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Planspiel "Anpassung peripherer Siedlungsstrukturen" (Vorstudie)

Mit der Vorstudie wurde ein Planspiel zur Anpassung peripherer Siedlungsstrukturen inhaltlich und organisatorisch vorbereitet, das voraussichtlich 2016/2017 durchgeführt werden soll. Im Fokus steht die Frage, ob ein punktueller strategischer Rückzug aus Einzellagen sowie kleinen Ortsteilen mit extremer Leerstandsquote und hohen Infrastrukturkosten für Kommunen eine hilfreiche Handlungsoption sein kann.

Projektstart: Januar 2015 – Januar 2016

Ausgangslage

Kann es in Einzelfällen aus kommunaler Sicht sinnvoll sein, kleine peripher gelegene Siedlungsteile (Einzellagen und kleine Ortsteile) aufgrund vieler Leerstände, hoher Infrastrukturkosten und fehlender Entwicklungsperspektiven in einem geordneten Prozess auslaufen zu lassen?

Mit dieser Frage greift das in der Vorstudie konzipierte Planspiel ein aktuelles und gleichzeitig gesellschafts- wie raumordnungspolitisch brisantes Thema auf. Innerhalb der Wissenschaft wird zwar vereinzelt darüber diskutiert, welche Lösungen zur Anpassung an stark rückläufige Bevölkerungszahlen möglich sind und welche Aufgaben dabei einzelne Siedlungsteile übernehmen. Die Politik hingegen tabuisiert vergleichbare Vorschläge zur Anpassung häufig und toleriert eine stille, "passive Sanierung". Aktive Ansätze werden in der Regel nur in allgemeinen Überlegungen kommunaler Planerinnen und Planer skizziert.

In einigen Landkreisen wird diskutiert, mittels Aufkauffonds leerstehende, peripher gelegene Anwesen systematisch zu erwerben (und abzureißen) und so perspektivisch u.a. den öffentlichen Erschließungsaufwand zu reduzieren. Allerdings bestehen aktuell große Unsicherheiten bezüglich der rechtlichen und finanziellen Folgen eines solchen Instruments.

Noch viel größer sind diese Unsicherheiten hinsichtlich der kommunal- und landespolitischen Dynamik sowie der Reaktionen, die entsprechende Überlegungen in der Öffentlichkeit auslösen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es nicht nur um die Beseitigung leerstehender Gebäude im Außenbereich, sondern um ein strategisches "Auslaufen lassen" von Siedlungsbereichen geht, in denen aktuell (noch) Menschen wohnen. Während die einen eine "Übertragung von Stadtumbau Ost und West auf die Dörfer" fordern, positionieren sich andere Akteurinnen und Akteure aus der Planung und Politik explizit gegen ein "Leerziehen peripherer Ortsteile".

Im Zuge der Erarbeitung der Vorstudie fand sich neben diesen Unsicherheiten und einer weit verbreiteten Zurückhaltung aber auch eine Vielzahl an Akteuren, die die Chancen und Risiken eines "strategischen Rückzugs im geschützten Rahmen eines Planspiels genauer betrachten wollten.

Ziel

In der Vorstudie sollte ein Planspiel zum Thema des "strategischen Rückzugs" aus einzelnen kleinen, peripher gelegenen Siedlungsteilen mit fehlender Entwicklungsperspektive inhaltlich und organisatorisch vorbereitet worden. Das Planspiel konzentriert sich auf die Frage, ob und in welchen Fällen ein strategischer Rückzug aus bestimmten peripheren Einzellagen und kleineren Ortsteilen planerisch und politisch sinnvoll ist und wie entsprechende Instrumente in der Praxis auszugestalten wären. Es geht hierbei um Gebiete, die extrem von Bevölkerungsrückgang, Leerstand und steigenden Infrastrukturkosten betroffen sind.

Auftragnehmer für die Vorstudie waren Gertz Gutsche Rümenapp - Stadtentwicklung und Mobilität GbR, Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. sowie proloco.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Michael Zarth
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2110

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