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Regionale Energiekonzepte in Deutschland

Bei der Umsetzung der Energiewende sind Regionale Energiekonzepte von besonderer Bedeutung. Regionale Energiekonzepte verfolgen Strategien zum Klimaschutz, zum Ausbau erneuerbarer Energien, zur Reduktion des Energieverbrauchs und zur Minderung der CO2-Emissionen. Ziele dieser MORO-Studie waren eine umfassende Bestandsaufnahme von regionalen Energiekonzepten in Deutschland, die Analyse der entsprechenden Förderpolitik und die Identifikation innovativer Ansätze.

Projektlaufzeit: Oktober 2013 – April 2015

Grundlage der Studie waren eine eingehende Analyse der regionalen Energiekonzepte und eine Befragung im Rahmen von 16 Fallanalysen. Darauf aufbauend wurden die Erfahrungen bei der Erstellung regionaler Energiekonzepte ausgewertet und innovative Ansätze identifiziert.

Zudem wurde die Förderpolitik von regionalen Energiekonzepten untersucht. Auf der Basis der Erfahrungen der Fördermittelempfänger und -geber wurden wichtige Schlussfolgerungen für die Verbesserung der Förderung regionaler Energiekonzepte abgeleitet. Konkrete Fallstudien vertiefen die Erkenntnisse und bieten interessante Lösungsansätze mit Vorbildfunktion.

Ausgangslage

Im Sommer 2011 wurde die Energiewende von der deutschen Bundesregierung beschlossen. Zentrale Elemente der Energiewende sind der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz. Die Bundesregierung strebt an, bis 2050 den Primärenergieverbrauch um 50% und die Treibhausgasemissionen um 80 - 95% gegenüber 1990 zu reduzieren. Zudem soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 auf 18%, bis 2030 auf 30% und bis 2050 auf 60% gesteigert werden. Außerdem soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2020 auf 35%, bis 2030 auf 50% und bis 2050 auf 80% ansteigen.

Regionale Energiekonzepte sind Instrumente der informellen Planung. Sie unterliegen keiner rechtlichen Bindung, und ihre Erstellung sowie Umsetzung stellen eine freiwillige Aufgabe dar. In diesem Prozess kann die Regionalplanung eine moderierende Funktion übernehmen. Sie kann aus einer überörtlichen und einer übergeordneten fachlichen Perspektive die verschiedenen Nutzungsansprüche an den Raum koordinieren und die Akzeptanz in einer Region gegenüber den Zielen der Energiewende erhöhen. Ein zentraler Vorteil regionaler Energiekonzepte besteht darin, dass sie als Nahtstelle zwischen informellen Entwicklungsansätzen und formellen Instrumenten der Raumordnung fungieren können. Regionale Energiekonzepte können so von Konzepten unterhalb der Landkreisgrenze abgegrenzt werden.

Da Regionen und Kommunen die personellen und finanziellen Ressourcen, die für die Aufstellung regionaler Energiekonzepte erforderlich sind, oftmals nur schwer aufbringen können, haben der Bund und einzelne Länder Programme zur Förderung regionaler und kommunaler Energiekonzepte aufgelegt. Das zentrale Förderprogramm für Klimaschutz-Projekte ist derzeit die "Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative" (NKI oder "Kommunalrichtlinie") des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Über diese Richtlinie wird die Erstellung von Klimaschutzkonzepten und Klimaschutzteilkonzepten bundesweit gefördert. Darüber hinaus haben einige Länder eigene Fördermöglichkeiten etabliert, insbesondere die Länder Brandenburg und Bayern.

Ziel

Für die zukünftige Ausrichtung der Bundes- und Landesförderpolitik ist es sowohl für die regionalen Akteure als auch für die Akteure der Bundes- und der Landesförderung interessant, eine Bestandsaufnahme regionaler Energiekonzepte und ihrer Förderung zu erhalten. Vor diesem Hintergrund hat die Studie "Regionale Energiekonzepte in Deutschland" folgende Ziele:

  • Erarbeitung einer Bestandsaufnahme regionaler Energiekonzepte in Deutschland
  • Ermittlung von Erfolgsfaktoren bei der Erstellung dieser Konzepte
  • Identifikation innovativer Ansätze zu verschiedenen Aspekten regionaler Energiekonzepte

Fördererfahrungen regionaler Energiekonzepte auf Ebene des Bundes und der Länder waren ebenfalls Gegenstand der Studie. Ziele der Untersuchung zu diesem Aspekt waren:

  • Analyse der Förderprogramme zur Erstellung regionaler Energiekonzepte,
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Fördermittelgeber auf der Bundes- und Landesebene sowie
  • Aufstellung von Empfehlungen für die Regionen zur Erstellung und Umsetzung regionaler Energiekonzepte

Das Modellvorhaben wurde vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM und der Bosch & Partner GmbH durchgeführt.