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Postindustrielle Kulturlandschaft der Metropole Ruhr

MORO "Regionale Landschaftsgestaltung"

Projektträger: Regionalverband Ruhr (RVR)

Ansprechpartner: Frank Bothmann (bothmann@rvr-online.de)

Zielsetzung des Vorhabens

Das Modellvorhaben zielt darauf ab, Prozesse der Landschaftsentwicklung und die Umsetzung konkreter Vorhaben auf drei Handlungsebenen voranzutreiben:

  • Lokale Ebene: Partizipatorischer Prozess zur Etablierung eines kulturlandschaftlichen Mitmach-Parks "Wasser und Erlebnispark am Wasserkreuz"; Ziel ist eine nachhaltige Bewirtschaftung der geplanten kulturlandwirtschaftlichen Maßnahmen, v.a. in Kooperation mit den Landwirten und der Bevölkerung
  • Interkommunale Ebene: Entwicklung von Handlungsansätzen zur Co-Produktion von Kulturlandschaft in einem Regionalen Grünzug; exemplarische Umsetzung des Projekts Wildblumenwiesen aus dem Forschungsvorhaben „CoProGrün“ in Kooperation mit einem breiten Akteursspektrum, v.a. der urbanen Landwirtschaft;
  • Konzeptionell-gesamträumliche Ebene: Fachworkshop zur Diskussion zukunftsfähiger, nachhaltiger Modelle einer regional tragfähigen Ausgleichs- und Ersatzregelung; ein Schwerpunkt soll auf der ökologischen Eingriffskompensation liegen, als Schlüsselthema für eine nachhaltige urbane Landwirtschaft

Die Erkenntnisse und Handlungsansätze zur Freiraumqualifizierung werden über das Instrument "Regionales Freiraumentwicklungskonzept" in die Regionalplanung und Fachplanungen eingespeist.

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Die Metropole Ruhr ist eine polyzentrale Agglomeration mit rund 5 Mio. Einwohnern. Der Verdichtungsraum ist durch einen hohen Anteil an Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Verkehrsflächen gekennzeichnet, durchzogen von Gewässern und Freiräumen mit land- und forstwirtschaftlicher sowie gartenbaulicher Nutzung, traditionellen Parkanlagen und bergbaubedingter "Sekundärlandschaft".

Verschiedene Transformationsprozesse wirken sich auf die zukünftige Landschaftsgestaltung aus: der wirtschaftliche Strukturwandel von der Montanindustrie zur Dienstleistungswirtschaft, die in den 1990er Jahren begonnene Umsetzung des "Emscher Landschaftsparks" zur Entwicklung postindustrieller Kulturlandschaften und der Umbau der Emscher zu einem ökologisch wertvollen Gewässersystem.

Die konzeptionellen und räumlichen Ziele der Freiraumsicherung und Freiraumentwicklung in der Metropole Ruhr sind in den Masterplänen "Emscher Landschaftspark 2010" und "Emscher Zukunft" festgelegt. Diese zielen auf einen Wiederaufbau von Landschaft mit der Integration ehemaliger Bergbauflächen und -standorte, v.a. Halden, Industrienaturflächen, Brachen, postindustrielle Parks, sowie einen ökologischen Umbau des ehemals offenen Abwassersystems der Emscher und seine Qualifizierung im Hinblick auf eine postindustrielle Kulturlandschaft.

Die Konzepte wurden 2014 mit der Denkschrift „Produktiver Park“ und den hieraus entwickelten handlungsorientierten Leitlinien "Position 2020+ Emscher Landschaftspark" fortgeschrieben. Die programmatische Neuausrichtung erfordert es, einen Fokus auf die Beteiligung von Akteuren zu legen, die die Räume aktiv gestalten und nutzen. Der „Produktive Park“ bündelt somit verschiedene Leistungen der Städtelandschaft, v.a. urbane Landwirtschaft, urbane Waldnutzung, Klimaschutz und Klimaanpassung, Biodiversität, Mobilität, Umweltbildung, Kunst und Kultur, Erholung, Freizeitwirtschaft, Wohnen, Firmenstandort.

Für die Umsetzung haben drei Schlüsselakteure eine strategische Kooperation gebildet: der Regionalverband Ruhr (RVR) als Planer, Umsetzer und Betreiber regionaler Landschaftsinfrastruktur, die Emschergenossenschaft, zuständig für den Emscherumbau, sowie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die als Interessensvertretung den größten Flächennutzer im Emscher Landschaftspark (circa 40 % der Fläche) vertritt.

Im Modellvorhaben sollen nun auf drei Handlungsebenen – lokal, interkommunal und konzeptionell gesamträumlich – Landschaftsentwicklungsprozesse bzw. konkrete Vorhaben zur regionalen Landschaftsgestaltung durch akteursbezogene Beteiligungsformen qualifiziert und umgesetzt werden. Es soll gezeigt werden, wie institutionelle und informelle Akteure an einer Co-Produktion von Freiräumen auf unterschiedlichen Ebenen erfolgreich zusammenwirken können und welche Rahmenbedingungen für eine Einrichtung und Verstetigung von genutzten Freiräumen im städtischen Kontext notwendig und sinnvoll sind. Auch soll geklärt werden, welche Handlungsansätze der gesetzliche Rahmen der Ausgleichs- und Ersatzflächenregelung für die urbane Landwirtschaft und die regionale Landschaftsgestaltung bietet.

 Wesentliche Projektbausteine

  • Baustein 1: Projektkoordination und Arbeitsplanung, Berichtswesen
  • Baustein 2: Partizipationsprozesse kulturlandschaftlicher "Mitmach- Park" auf lokaler Ebener: Mehrstufiger Partizipationsprozess zur Entwurfsplanung eines Natur- und Wassererlebnisparks, der sich an die Bevölkerung und vor allem an Jugendliche richtet; Erarbeitung einer genehmigungspflichtigen Entwurfs- und Ausführungsplanung; umsetzungsbezogene Aufgabenteilung zwischen "Eigenleistung" durch die Jugendlichen sowie externe garten- und landschaftsbauliche Leistungen
  • Baustein 3: Co-Produktion von Kulturlandschaft auf regionaler Ebene: Vertiefung der Projektidee bzw. des Handlungsansatzes aus dem Projekt CoProGrün zur Anlage von Wildblumenwiesen auf möglichst vielen Brachflächen; Erarbeitung und Erprobung des Konzepts in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer
  • Baustein 4: Fachworkshop zum Thema zukünftige und nachhaltige Modelle einer regional tragfähigen Ausgleichs- und Ersatzregelung mit Schwerpunkt auf naturbasierten Ökosystemleistungen

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305