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Baruth/Mark: Mit den Kleinstprojekten hat alles angefangen

Brandenburg

Projektdaten
InitiativeLandschaft, Kunst, Stadtentwicklung
GemeindeBaruth/Mark
LandkreisTeltow-Fläming
BundeslandBrandenburg
Einwohnerzahl4.200
Gemeindefläche233,6 km2
Anzahl der Ortsteile12
Nächste größere StadtBerlin (60 km, 3,5 Mio. EW)
Verwaltungeigenes Stadtamt
Strukturländliches Umland, Industrie
Kontakthttp://i-ku.net
u. a. Karsten Wittke, Annette Braemer-Wittke

Die nur 4.000 Einwohner zählende Stadt Baruth/Mark liegt eine Bahnstunde südlich von Berlin, dennoch ist die Nähe zur Hauptstadt kaum zu spüren. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ein großer Teil der Stadt zerstört, was bis heute an den zahlreichen Baulücken und Brachen sichtbar ist. Zu den langjährigen Leerständen gehört u.a. das Schloss mitten im Lenné-Park. Zu DDR-Zeiten war Baruth vorwiegend durch industrielle Landwirtschafts-Produktion geprägt. Seit den 1990er Jahren nutzen einige Holzindustriebetriebe und ein großer Mineralwasserproduzent die lokalen Ressourcen Wald und Wasser und entwickelten sich zu den größten Arbeitgebern in der Region. Das Problem des demografischen Wandels (Abwanderung und niedrige Geburtenrate) ist eine evidente Herausforderung für die Stadt Baruth.

Zitat Karsten Wittke, Mitgründer des I-KU: Primär hat uns interessiert, einen schönen Ort zu schaffen, der gerne besucht wird und nicht nur für Experten interessant ist.Quelle: LandLuft

Abgesehen von den neuen Industriebetrieben ist die Bautätigkeit gering, es gibt aber einige kleinere vorbildliche öffentliche sowie private Bauprojekte. Dazu gehört das Brückenprojekt im Lenné-Park, die Neugestaltung des Ernst-Thälmann-Platzes, zwei Kindertagesstätten, die neue Sporthalle und die Bushaltestellen im Ortsteil Petkus sowie einige private Wohnhäuser.

Mit dem Museumsdorf im Ortsteil Glashütte, dem Künstlerhof im Ortsteil Klasdorf und dem Kunst- und Kulturverein Alte Schule Baruth gibt es ungewöhnlich viele Kunst- und Kulturschaffende und eine lebendige Kunst- und Kunsthandwerksszene. Eine der interessantesten Initiativen ist das I-KU (das Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums), das sowohl konkrete Projekte umsetzt als auch Diskussionen und Ausstellungen über Baukultur und Stadtentwicklung organisiert. Mit ihrer langjährigen Arbeit möchte die Initiative auf die Gestaltung ihres Lebensraumes auf dem Land unmittelbar Einfluss nehmen. Der gemeinschaftliche Nutzen steht dabei immer im Vordergrund. Das I-KU initiierte die sogenannten Baruther Gespräche, eine Informations- und Diskussionsplattform zu gesellschaftspolitisch-kulturellen Themen auf dem Land. Schwerpunktthemen waren bisher unter anderem lokales Handeln, kreatives Wirtschaften auf dem Land und die Potenziale und Probleme der Energiewende.

Neben einer Vielzahl an kulturellen Projekten wurden einige konkrete Interventionen umgesetzt, die sich mit Ökologie und Freiraum auseinandersetzen, etwa die Brücken im Lenné-Park, die Reaktivierung des Weinbaus und die Pflege der Streuobstwiesen. Die Autorenschaft der Brücken als auch die des Pomona Projektes liegt beim Kunstverein. Die Bedeutung landwirtschaftlicher Themen hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass dieser Bereich in Strukturförderprogrammen im ländlichen Raum fest verankert ist. "Primär hat uns interessiert einen schönen Ort zu schaffen, der gerne besucht wird und nicht nur für Experten interessant ist", so I-KU-Mitgründer Karsten Wittke über das Weinbergprojekt, dass von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wird.

Entwicklung und Meilensteine
1997fünf Künstlerpaare beziehen die ehemalige Schule
1998erste Ausstellung in der Alten Schule Baruth mit dem Titel "Die Entdeckung der Freizeit"
1999
  • Gründung des Kunst- und Kulturvereins Alte Schule Baruth e.V.
2004
  • Gründung des I-KU, Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums e. V.
  • Programm "Schöner Ort Nirgendwo" des Kunst- und Kulturvereins Alte Schule Baruth e.V. mit fünf Projekten im öffentlichen Raum: Ausstellung "Die, die am Tag träumen" mit elf Künstlerarbeiten im Lenné-Park
  • Ausstellung "Erfindung der Landschaft" im Frauenhaus des Schlosses
  • Brückenwettbewerb zur Gestaltung von fünf Brücken im Lenné-Park
  • Obstackerprojekt "Pormona", Rekultivierung alter Streuobstwiesen
  • Projekt "Virtuelle Landschaften" mit fünf Kurzfilmen
  • Im Dezember 2004 Gründung des I-KU, Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums e. V.
2005Neugestaltung Ernst-Thälmann-Platz, atelier 8
2006
  • Eröffnung Brücke im Lenné-Park, Architekten Aumüller/Hamm
  • Häuser für Autos, Kunst und Kulturverein
  • Alte Schule Baruth
  • Baruther Gespräch 1: ACT LOCAL! – Perspektiven ländlicher Räume, I-KU
  • Stadtpfad Baruth mit Motiven historischer Postkarten, I-KU
2007/2009Erstes Weinbergfest, I-KU/erste Weinlese, I-KU
2008Baruther Gespräch 2: (UN-)MÖGLICHE RÄU-ME – Kreativ wirtschaften auf dem Land, I-KU
2011
  • Beginn Sanierung Frauenhaus, Reckers Architekten
  • Neubau Kindertagesstätte Baruth, Bernd Huckriede, Elke Hausen-Huckriede
  • Erweiterung Kindertagesstätte Groß Ziescht, Architekturbüro Thomas Näther
2012
  • Baruther Gespräch 3: HELIOS – Welche Kraft zur Transformation steckt in der Energiewende?, I-KU
  • Beginn Baruthopia; dreijährige Veranstaltungsreihe über den gesellschaftlichen Wandel und den ländlichen Kulturraum, I-KU
2013Beginn "Wissenstausch – Die Baruther Bank", I-KU
2014
  • Konzeption Neugestaltung Walther-Rathenau-Platz mit Bürgerbeteiligung und Schülerinnen und Schülern der freien Oberschule Baruth (Moderation: ews Stadtsanierung, Planung atelier 8 LA)
  • Publikation: “DAS ALTE SCHLOSS BARUTH. Zur Sanierung des Gebäudes und zur Gestaltung des Umfeldes in den Jahren 2008 bis 2013”, Hg. Stadt Baruth
Auszeichnungen und Preise
  • 2006: Brücke im Lenné-Park, Renault Traffic Design Award
  • 2007: Brücke im Lenné-Park, Anerkennung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Architekturpreis
    Gestaltung Ernst-Thälmann-Platz, atelier 8, Anerkennung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Architekturpreis

Brückenprojekt im Lenné-Park: Das Siegerprojekt ist eine skulpturale Holzbrücke mit integrierter Bank. Quelle: I-KU (Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums)

Zusatzinformationen

Kontakt

Anca-Maria Carstean
Projektgruppe ZIP: Zukunftsinvestitionsprogramm
Tel.: +49 228 99401-1653