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Metropolregion Rhein-Neckar | Landschaftskonzept 2020+

MORO "Regionale Landschaftsgestaltung"

Projektträger: Verband Region Rhein-Neckar (VRRN)
Ansprechpartner: Dr. Claus Peinemann (claus.peinemann@vrrn.de)

Zielsetzung des Vorhabens

Kern des Modellvorhabens ist die Erarbeitung eines Landschaftskonzepts 2020+, das sich als "Plan" und "Prozess" für die regionale Landschaftsgestaltung versteht. Es soll im Sinne der Landschaftsrahmenplanung aktualisierte und regionsweit abgestimmte Aussagen zur Sicherung und Weiterentwicklung einzelner Schutzgüter treffen.

Bei der Bearbeitung soll u.a. eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit mit den Akteuren erfolgen, die maßgeblich die Entwicklung von Landschaft in der Region beeinflussen. Die für die Region charakteristischen, identitätsstiftenden Landschaften werden lokalisiert und Prozesse des Kulturlandschaftswandels aufgezeigt. Auf dieser Basis erfolgt eine moderierte Leitbilddiskussion zur regionalen Landschaftsgestaltung. Das Landschaftskonzept ist damit unmittelbar auf den (zukünftigen) Landschaftsdiskurs in der Metropolregion wie auch auf die Weiterentwicklung des Regionalparks Rhein-Neckar ausgerichtet.

Besonders wichtig ist der für die Metropolregion notwendige Abstimmungsprozess zwischen drei Bundesländern und damit auch drei verschiedenen "Landschaftspolitiken". Die Landschaftsperspektive für die Metropolregion soll einerseits die jeweiligen Landesvorgaben für die Regionalplanung erfüllen, andererseits Ländergrenzen übergreifende regionalspezifische Leitbilder formulieren und diese mit Strategien zur Landschaftsgestaltung und Maßnahmenvorschlägen hinterlegen. Für die Fortschreibung des "Einheitlichen Regionalplan Rhein-Neckar" liefert das Konzept somit eine wichtige Grundlage.

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) ist der siebtgrößte Ballungsraum in Deutschland und erstreckt sich auf die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Mit den Oberzentren Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen sowie weiteren mittelgroßen Städten handelt es sich um eine ausgeprägt polyzentrische Region.

Zu ihren vielfältigen Großlandschaften zählen die Oberrheinebene, die Mittelgebirgslandschaften Pfälzerwald und Odenwald mit dem Neckartal sowie die Hügellandschaften von Kraichgau und Bauland. Die Oberrheinebene ist charakterisiert durch urbane bzw. suburbane Landschaften. Aufgrund der günstigen Lagebeziehungen prägen vor allem Verkehrswege und Energiefreileitungstrassen das Landschaftsbild und lassen vielerorts den Eindruck einer „Infrastrukturlandschaft“ entstehen. Gleichzeitig wird sie durch die Agrarlandschaften der Ebene und die Weinbaulandschaften von Wein- und Bergstraße am Übergang zu den Waldlandschaften des Pfälzer- und Odenwalds bestimmt.

Die Metropolregion Rhein-Neckar ist Teil des europäischen Rhein-Alpen-Korridors. Transformationsprozesse gehen daher vor allem vom Ausbau von Verkehrsinfrastruktur und dem begleitenden Wohn- und Gewerbeflächenwachstum aus. Aufgrund der besonderen Klimagunst schreitet die Intensivierung der landwirtschaftlichen Sonderkultur- und Weinbaunutzung weiter voran und führt zum signifikanten Umbau der Kulturlandschaft. Bezogen auf die Energiewende erwartet die Region insbesondere für die Freiflächenphotovoltaik zusätzliche Flächenansprüche. In den Flusslandschaften von Rhein und Neckar sind, auch mit Blick auf die Folgen des Klimawandels, weitere hochwasserschutzbezogene Maßnahmen notwendig. Hier stellt sich die Frage nach multifunktionalen Raumnutzungen, die Belange von Hochwasserschutz, Naturschutz/Biodiversität, Naherholung und Rohstoffsicherung verbinden können. Und nicht zuletzt stehen die Wälder der Region im Fokus: Wie kann ihre Schutz- und Erholungsfunktion langfristig gesichert werden?

Im Rahmen des Modellvorhabens soll ein Landschaftskonzept 2020+ erarbeitet werden, das die Aktivitäten im Regionalpark Rhein-Neckar aufgreift und eine Grundlage für die Landschaftsrahmenplanung liefert. Damit gehen die fachlichen Inhalte des Konzepts in den regionalplanerischen Abwägungsprozess im Zuge der Fortschreibung des "Einheitlichen Regionalplans Rhein-Neckar" für die Bereiche Wohnen, Gewerbe und digitale Infrastruktur ein.

Das Landschaftskonzept 2020+ soll aufzeigen, wie Natur und Landschaft in der Region nachhaltig weiterentwickelt werden können. Es soll die erforderlichen Grundlagen liefern, um die regionalen Notwendigkeiten zum Erhalt der Landschaftsräume in den regionalplanerischen Abwägungsprozess einzubringen. Auf dieser Basis sollen Ziele und Grundsätze für den Erhalt und die Weiterentwicklung der regionalen Freiraumstruktur formuliert werden.

Wesentliche Projektbausteine

  • Baustein 1: Netzwerkinitiative Regionale Landschaftsgestaltung initiieren und als Teil der moderierten Leitbilddiskussion etablieren. Als Teil der Plattformbildung sind Projekttische geplant, um das Thema regionale Landschaftsgestaltung zu diskutieren und zu kommunizieren.
  • Baustein 2: Inventarisierung der Landschaftsräume über GIS-bezogene Analysen und ein Pilotvorhaben zum digitalen Kulturlandschaftskataster.
  • Baustein 3: Moderierte Leitbilddiskussion – Landschaftskonzept 2020+ als kooperatives/interdisziplinäres Verfahren: Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von drei Projekttischen. Es sollen gemeinsame Ziele und Leitbilder für die Landschaftsräume erarbeitet werden.
  • Baustein 4: Aufzeigen von Strategien und Maßnahmen zur regionalen Landschaftsgestaltung und Verknüpfung mit den Instrumenten der Flächennutzer bzw. Sektorpolitiken; Ausloten von Möglichkeiten eines regionale Kompensationsflächenpools; Weiterentwicklung der regionalplanerischen Instrumente mit Blick auf di Landschaftsrahmenplanung; Weiterentwicklung des "Wettbewerbs Landschaft in Bewegung"; Identifizierung von Schwerpunkträumen für die regionale Landschaftsgestaltung.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305