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Landschaftsgestaltung in der Mecklenburgischen Seenplatte – im Spannungsfeld von kulturellem Erbe, Schrumpfung und Energiewende

MORO "Regionale Landschaftsgestaltung"

Projektträger: Regionaler Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte

Ansprechpartner: Christoph von Kaufmann (poststelle@afrlms.mv-regierung.de)

Zielsetzung des Vorhabens

Das Modellvorhaben zielt darauf ab, das Thema "Landschaft und deren Transformation" mit Stakeholdern der Landnutzer (Bauernverband, Windenergiebranche, Tourismusverband, Landschaftspflegeverband), mit Gemeinden und sektoralen Fachbehörden in drei Teilräumen exemplarisch zu diskutieren und die jeweils spezifischen Perspektiven und Belange der einzelnen Akteure einzubinden. Die drei Teilräume spiegeln die wichtigsten Landschaftstypen und Transformationsprozesse in der Region wider:

  1. die Energielandschaft um Friedland mit Windenergie und Photovoltaik,
  2. die zentralmecklenburgische Park- und Gutslandschaft als größte besonders wertvolle historische Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zwischen Basedow und Hohenzieritz sowie
  3. die Peene-Tollense-Trebel-Flusslandschaft um Demmin mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft.

Auch die Chancen aktiver Landschaftsgestaltung im Kontext von Schrumpfung und demografischem Wandel werden beleuchtet.

Mit der Zuwendung des Bundes soll die Organisation, Durchführung und Evaluation dieses Umsetzungsprozesses zur Initiierung konkreter Handlungsmaßnahmen und Leitprojekte zur Landschaftsgestaltung finanziert
werden.

Das im Rahmen des Vorhabens erarbeitete Strategiekonzept "Regionale Landschaftsentwicklung MSE" soll anschließend in das formelle Regionale Raumentwicklungsprogramm (RREP MSE) integriert werden

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Die Region Mecklenburgische Seenplatte (MSE) gehört zu den strukturschwachen, ländlich-peripheren Räumen mit bereits durch den demografischen Wandel bedingten, erheblichen Herausforderungen bezüglich der Sicherung der Daseinsvorsorge. Die landschaftliche Attraktivität mit einzigartigem Naturreichtum und vielen Gewässern und den wertvollen historischen Kulturlandschaften ist das wichtigste Potenzial der Region als Tourismusdestination. Seit der deutschen Wiedervereinigung hat sich die Tourismuswirtschaft von allen Wirtschaftszweigen am dynamischsten entwickelt und trägt neben der Landwirtschaft wesentlich zur Bruttowertschöpfung bei.

Mit ihren großen landwirtschaftlichen Anbauflächen und dem hohen Windaufkommen verfügt die Mecklenburgische Seenplatte über wirtschafts- und umweltrelevante Ressourcen zur Erzeugung regenerativer Energie. Bezüglich der Windenergie werden gegenwärtig im Rahmen einer Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Eignungsgebiete für Windenergieanlagen ausgewiesen. Die Errichtung von in diesen Eignungsgebieten raumordnerisch zulässigen, bis zu 200 m hohen Windenergieanlagen stellt gegenwärtig den dynamischsten landschaftswirksamen Transformationsprozess dar. Landwirtschaftsunternehmen mit beträchtlichen Bewirtschaftungsflächen, deren Größe seit der Wiedervereinigung gegenüber der Gutswirtschaft und den Produktionsgenossenschaften zu DDR-Zeiten noch deutlich zugenommen haben, sind mit technologisch innovativem Maschineneinsatz die wenigen Hauptakteure der Landschaftsgestaltung. Die unternehmerischen Entscheidungen weniger Akteure beeinflussen somit den Wandel des Landschaftsbildes am stärksten.

Grundsätzliche Ziele der Landschaftsentwicklung liegen in der behutsamen Weiterentwicklung der Region unter Bewahrung ihrer Ursprünglichkeit als Basis für die nachhaltige touristische Entwicklung sowie zur Förderung der regionalen Identität, Umnutzung und Instandhaltung von Guts- und Parkanlagen. Dafür werden wirtschaftlich tragfähige Nutzungskonzepte zur Verbesserung des Landschaftsbildes und zur Förderung des Kulturtourismus sowie die behutsame Weiterentwicklung und Pflege der historischen Kulturlandschaften durch angepasste Landnutzungsformen angestrebt.

Der Regionale Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte hat sich mit seinen Gremien (Vorstand und Facharbeitsgruppe) sowie seiner Geschäftsstelle (Amt für Raumordnung und Landesplanung Mecklenburgische Seenplatte) dem Thema aus regionalplanerischer Sicht gestellt. Im Rahmen des MORO soll exemplarisch aufgezeigt werden, wie Prozesse des Landschaftswandels konkret und gemeinsam mit relevanten Akteuren gestaltet werden können. Die Akteure können dabei auf ihre langjährigen Erfahrungen in der umsetzungs- und projektorientierten Regionalentwicklung wie auch auf etablierte Arbeits- und Entscheidungsstrukturen zurückgreifen.

 

Wesentliche Projektbausteine

ANALYSE

  • Baustein 1: Expertenworkshop zur Auswertung des Landschaftsplans sowie von Gutachten und Visualisierungen.

  • Baustein 2: Workshops in den drei Teilräumen zur Vertiefung der jeweiligen Spezifika.

  • Baustein 3: Regionalkonferenz zur Zusammenführung der Ergebnisse.


UMSETZUNG

  • Baustein 4: Strategiekonzept für die drei Teilräume: Ausarbeiten von Trends, Leitbildern, Zielen und Visualisierungen der regionalen Landschaftsgestaltung.

  • Baustein 5: Vorschläge für regionalplanerische Ziel- und Grundsatzformulierungen; Herbeiführung eines Beschlusses im Regionalen Planungsverband zur Fortschreibung des Regionalplans, u.a. zur Einführung besonders wertvoller historischer Kulturlandschaften als neue Raumkategorie.

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305