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Methodische Weiterentwicklungen der Erreichbarkeitsanalysen des BBSR

Die Erreichbarkeitsanalysen des BBSR sind eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit, Effizienz und Güte von Verkehrsinfrastrukturen und Siedlungssystemen. Sie geben ebenso Aufschluss über die regionale Versorgungsqualität und Chancengerechtigkeit und damit Hinweise für Entwicklung von Maßnahmen zur Daseinsvorsorge. In diesem Projekt wurden innovative Ansätze der Analyse aufbereitet und Empfehlungen für die methodische und strategische Weiterentwicklung abgeleitet.

Projektlaufzeit: Juli 2017 – November 2018

Ausgangslage

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBSR) hat langjährige Erfahrung mit der Analyse und Darstellung verkehrlich-räumlicher Erreichbarkeiten in Deutschland. Die Ergebnisse der Erreichbarkeitsanalysen liefern für Raumordnung und -planung wichtige Hinweise über die Leistungsfähigkeit, Effizienz und Güte von Verkehrsinfrastrukturen und Siedlungssystemen. Die Informationen zu Versorgungsqualität und Chancengerechtigkeit in den einzelnen Teilräumen sind grundlegend für Strategien zur Sicherung der Daseinsvorsorge.

Die Erreichbarkeitsanalysen des BBSR basieren im Wesentlichen auf einem Erreichbarkeitsmodell für den Straßenverkehr, dessen Kern ein GIS-System mit einem großen Bestand an georeferenzierten (Lage-)Informationen relevanter Einrichtungen und einem detaillierten Verkehrsnetz ist. Zusätzlich werden in regelmäßigen Abständen Daten zu den Reisezeiten im Öffentlichen Verkehr aus externen Quellen bezogen, weiterbearbeitet sowie analysiert, um entsprechende Erreichbarkeitsverhältnisse für diesen Verkehrsträger darzustellen.

Vor dem Hintergrund neuer Datenverfügbarkeiten und Analysemethoden sowie politischer Zielsetzungen bei der nachhaltigen Mobilität oder der Sicherung der Daseinsvorsorge ist eine Aktualisierung und Erweiterung der Methodik der BBSR-Erreichbarkeitsanalysen sinnvoll. Im Rahmen der kontinuierlichen Anwendung des Modells werden die Netzgrundlagen zwar laufend aktualisiert. Die Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung der inhaltlichen sowie methodisch-technischen Grundlagen waren jedoch bisher eingeschränkt. Um die Analyse- und Beratungsqualität des BBSR zu sichern und auszubauen, sollten Inhalte und Methodik der Erreichbarkeitsanalysen mit dem Stand der Wissenschaft abgeglichen und wo notwendig angepasst werden.

Ziele

Die Studie sollte untersuchen, welche zukunftsweisenden und innovativen Ansätze für eine Weiterentwicklung der Analyse bzw. Modellierung verkehrlich-räumlicher Erreichbarkeit potenziell relevant sein können. Untersucht wurden methodische bzw. (GIS-)technische Aspekte wie die Herleitung von Netzwiderständen zur Analyse von realistischen Reisezeiten, aber auch strategische Aspekte wie die Berücksichtigung von expliziten Nutzerwünschen bei der Zielwahl. Zudem wurde die Relevanz von Erreichbarkeitsindikatoren in regionalökonomischen Wirkungsanalysen erörtert.

Umfangreiche Recherchen und verschiedene Analysen führten im Rahmen der Studie schließlich zu konkreten Empfehlungen für die methodische, technische und strategische Weiterentwicklung der Erreichbarkeitsanalysen des BBSR. Die Bewertung und Priorisierung orientierte sich dabei an verschiedenen Kriterien, etwa dem zeitlichen, technischen oder personellen Aufwand oder der Eignung potenziell neuer Analyseergebnisse für die Beratungsaufgabe des BBSR.


Auftragnehmer des Projekts war Spiekermann & Wegener, Stadt- und Regionalforschung (S&W), Dortmund, in Kooperation mit dem Lehr- und Forschungsgebiet Güterverkehrsplanung und Transportlogistik, Bergische Universität Wuppertal und FBS Forschungsbüro Scheiner.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Thomas Pütz
Referat I 5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-2300
Fax: +49 228 99401-2356