor.

Für Kleinstädte in zentralen Lagen ließen sich trotz ihrer insgesamt günstigen Entwicklungsperspektiven einige Probleme benennen, die für sie spezifisch sind. Diese Probleme werden aber vor allem erst im stadtregionalen Kontext deutlich. Ein wesentlicher Problemschwerpunkt ist, dass diese Städte stark mit den dazugehörigen Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen und die Verkehrsträger verflochten sind. Kleinstädte sind in zentralen Lagen deutlich stärker spezialisiert als in ländlichen Regionen, was zumindest bedeutet, dass bestimmte Versorgungleistungen suburbanen Verkehr erzeugen. Haben also die Kleinstädte auch in insgesamt wachsenden Regionen mit spezifischen Problemlagen umzugehen, so gibt es auch im suburbanen Raum den Typus der stagnierenden oder schrumpfenden Kleinstadt.

Ziel

Das Forschungsprojekt schloss einerseits eine Forschungslücke, sollte andererseits jedoch auch Entwicklungsmöglichkeiten von Kleinstädten aufzeigen. Die jeweiligen Erfahrungen der Kleinstädte musste das Projektteam dabei in ihren jeweiligen stadtregionalen Verflechtungen und Zusammenhängen betrachten. Das vorhandene Defizit strategischer Entwicklungsplanungen für viele Kleinstädte in zentralen Lagen konnte damit begründet werden, dass lange Zeit kein Bedarf an entsprechenden Konzepten gesehen wurde. Das Projekt musste daher auch die Frage beantworten, ob sich schrumpfende Kleinstädte in zentralen Lagen intensiver mit ihren eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und damit auch mit der Frage ihrer Rolle in einer Stadtregion beschäftigen als wachsende Kleinstädte in zentralen Lagen.

Im Fokus des Forschungsinteresses standen folgende Fragen:

  • Wie stellen sich die räumlichen regionalen Verflechtungen der Kleinstädte in zentralen Lagen dar?
  • Erfüllen die Kleinstädte die Wohnbedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger, insbesondere auch der Neubürgerinnen und -bürger?
  • Welche Bedeutung kommt harten und weichen Standortfaktoren in den Kleinstädten zu, wie sind sie in Strategieentwicklung und Stadtentwicklung verankert?
  • Welche Entwicklungsstrategien verfolgen Kleinstädte in zentralen Lagen? Welche Steuerungsinstrumente stehen den Kommunen zur Verfügung?
  • Welche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten haben die Kleinstädte in zentralen Lagen?

Aus den Antworten auf diese Fragen wurden im Projekt schließlich Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen für die nationale Stadtentwicklungspolitik abgeleitet.

Auftragnehmer des Projekts waren das IfS Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH und die complan Kommunalberatung GmbH.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Antonia Milbert
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2256