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Internationale Bauausstellung IBA Basel 2020: Grenzüberschreitende Landschaftsgestaltung im Trinationalen Eurodistrict Basel

MORO "Regionale Landschaftsgestaltung"

Projektträger: Landkreis Lörrach (Antragsteller) in Kooperation mit der IBA Basel 2020
Ansprechpartner: Sonya Baron (sonya.baron@loerrach-landkreis.de)

Zielsetzung des Vorhabens

Das Projekt widmet sich spezifischen, grenzübergreifenden Fragen der regionalen Landschaftsgestaltung im Kontext landschaftsbezogener Projekte der IBA Basel und ergänzt die fünf Modellvorhaben.

Für den trinationalen Agglomerationsraum Basel sind die Grün- und Freiräume zentrale Elemente für eine kohärente und nachhaltige Siedlungsqualität: Sie sollen gemeinsam geplant, aufgewertet, der Bevölkerung
zugänglich gemacht und über die nationalen Planungsinstrumente gesichert werden. Übergeordnete Projektziele sind dabei:

  • die Grünräume und Naherholungszonen über nationalstaatliche Grenzen hinweg zu vernetzen,
  • die "blauen und grünen Infrastrukturen"  - insbesondere den Rhein - im Grenzraum,  zugänglich zu machen,
  • das Potenzial der vielfältigen und innovativen Projekte der grenzüberschreitenden IBA zu nutzen,
  • die Bevölkerung und auch weitere Akteure grenzüberschreitend in die Landschaftsgestaltung einzubeziehen

Ein wichtiges Projektziel ist die Erarbeitung eines "Leitfadens zur grenzüberschreitenden (Landschafts-)Planung".

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Die trinationale Agglomeration Basel (Deutschland, Frankreich, Schweiz) ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen und bildet heute ein durchgehendes grenzüberschreitendes Siedlungsgebiet. Die Region liegt am Rheinknie und wird landschaftlich insbesondere von Rhein und Rheintal sowie vom Tüllinger Berg bestimmt. Das Rheintal stellt – neben anderen, von der Kernstadt ausgehenden Entwicklungskorridoren – die wichtigste Entwicklungsachse für den deutschen Teil der Agglomeration dar.

In der Kernzone Basel-Stadt und den angrenzenden Kommunen, auch in Deutschland und Frankreich, ist der Nutzungsdruck auf Natur und Landschaft groß. Der Flächenbedarf von Siedlung, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft steht in direkter Konkurrenz zu den Lebensraumansprüchen vieler Tier- und Pflanzenarten. Dies hat auch Konsequenzen für die Freiraumqualitäten und die Erlebbarkeit der Landschaft für die Bevölkerung.

Die Landschaft wird in allen drei Ländern unterschiedlich geplant, geschützt und wahrgenommen. Dies führt dazu, dass es in der Stadtregion kaum durchgängige Grünkorridore, dafür aber viele "Nahtstellen" gibt.

Die "IBA Basel 2020" befasst sich als erste grenzüberschreitende Internationale Bauausstellung mit dem Thema "Gemeinsam über Grenzen wachsen". Erklärtes Ziel ist das Überwinden der "Nahtstellen" mitten im Stadtgebiet.

Es gilt, das Potenzial der vorhandenen Grünflächen so miteinander zu verknüpfen und in Wert zu setzen, dass sie eine ökologische Funktion erfüllen und gleichzeitig eine Aufwertung des Stadtraums erwirken können. Im Rahmen des Modellvorhabens sollen Erkenntnisse zur Verbesserung der Steuerungs- und Gestaltungsoptionen in der grenzüberschreitenden räumlichen Planung gewonnen werden. Eine besondere Herausforderung ist die Einbindung der Partner aus unterschiedlichen Nationalitäten und (Planungs-)Ebenen. Die Vorgehensweisen insbesondere im Agglomerationsprogramm Basel und bei der IBA Basel sollen beispielhaft aufzeigen, wie es gelingen kann, grenzüberschreitende Strategien zum Thema Landschaft langfristig mit einer Vielzahl von Partnern zu vereinbaren.

Folgende Fragen stehen im MORO im Vordergrund:

Rheinlandschaften und Rheinidentität:
Was kann man aus den bisherigen Projekterfahrungen der IBA Basel für die grenzüberschreitende regionale Landschaftsgestaltung lernen?

Gestaltungsimpulse durch IBA und Agglomerationsprogramm Basel:
Was sind Qualitäts- und Erfolgskriterien für eine gelungene regionale Landschaftsgestaltung im Grenzraum?

Grenzüberschreitende Fragestellungen und Herausforderungen der Landschaftsentwicklung und deren Beitrag zu einer metropolitanen Stadtregion:
Welche spezifischen Herausforderungen und Lösungsansätze ergeben sich durch die Grenzsituation?

Integration in die formellen Planungssysteme der beteiligten Staaten:
Wie können die bisherigen Ergebnisse (z.B. die Raumkonzepte der Agglo-Korridore) in die formellen Planungssysteme der Staaten so überführt werden, dass sich eine möglichst große Verbindlichkeit ergibt und die nationalen Vorschriften eingehalten werden?

Wesentliche Projektbausteine

Baustein 1: Rheinlandschaften und Rheinidentität: Auswertung von landschaftsbezogenen IBA-Projekten im grenzüberschreitenden Kontext.

Baustein 2:Gestaltungsimpulse durch IBA und Agglomerationsprogramm Basel: Bewertung der vereinbarten Qualitäts- und Exzellenzkriterien für die Landschaftsgestaltung im Hinblick auf ihre Wirkung und Umsetzung.

Baustein 3: Grenzüberschreitende Fragestellungen und Herausforderungen der Landschaftsentwicklung und deren Beitrag zu einer metropolitanen Stadtregion: Untersuchungen zur Übertragbarkeit der Herausforderungen, Lösungsansätze, Strategien und Maßnahmen

Baustein 4: Integration in die formellen Planungssysteme der beteiligten Staaten: Ausloten der Möglichkeiten zur Integration der Ergebnisse (z.B. Raumkonzepte der Agglo-Korridore) in die formellen Planungssysteme der Staaten; Erarbeitung eines "Leitfadens zur grenzüberschreitenden (Landschafts-)Planung"

Baustein 5: Prozessbegleitender Beteiligungsprozess: Zusammenarbeit mit den Akteuren der Region; Abschlussbefragung der Akteure und evtl. Befragung von Bürgern; Vorstellung der Ergebnisse in der Region (Fachebene/Politische Ebene); Abstimmungsworkshop mit Akteuren (evtl. mit Bürgereinbindung)

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305