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Raumwirksamkeitsanalyse – Anwendung der Richtlinie für die integrierte Netzgestaltung (RIN) im Schienennetzverkehr

Das Forschungsprojekt verfolgte zwei Ziele. Zum einen sollten die Erreichbarkeits-Qualitäten im Schienenpersonenverkehr nach dem Verfahren der RIN 2008 für alle deutschen Zentren im Schienenpersonenverkehr berechnet werden. Zum anderen sollte für den Güterverkehr ein Verfahren zur Klassifizierung "bedeutender Orte" und zur Bestimmung von Erreichbarkeitsdefiziten entwickelt werden.

Projektlaufzeit: Dezember 2012 - August 2014

Ausgangslage

In den "Richtlinien für integrierte Netzgestaltung" (RIN) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen finden sich methodische Planungshilfen für die integrierte Verkehrsnetzplanung. Darin einbezogen sind auch die relevanten Aspekte der Raum- und Umweltplanung.

Die RIN greifen die Ziele der Raumordnung und Landesplanung für die Erreichbarkeit der zentralen Orte auf und leiten die funktionale Gliederung der Verkehrsnetze aus einer zentralörtlichen Gliederung ab. Darüber hinaus werden Kenngrößen für die Angebotsqualität der Verkehrsnetze ermittelt sowie Qualitätsvorgaben zur Gestaltung der Verkehrsnetze gestellt.

Die nach dem Verfahren der RIN abgeleiteten Verbindungsqualitäten sind Basis für die Ermittlung von Erreichbarkeitsdefiziten, die im Rahmen der Bundesverkehrswegepläne (BVWP) berücksichtigt werden sollen. Für die Straße liegen Erreichbarkeitsanalysen bereits vor.

Solch eine vergleichbare Analyse fehlte jedoch für den Bereich der Schiene. Im Rahmen des Projektes sollten dieser Mangel beseitigt und eine bundesweite Erreichbarkeitsanalyse für den Schienenverkehr gemäß den Vorgaben der RIN erstellt werden.

Die RIN konzentrierten sich zuvor vor allem auf den Personenverkehr, der Güterverkehr wurde für die integrierte Verkehrsnetzplanung bislang nicht berücksichtigt. Die vorhandenen Kategorisierungstypen aus dem Schienen- und Straßenpersonenverkehr sind für den Güterverkehr jedoch nicht nutzbar, für die Wasserstraße fehlte eine entsprechende Kategorisierung gänzlich. Deswegen sollte im Güterverkehr ein Ansatz entwickelt werden, der die Bestimmung von Erreichbarkeitsqualitäten möglich macht.

Ziel

Das Forschungsprojekt verfolgte zwei Ziele, die inhaltlich voneinander getrennt werden können:

  1. Erreichbarkeitsdefizite im Schienenpersonenverkehr feststellen bzw. Erreichbarkeiten nach dem Verfahren der RIN 2008 für alle deutschen Zentren berechnen (Metropolregionen (MR), Oberzentren (OR), Mittelzentren (MZ) und Grundzentren (GZ))


  2. Ergänzung des Zentrale-Orte-Modells für den Personenverkehr um die Aspekte des Güterverkehrs bzw. um logistische Funktionen zur Feststellung der Erreichbarkeitsdefizite im Schienengüterverkehr. Hierzu bedurfte es

    (a) einer funktionalen Gliederung der GV-Standorte sowie
    (b) eines Ansatzes zur Bestimmung der verbindungsbezogenen Angebotsqualität

Auftragnehmer des Forschungsvorhabens war die Beratergruppe Verkehr + Umwelt GmbH (BVU), Stefanos Kotzagiorgis, aus Freiburg.

Zusatzinformationen

Kontakt

Dr. Bernd Buthe
Referat I5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-2332