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Resilientes Schwarzatal – Landschaftsgestaltung als partizipativer STADTLAND-Prozess

MORO "Regionale Landschaftsgestaltung"

Projektträger: Zukunftswerkstatt Schwarzatal e.V.
Ansprechpartner: Dr. Burkhardt Kolbmüller (b.kolbmueller@t-online.de)

Zielsetzung des Vorhabens

Mit dem Modellvorhaben, insbesondere dem Werkstattverfahren und dessen partizipativer Begleitung, sind v.a.

folgende Zielsetzungen verbunden:

  • Herausarbeiten und Kommunizieren historischer, naturräumlicher, sozialer und technischer Bedeutungsebenen der Kulturlandschaft; Lesbarmachen der Landschaft an ausgewählten Orten
  • Erarbeitung von Kriterien resilienter, partizipativer und zukunftsfähiger Landschaftsgestaltung
  • Ermöglichung von "kreativen Räumen" zur Erprobung zukunftsfähiger individueller und kollektiver Lebensentwürfe; "Sommerfrische" als spezifischer Fokus und kommunizierbare Leitidee
  • Entwicklung und Erprobung niedrigschwelliger Kommunikations- und Beteiligungsformate zukunftsfähiger
  • Landschaftsgestaltung
  • Entwicklung und Erprobung neuer STADTLAND-Beteiligungsformate im Sinne einer "solidarischen Landschaftsgestaltung"
  • Einbettung dieser Ideen als Möglichkeitsräume in die Regionalplanung.

Die Ergebnisse sollen in die Auswahl und Umsetzung von ersten Pilotprojekten münden, die auf der Werkschau der IBA 2019 präsentiert werden.

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Das Schwarzatal liegt am Nordrand des Thüringer Waldes und ist von einer ausgedehnten Waldlandschaft mit engen Flusstälern und offenen Hochflächen geprägt. Charakteristisch für die Siedlungsstruktur sind kleine bis kleinste Dörfer – häufig unter 100 Einwohner – und einige Klein- und Mittelstädte. Die Kulturlandschaft ist traditionell von Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Bergbau und Handwerk geprägt.

Das Schwarzatal ist ein Landschaftsraum mit großer Geschichte: Im 19. und 20. Jahrhundert zog es Gäste aus ganz Europa hierher in die "Sommerfrische". Nach 1990 ist der ehemals boomende Tourismus stark zurückgegangen und hat sich seitdem, trotz ermutigender neuer Ansätze, nicht wieder erholt. Heute gehört das Schwarzatal zu den Regionen mit den schlechtesten Demographie-Prognosen in Thüringen (-25 % und mehr bis 2030). In der Konsequenz leiden Orts- und Landschaftsbilder unter Leerstand bzw. mangelnder Pflege. Die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen ist aufgrund der Topographie schwierig und trotz Förderung kaum rentabel. Durch die derzeit von der Landesregierung vorangetriebene Gebietsreform droht zudem ein politisches "Auseinanderbrechen" der Region.

Aber es gibt auch neue Ansätze, die hoffnungsvoll stimmen: Die LEADER-Aktionsgruppe Saalfeld-Rudolstadt fördert innovative Projekte, z.B. die Verwertung regionaler Produkte. Forstverwaltung und Naturpark Thüringer Wald unterstützen die Pflege von Wanderwegen und Freizeitinfrastrukturen.

Schloss Schwarzburg erfährt 2018/19 eine Neubelebung als "Denkort der Demokratie". Seit 2015 beteiligt sich die Zukunftswerkstatt Schwarzatal mit dem Konzept "Resilientes Schwarzatal" an der Internationalen Bauausstellung IBA Thüringen. Ziel des Vereins ist es, positive Entwicklungen in der Region anzustoßen, Akteure zu vernetzen und "Möglichkeitsräume" für neue Nutzungen zu schaffen.

Im Zuge des Modellvorhabens, das die Zukunftswerkstatt Schwarzatal gemeinsam mit der IBA Thüringen bearbeitet, werden vier interdisziplinäre Expertenteams über ein Werkstattverfahren Ideen für die zukunftsfähige Entwicklung der regionalen Kulturlandschaft erarbeiten. Dabei geht es nicht nur um landschaftsplanerische Aspekte und eine ansprechende Gestaltung des Umfelds, sondern auch um das Aufzeigen von "Möglichkeitsräumen" als Rahmen und Motivation für „neue Landbewohner“.

Dieser Prozess soll mit niedrigschwelligen Formaten, insbesondere über das in der Region positiv besetzte Thema "Sommerfrische", partizipativ begleitet werden. Über die öffentliche Präsentation und Diskussion der Ergebnisse des Werkstattverfahrens soll die Motivation von Einwohnern und Nutzern gestärkt werden, sich aktiv an der Gestaltung der Landschaft zu beteiligen. Erste Pilotmaßnahmen sollen noch 2018/19 umgesetzt werden. Das Vorhaben knüpft an LEADER-Projekte, Aktivitäten der IBA Thüringen, Arbeiten verschiedener Hochschulen sowie Schwerpunktsetzungen der Regionalen Planungsgemeinschaft Ostthüringen an.

Wesentliche Projektbausteine

  • Baustein 1: Einrichtungsphase: Konstituierung von Arbeitsstrukturen, Auswertung vorliegender sektoraler bzw. teilräumlicher Konzepte, Vorbereitung Werkstattverfahren
  • Baustein 2: Durchführungs- und Umsetzungsphase: Auftaktkolloquium, Erarbeitung von Vorschlägen für eine zukunftsfähige Landschaftsentwicklung Schwarzatal im Rahmen eines Werkstattverfahrens, Begleitung durch niederschwellige partizipative Angebote, Auswertung des Werkstattverfahrens, Umsetzung und Präsentation erster Vorschläge auf der IBA Werkschau 2019
  • Baustein 3: Intensive Öffentlichkeitsarbeit mittels Internetauftritt und Printmedien in Kooperation mit regionalen und überregionalen Medien, Netzwerken, fachspezifischen Plattformen (z.B. Schwarzburger Gespräche, IBA Werkschau).  Dieser Prozess wird aktiv durch die IBA Thüringen unterstützt.

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305